Zweimal voller Saal bei Stocks Heimspiel: Bensmann präsentiert sein Soloprogramm

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Sven Bensmann ist nicht eitel: wenn der Comedian aus Hagen disst, dann meistens sich selbst. Sorgen um ihn muss man sich aber nicht machen: Der 25-jährige ist mit 120 Kilo nach eigenem Bekunden „zu dick für Suizid.“ Foto: Elvira PartonSven Bensmann ist nicht eitel: wenn der Comedian aus Hagen disst, dann meistens sich selbst. Sorgen um ihn muss man sich aber nicht machen: Der 25-jährige ist mit 120 Kilo nach eigenem Bekunden „zu dick für Suizid.“ Foto: Elvira Parton

Hagen. Der Hagener Musiker und Comedian Sven Bensmann stellte am Donnerstag sein erstes, abendfüllendes Soloprogramm vor. Die erste Vorpremiere im Saal der Gaststätte Stock: komplett ausverkauft, wie auch der nächste Termin am 3. Mai.

„Applaus für die 120-Kilo-Entertainment-Haubitze Sven Bensmann“, forderte die markante Stimme von Bruce Willis-Synchronsprecher Manfred Lehmann über die Boxen. Dem kamen die Gäste gern nach und begrüßten stürmisch ihren Gastgeber. Bensmann hat zwar schon eine Menge Erfahrung als Entertainer und ist unter anderem fester Bestandteil der Comedy Show Nightwash - aber an die Königsdisziplin eines kompletten Soloprogramms wagt er sich erstmals heran mit „Comedy. Musik. Liebe“.

Wohl annähernd 100 Prozent der Leute im Saal kannten den Künstler, viele auch persönlich, nicht wenige sind mit ihm irgendwie verwandt - wenn auch sicher nicht alle, wie Bensmann witzelte. Seine Dorfbiografie ist ihm Aufhänger für viele Gags, die in der tatsächlichen Heimatgemeinde natürlich besonders gut kommen: „Meine Eltern kann ich nur noch an der Länge ihres Bartes unterscheiden.“

Witzekomplex „Frau/Fischgeruch“

Normal, dass beim ersten Durchlauf einer Show nicht jede Nummer zündet. Für die Einlage „Bensmanns Mülleimer“ holte Bensmann etwa ein Lied aus der Tonne, das besser dort geblieben wäre, denn der Witzekomplex „Frau/Fischgeruch“ steht zu Recht weit oben auf der Fahndungsliste der Geschmackspolizei. Die Erklärung des Künstlers, es handle sich um eine „Idee, die gut hätte werden können, aber leider scheiße geworden ist“, zeigte, dass er das selber weiß, was ja auch der Knackpunkt der Nummer war. Aber so scheiße wie der Gag nun mal ist, war (leider? zum Glück?) auch die Reaktion. Halbobjektive Meinung: kann weg. 

Mit integriertem Pur-Party-Mix

Doch der absolute Großteil des Programms, bestehend aus „ulkiger Musik“ (O-Ton Bensmann), hatte den gewünschten Effekt: das Publikum schmiss sich weg. An den besten Stellen funktionierte die Show auf zwei Ebenen. Beispiel: der Song „Zeltpartyboy“ (Stichwort: Dorfbiografie) mit integriertem Pur-Party-Mix. Hier feierte ein Teil des Publikums, weil es Pur wirklich mag, und sang lauthals mit. Der andere Teil findet Pur furchtbar und beobachtete die singende Meute mit wohligem Grauen in der Manier von Katastrophentouristen. Und der eigentliche Protagonist verfolgte für einen Moment lang von der Bühne aus das Treiben, mit einem Glitzern in den Augen: sehr amüsiert und leicht ins Irre hinein. Sehr schön auch immer wieder: das Wechselspiel mit Pianist Jan Niermann, der im Programm als virtuoser Sidekick auch seinen eigenen Witz ausspielen darf.

Spaßmacher mit Hammerstimme

Sven Bensmanns größte Stärken sind: Energie, das Knuddeln und Necken des Publikums und seine Sangeskünste. Besonders mit letzteren haut er die Leute zuverlässig vom Hocker. Mal ehrlich: Diese Stimme ist einfach der Hammer. Oft weiß man gar nicht mehr genau: ist das jetzt gerade überhaupt lustig oder einfach nur gut? Dass das Programm bei der ersten Aufführung noch einige mittelmäßige Kalauer und weniger zwingende Songs enthielt: geschenkt. Man befindet sich nicht umsonst in der Testphase. Bei der wirklichen, echten und offiziellen Premiere in Köln am 30.10.2018 wird „Comedy. Musik. Liebe“ anders sein nach diversen Testdurchläufen. Es wird interessant.


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