Mandatswechsel und Schulfragen im Rat Hagener CDU-Ratsmitglied Lachmann hört nach 22 Jahren auf

Von Wolfgang Elbers

Goldene Uhr und Blumen: Bürgermeister Peter Gausmann (links) und der Ratsvorsitzende Claus Molitor (rechts) verabschieden das bisherige CDU-Fraktionsmitglied Thomas Lachmann. Nachrücker ist Christian Gretzmann.  Foto: ElbersGoldene Uhr und Blumen: Bürgermeister Peter Gausmann (links) und der Ratsvorsitzende Claus Molitor (rechts) verabschieden das bisherige CDU-Fraktionsmitglied Thomas Lachmann. Nachrücker ist Christian Gretzmann. Foto: Elbers

Hagen. Die zu fassenden Beschlüsse zu mehreren Bebauungsplänen hat der Hagener Rat am Donnerstagabend in gerade einmal 20 Minuten abgearbeitet. Die vier Tagesordnungspunkte waren im Schnelldurchgang erledigt. Da hatten zuvor die Stellungnahmen zu den enttäuschenden Anmeldezahlen für den an der Oberschule geplanten gymnasialen Zweig und die Verabschiedung von CDU-Ratsmitglied Thomas Lachmann länger gedauert.

Wer wie CDU-Vertreter Thomas Lachmann, der bei den Ratskollegen den Ruf des „heimlicher Bürgermeister der Niedermark nach Jürgen Leonhard“ hat, nach mehr als vier Wahlperioden sein Mandat aufgibt, wird natürlich entsprechend verabschiedet. Seit dem 1. November 1996 ist der Bauunternehmer Mitglied des Rates und hat vor allem im Planungs- sowie im Feuerwehrausschuss die Arbeit entscheidend mitgeprägt.

Goldene Uhr zum Abschied

Bürgermeister Peter Gausmann dankte Lachmann für sein Engagement: „Jeder kann nachvollziehen, dass du nach 22 Jahren, was fast der Hälfte deines Lebens entspricht, jetzt als Nachfolger deines Vaters im Betrieb andere Schwerpunkte setzen musst, wenn auch die Familie nicht zu kurz kommen soll.“ Er überreichte dem Niedermarker eine Goldene Uhr der Gemeinde und versprach mit Blick auf den erneut gestellten Antrag, den Ortsteil ins Dorferneuerungsprogramm aufzunehmen: „Wir werden auch in Zukunft die Gellenbecker Themen nicht vernachlässigen.“

Lachmann blickte beim Abschied kurz auf seine Zeit im Gemeinderat zurück. Er habe im Vorfeld der Sitzung darüber nachgedacht, was für ihn der wichtigste Moment in den 22 Jahren gewesen sei: „Ich habe hier meine Frau kennengelernt und wir feiern in Kürze 20. Hochzeitstag“, sorgte er zum Abschluss für Heiterkeit im Ratssaal und verabschiedete sich mit: „Ich muss mich beeilen. Zuhause wartet die Familie mit Sekt auf mich, da ich endlich mal früher komme.“

Anschließend stand beim Verwaltungsbericht des Bürgermeisters ein Thema im Mittelpunkt, das im Rat fraktionsübergreifend für Enttäuschung sorgt: die geringen Anmeldezahlen für das zum neuen Schuljahr geplante gymnasiale Angebot an der Oberschule. Mit insgesamt rund 50 Einschulungen im fünften Jahrgang und lediglich nur um die zehn Anmeldungen für einen gymnasialen Zweig wurden die geforderten Quoten einer Dreizügigkeit in Klasse 5 und mindestens 27 Schülern im gymnasialen Zweig weit verfehlt.

Die Ratsfraktionen hoffen jetzt, in einigen Jahren die vorgegebenen Zahlen zu erreichen, denn ab 2022 wechseln wieder geburtenstarke Jahrgänge von den Grundschulen in den SekI-Bereich. Hagens Bürgermeister: „2012 haben wir hier mit 85 Geburten einen Tiefpunkt zu verzeichnen. Seither liegen wir aber jährlich deutlich über der Marke von 100 Neugeborenen in der Gemeinde.“ Im vergangenen Jahr habe es mit 135 Geburten sogar einen Rekord gegeben.

Die Eltern hätten bei der Anmeldung für den SekI-Bereich wohl „Sicherheit gewählt“ und deshalb die klassischen Angebote bevorzugt. Gausmann: „Wir werden die Gründe der Schulwahl jetzt in den nächsten Wochen noch einmal genau analysieren und weiter daran arbeiten, die Oberschule zu stärken.“

Der Sprecher der CDU/FDP-Mehrheitsgruppe, Bastian Spreckelmeyer, will die Flinte nicht „zu früh ins Korn werfen“. Für ihn gilt jetzt: „Wir müssen zeitnah Ursachenforschung betreiben, um zu prüfen, wie wir möglicherweise doch noch in den Folgejahren ans Ziel gelangen können.“ Die Einrichtung eines gymnasialen Angebots zum neuen Schuljahr wäre „eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung unserer Oberschule“ gewesen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Reinhard Wittke gibt ebenfalls die Hoffnung nicht auf: „Wir hoffen jetzt, dass es durch die steigenden Geburtenzahlen und die weitere kontinuierliche Verbesserung der Schule dazu kommt, ein Gymnasialangebot in Hagen zu bieten.“ Die Oberschule verfüge hierfür über „wirklich gute Voraussetzungen.“ Gerade durch ein solches Angebot wäre es möglich, „alle schulischen Anforderungsniveaus“ – von der Haupt- über die Realschule bis zum Gymnasium – vor Ort anzubieten und die Hagener Kinder hätten dann gute Übergangsmöglichkeiten in alle Richtungen.

Auch für die Grünen-Fraktion ist das Thema nicht erledigt: „Wir wünschen uns, dass vielleicht in einigen Jahren der Bedarf an einer Oberschule mit gymnasialem Zweig steigt.“

Einstimmige Beschlüsse

Jeweils einstimmig wurden anschließend eine Bebauung am Brooksweg im hinteren Grundstücksbereich, die Voraussetzungen für eine Erweiterung des Christopherus-Kindergartens um zwei Krippengruppen nebst notwendigen Stellplätzen, die Schaffung von zwölf Baugrundstücken „In den Fleeten“ und eine Erweiterungsfläche für die Feuerwehr Niedermark auf den Weg gebracht.