Partystimmung bis vier Uhr Auch Osnabrücker pilgern zum Sudenfelder Festplatz in Hagen

Von Andreas Wenk


Hagen. Schießbude, Raupe, Getränkestand und Grill: Ein wenig erinnerte der Frühlingssturm der Landjugend Sudenfeld am Sonnabend an die Hagener Kirmes. Der große Ansturm setzte allerdings erst weit nach 22 Uhr ein: Von allen Seiten strömten Jugendliche und junge Erwachsene auf den Sudenfelder Festplatz.

Die einen hatten sich zuvor bei Freunden versammelt, mit Bier oder Cola und Schuss „vorgeglüht“, um anschließend geschlossen zur Party zu marschieren. Andere, vor allem junge Frauen, kamen mit dem Auto und tauschten vor Ort dicke Jacken und feste Schuhe gegen ihr Disco-Outfit.

Die lange Nacht von Sudenfeld ging bis 4 Uhr in der Früh. Die Nachbarschaft nahm daran keinen Anstoß. Eher im Gegenteil. Nicht ohne Stolz betonten Constantin Berner und Jan Ehrenbrink vom Landjugendvorstand: „Hier auf dem Land halten alle zusammen. Da geht das Hand in Hand.“ Tatkräftige Unterstützung haben sie sogar vom Landvolk und dem Männergesangverein erfahren. Das habe bereits Tradition, berichteten sie.

Tatschlich war die Raupe ab 23 Uhr gut besetzt. „Das passt schon“, sagte Karussellbesitzer Dirk Lotte, „sonst würde ich es ja nicht machen.“ Die Generation 40+ hatte sich verzogen oder fiel zumindest unter der Masse junger Leute kaum noch auf. Im Zelt herrschte jetzt Hochbetrieb. Einer der Disc-Jockeys stellte zufrieden fest: „So langsam wird’s ja was.“ Zwischen den Zeltstützen tanzten die ersten Frauen, zunächst noch unter sich. Die Männer verharrten überwiegend noch in Thekennähe. Bastian Zimmermann stand dort mit einem Freund. Warum das so ist? Die Antwort kam postwendend, aber nicht von ihm. Elena Loxterman beobachtete die Szenerie. Mit zusammen 13 Freunden seien sie hier und erst um 22.30 Uhr angekommen. Also ließen sie es zunächst langsam angehen.

Maria Kortlücke und ihre acht Freundinnen aus Osnabrück waren schon eine halbe Stunde länger auf dem Sudenfeld. Sie waren zuerst am Schießstand. Dort hatten sie als Trophäe zunächst glitzernde Chearleader-Puschel ergattert. Damit tanzten und posierten sie nun. Ihre Stimmung war ansteckend und zog die Blicke auf sich.

Gut drauf auch ohne Alkohol waren Sarah und Judith. Ausgelassen bewegten sie ihre Körper zur Musik. Im Gespräch stellte sich heraus, sie kommen aus Georgsmarienhütte. Sarah legt aber Wert darauf, ein „Mentrupbär“ zu sein und Judith bat darum zu schreiben, dass sie ein kleines Gesicht liebt. Was immer es damit auf sich haben mag: Bevor sich das klären ließ, stürzten sie sich wieder ins Getümmel und verschwanden tanzend in der Menge.

Nach Partyende gegen 4 Uhr ging es direkt ans Aufräumen: Zäune abbauen und alles für den nächsten Tag herrichten. Die lange Nacht ging in die Verlängerung. Für Constantin Bernd ist das selbstverständlich: „Was man vor dem Schlafengehen erledigt, lässt einen eine Stunde mehr ruhen“, sagte er. Am Sonntagmittag stand bereits das Traktor-Pulling auf dem Programm. Bürgermeister und Kirschkönigin hatten sich angesagt. Da wollte die Landjugend Sudenfeld nichts dem Zufall überlassen und alles vorbereitet haben.