Die Magie Arabiens Eintauchen ins Morgenland: So schön war Horses & Dreams 2018

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Hagen. Von Mittwoch bis Sonntag stand der Hof Kasselmann im Zeichen von Horses & Dreams. Das internationale Reitsportfestival hat seine Besucher mit einem stimmungsvollen Mix aus Spitzensport, Familienunterhaltung, Lifestyle-Produkten und der Kultur des Morgenlandes überzeugt. Bei der Galashow „The Magic of Arabia“ wurde das Gastland Jordanien vorgestellt.

„Achtung, zur Seite!“ Ein ungewöhnlicher Anblick: Seelenruhig laufen Kamele über den Reithof Kasselmann in Hagen. Recht gelassen schauen die Tiere drein. Die Kinder auf ihren Rücken scheinen sie nicht wirklich zu stören. Die Menschenmasse, die sie durchlaufen, lässt sie unbeeindruckt.

Sie stammen vom Pinto- und Kamelgestüt Stefan Rosenberger aus Trendelburg in der Nähe von Kassel und nehmen eine Schlüsselrolle auf dem diesjährigen Horses & Dreams ein: Das Kamelreiten ist eine der Attraktionen des Kinderangebots des Reitsportfestivals und weist eindrücklich auf das diesjährige Gastland, das Königreich Jordanien, hin. Die Kinder stehen Schlange an den Kamelställen, um sich auf den Wüstenschiffen über den Hof führen zu lassen.

Doch am späten Nachmittag pausieren die Tiere. „Sie müssen sich eine Weile ausruhen“, sagt Rosenberger. „Sie müssen ja nachher noch das Rennen machen.“

„Das war gar nicht wacklig“

Stand die Veranstaltung auch zuvor schon im Zeichen Jordaniens mit arabischer Musik und einem überschaubaren jordanischen Dorf, in dem halāl zubereitete Speisen gegessen, in Beduinenzelten Wasserpfeife geraucht und Schmuck und Kosmetika aus Fernost gekauft werden konnten, widmete sich der Hof Kasselmann am Samstagabend mit der Galashow „The Magic of Arabia“ ganz ausführlich seinem Gastland.

Hier gab es unter anderem ein Kamelrennen zu sehen, bei dem Dressurprofis zwischen den Höckern Platz nahmen und staunend feststellen mussten, dass sich so ein Kamel bei Weitem schwerer reiten lässt als ein Pferd. Zwei Mal sollten die Reiter den Platz umkreisen. Nach anderthalb Runden beschlossen die Kamele allerdings, umzudrehen und in die andere Richtung zu laufen.

Da waren selbst gestandene Experten wie Kristina Bröring-Sprehe oder Fabienne Lütkemeier ratlos und ließen die Tiere einfach machen. „Das war gar nicht wacklig“, sagte Bröring-Sprehe lachend, nachdem sie von ihrem Kamel abgestiegen war.

Kampfkunst zu Pferde

Beim Rest der Gala schritten Beduinen durch den Springplatz, musizierten und demonstrierten zu Pferde ihre Kampfkunst mit der Peitsche. Es gab eine humorvolle wie rührende Freiheitsdressur von Jean François Pignon, der die Pferde ohne Zaumzeug Kunststücke vollführen ließ und eine artistische Show mit Schleiertanz. Zudem wurden bei „The Magic of Arabia“ die arabischen Vollblüter vorgestellt: Die älteste Pferderasse der Welt trabte und galoppierte anmutig über den Springplatz.

Zuvor rezitierte Moderator Christian Schacht den Mythos, wie die Pferde einst dem Propheten Mohammed in einer Schlacht zu Hilfe eilten und er sie darauf segnete. Die Gala war unterlegt von einer stimmungsvollen Lichtshow. Die Araber-Herde bei Horses & Dreams, die neben den ausgewachsenen Tieren auch Fohlen beinhaltete, stammte aus dem Gestüt Ismer aus Wagenfeld in der Nähe von Diepholz.

