Mix aus Jazz, Blues und Soul „The Rad Trads“ aus New York in Hagen

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John Fatum lieferte vom Schlagzeug aus die interessantesten Vocals der vier Leadsänger von „The Rad Trads“. Die Bläsersätze von Saxofonist Patrick Sargent und Trompeter Michael Fatum sorgten für ein spannendes Wechselspiel mit den Stimmen. Foto: Markus StrothmannJohn Fatum lieferte vom Schlagzeug aus die interessantesten Vocals der vier Leadsänger von „The Rad Trads“. Die Bläsersätze von Saxofonist Patrick Sargent und Trompeter Michael Fatum sorgten für ein spannendes Wechselspiel mit den Stimmen. Foto: Markus Strothmann

Hagen. Am Donnerstag spielten „The Rad Trads“ im Saal der Gaststätte Stock. Die Band aus New York City ließ sich nicht irritieren vom großzügigen Sicherheitsabstand, den das Publikum anfangs von der Bühne hielt, und zog vom Start weg die komplette Show ab.

Posen gab es nicht zu sehen, dafür fünf Musiker, denen man die Spielfreude ansah. Nur bei Trompeter Michael Fatum drückte sich diese in Tanzschritten aus, die den Namen verdienen. Der Rest der Band beließ es beim sogenannten Mitgrooven. Die Songs lassen sich sehr grob beschreiben als Mix aus Jazz, Blues und Soul, sind aber versetzt mit etlichen Spezialzutaten, die der Sache einen ganz eigenen Dreh geben.

Da wären einmal zu nennen die Leadsänger-Qualitäten, über die vier der fünf Musiker verfügen. Besonders auffällig: die heisere Röhre von Schlagzeuger John Fatum, klingend wie ein Soulsänger, der nach einer durchsoffenen Nacht mit der 100. Kippe in der Hand ans letzte Mikro der Stadt stolpert – positiv gemeint. Das gleichzeitige Schlagzeugspiel, schwungvoll und präzise, legte allerdings eher vollständige Nüchternheit nahe.

Ein bisschen New-Orleans-Jazz

Subtiler Humor kam an vielen Stellen durch: seltsame Breaks, unerwartete harmonische Wendungen, leicht überdrehter Backgroundgesang in Beatles-Manier. Mit dieser Selbstverständlichkeit bringt hierzulande wohl niemand diese Art Sound - wäre aber auch erstaunlich bei einer Musik, die gespeist ist von so genuin amerikanischen Stilen. „Springsteen meets Jazz“, schreibt die Agentur. Irgendwie nicht falsch, aber bei Weitem nicht ausreichend. Das Spektrum der Rad Trads überschneidet sich in folkigen Momenten am Rand mit dem vom Boss, und damit „Jazz“ zutrifft, muss man dazusagen, dass es sich hier um die frühe New Orleans-Variante handelt (das ist diejenige, die immer so an eine gemächliche Prozession anlässlich einer Beerdigung denken lässt, englisch „funeral“).

Charlys Geburtstagsparty

Aber eine vielseitige Band in wenigen Worten zu beschreiben, ist ja sowieso nur Mittel zu dem Zweck, die Leute in ein Konzert zu locken, wo sie sich selbst ein Bild machen können. Das erreichte in diesem Fall allerdings wohl eher der Umstand, dass Stock-Chef Charly Niehenke am Donnerstag seinen Geburtstag feierte und einen ausgab: Eintritt frei, gratis Essen und Trinken. Ohne die Party hätten „The Rad Trads“ leicht vor einem ziemlich leeren Saal stehen können. So war die Angelegenheit perfekt geregelt: Die Band hatte ein Publikum – und Charly Niehenke einen exklusiven Soundtrack für seinen Geburtstag.


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