Ganztagsangebot bald freiwillig Oberschule Hagen: Anmeldung zum neuen Schuljahr

Von Sina-Christin Wilk

Über ein maßgeschneidertes Angebot anstelle des verpflichtenden Ganztagsprogramms informierte jetzt die Oberschule Hagen. Sie nimmt nächste Woche die Anmeldungen fürs neue Schuljahr entgegen. Foto: Rupert WöhrmannÜber ein maßgeschneidertes Angebot anstelle des verpflichtenden Ganztagsprogramms informierte jetzt die Oberschule Hagen. Sie nimmt nächste Woche die Anmeldungen fürs neue Schuljahr entgegen. Foto: Rupert Wöhrmann

Hagen. Während der Trend zu flächendeckender Einführung eines verpflichtenden Ganztagsangebots in allen Schulformen geht, schafft die Oberschule dieses in der bestehenden Form mit Beginn des neuen Schuljahres ab. Was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt wirkt, ist gut begründet: Es soll ein maßgeschneidertes Angebot für Hagen a.T.W. mit großem Rückhalt geben.

Mit dem Beginn des Schuljahres 2018/2019 stehen zwei große strukturelle Veränderungen für die Oberschule an. Zum einen wird das Angebot um einen gymnasialen Zweig erweitert. Zum anderen wird der Ganztagsbereich grundlegend verändert. Seit der Gründung der Oberschule in 2011 wird sie als sogenannte teilgebundene Ganztagsschule geführt. Konkret bedeutet dies, dass die Schüler verpflichtet sind, sich an zwei Nachmittagen auf dem Schulgelände aufzuhalten und das angebotene Programm wahrzunehmen.

Erfahrungen ausgewertet

In den wenigen vergangenen Jahren wurde hier mehrfach umgestaltet, um den größtmöglichen Mehrwert für die Schüler zu erzielen. So wurden Unterrichtsstunden in den Nachmittagsbereich gelegt und schließlich wieder aus dem Lehrplan verbannt. „Wir haben Erfahrungen gesammelt und die Ergebnisse ausgewertet“, berichtet Schulleiter Simon Borgers.

Attraktives Programm

Nach und nach entwickelte sich ein attraktives Programm, das die Schüler nicht nur abholt, sondern begeistert. Jeder fünfte der rund 430 Schüler engagiert sich beispielsweise im Schulorchester. In Kooperation mit der Jugendmusikschule erhalten die Schüler die Möglichkeit, Gesangsunterricht zu nehmen oder diverse Instrumente zu erlernen. Das naturwissenschaftliche Angebot erfolgt in Partnerschaft mit dem Deutschen Wetterdienst und erhält Fördermittel. Auch Sportangebote und Schach sind stark gefragt. Je nach Thema betreuen Sportler, Fachlehrer oder externe pädagogische Kräfte das vielseitige Ganztagsangebot und gewährleisten gleichbleibende Qualität.

Wunsch der Eltern

Warum also das Angebot von verpflichtend in freiwillig überführen? Hierbei handelt es sich um einen Wunsch, den die Eltern geäußert haben, und den sowohl Schule als auch Gemeinde unterstützen. „Diese Entwicklung ist untypisch, da landesweit mehr Ganztagsschulen entstehen. Aufgrund der Sozialstruktur in Hagen wird die Notwendigkeit aber nicht gesehen“, so Borgers.

Ergänzung zu Vereinsaktivitäten

Der Ganztag soll ab dem 1. August eine Ergänzung zu den vielseitigen Vereinsaktivitäten in Hagen darstellen und diesen zeitlich nicht im Wege stehen. „Wir haben ein gutes Freizeitangebot, das genau das abdeckt, was sonst der verpflichtende Ganztag auffangen würde“, führt Borgers aus und ergänzt: „Die Betreuung ist sichergestellt. Niemand, der das Ganztagsangebot nutzen möchte, wird abgewiesen.“ Die Initiative zur Umsetzung ging vom Rat der Gemeinde aus. Auch bei der Schulbehörde habe man der Oberschule den Rücken bei der entsprechenden Antragsstellung gestärkt.

Anmeldetermine zum Jahrgang 5

Die Anmeldungen zum Jahrgang 5 des neuen Schuljahres finden am 18. und 19. April jeweils von 8 Uhr bis 16 Uhr in der Oberschule Hagen, Schopmeyerstraße 20, statt. Eltern werden gebeten, das letzte Zeugnis ihrer Kinder mitzubringen.