Traditionelles Spektakel: Der Reit-Biathlon

Trotz der Magie und des orientalischen Flairs der Galashow war dennoch ein inzwischen traditionelles Spektakel das wahre Highlight des Samstagabends: Der Reit-Biathlon, ein echtes Horses & Dreams-Original. Bei diesem ungewöhnlichen sportlichen Wettkampf müssen die Reiter einen Spring-Parcours absolvieren, ab der Hälfte absteigen, zu einem Podest mit Laser-Gewehr sprinten, auf fünf Scheiben schießen und schließlich den Parcours zu Pferde beenden. Wer daneben schießt, kassiert Strafsekunden in der Endabrechnung. Entscheidet sich der Reiter am Ende mit dem „Joker“ für eine riskantere Hürde, bekommt er einige Sekunden gut geschrieben.

Es war eine unterhaltsame Vorstellung, wie die Profis in Reitstiefeln durch die Arena sprinteten. Zudem verlieh Moderator Schacht mit bissigen wie augenzwinkernden Kommentaren der Veranstaltung zusätzliche Würze. Von den neun Teilnehmern setzte sich mit Justine Tebbel die einzige Dame der Runde durch: Nur die Reiterin aus Emsbüren traf alle fünf Zielscheiben und sprang über den Joker.

So schloss sie den Parcours in 96,24 Sekunden ab und ließ die Konkurrenz damit weit hinter sich – der zweitplatzierte Mathis Schwentker kam mit zwei Fehlschüssen und 107,71 Sekunden ins Ziel. Zwar war der Reit-Biathlon durchaus als Wettkampf angelegt, er war aber auch als Show inszeniert: Ist es sonst bei Springprüfungen eher still im Publikum, wenn die Reiter ihre Hürden nehmen, um deren Konzentration nicht zu stören, spornte der Moderator beim Biathlon das Publikum an, die Reiter lauthals anzufeuern.

Lifestyle für Mensch und Tier

Fernab des abendlichen Entertainment-Programms lohnte sich tagsüber ein Gang über das Gelände allemal. Jenseits der jordanischen Akzente versammelten sich bei Horses & Dreams Aussteller, die Sport- und Lifestyle-Produkte für Mensch und Tier anboten. Ein Pferde-Solarium etwa, in dem sich die Pferde aufwärmen können, bevor sie geritten werden und entspannen können, nachdem sie geritten wurden, wie es Aussteller Rolf Meyer der Firma Summerwind erläutert.

Besonderer Blickfang war auch die sogenannte „Treibholzkunst“, die Markus und Barbara Schönrock anboten: Holzskulpturen von verschiedenen Tieren, bei Horses & Dreams folgerichtig und vorrangig Pferde. Gestaltet werden sie vom Künstler Abdul Ghofur, der sie aus verwitterten Teakwurzeln der Insel Jawa anfertigt. „Fürs Kunstwerk selbst wird kein Baum gefällt“, versicherte Barbara Schönrock. Als „Treibholz“ definiert das Paar keine angespülten Stücke, sondern Restbestände; jene, die nicht anderweitig benötigt werden.

Viele der Angebote bei Horses & Dreams, darunter Reiterbedarf, Futter oder auch Schnupperstunden für einen Polokurs, bewegten sich im oberen Preisrahmen. Das Publikum, das das Gelände bei Horses & Dreams durchschritt, war vielfältig. Von Jung bis Alt, vom Ottonormalpferdefreund bis zum Edelreiter war alles vertreten. Entsprechend gestaltete sich auch das kulinarische Angebot: Zwischen einfacher Currywurst am Imbissstand und Rumpsteak und Wildlachs in der Riders Lounge am Springplatz gab es für jeden Gaumen und Portemonnaie-Umfang das passende Gericht.

So kam bei Horses & Dreams genau das zusammen, was die Veranstaltung im Vorfeld versprach: Es ist ein internationales Reitturnier mit Fokus auf Spitzensport und Familienunterhaltung.


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