Bauausschuss sucht Lösungen Mehr Wohnraum und Krippenplätze für Hagen

Von Petra Pieper

Der hintere Teil der alten Fleischerei Konersmann soll abgerissen werden. Was mit der frei werdenden Fläche geschehen soll, wird weiterhin in den Ausschüssen der Gemeinde Hagen diskutiert. Fest steht: Der Ortskern soll an Lebendigkeit gewinnen. Foto: Jörn MartensDer hintere Teil der alten Fleischerei Konersmann soll abgerissen werden. Was mit der frei werdenden Fläche geschehen soll, wird weiterhin in den Ausschüssen der Gemeinde Hagen diskutiert. Fest steht: Der Ortskern soll an Lebendigkeit gewinnen. Foto: Jörn Martens

Hagen. Hauptthema der vergangenen Sitzung des Planungs- und Bauausschusses war die Bereitstellung von Bauland zum Zweck der Wohnbebauung sowie die Suche nach Platz für zwei weitere Krippengruppen.

Die Gemeinde ist stets bestrebt, Nachverdichtungsmöglichkeiten für das Bauen in zweiter Reihe oder auf anderen bisher unbebauten Grundstücken zu schaffen. In diesem Bemühen empfahl der Ausschuss einstimmig, die elfte Änderung des Bebauungsplans 9 „Gemeindezentrum“ als Satzung zu beschließen. Anders als anfangs vorgesehen, können damit letztlich aber nur zwei Bauplätze am Brooksweg geschaffen werden. Gutachterlich festgestellte Geruchsimmissionen durch einen nahegelegenen landwirtschaftlichen Betrieb verhindern weitere Neubebauung in dem überplanten Bereich, wie Ortsplaner Stefan Lehmann vom hinzugezogenen Ingenieurbüro erklärte. „Schade, dass wir nicht mehr nachverdichten können“, bedauerte Günter Rolf (SPD), und auch Christian Engelmeyer (CDU) fand die Einschränkung „überraschend“. Dennoch sprachen sich alle Ausschussmitglieder einstimmig für die Änderung aus.

Nachverdichtung für Bauland

Ebenfalls einstimmig empfahl der Ausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein neues, kleines Wohngebiet in Natrup-Hagen. In nördlicher Ortsrandlage an der Straße „In den Fleeten“ konnte die Gemeinde durch Verhandlungen mit einem Landwirt ein knapp einen Hektar großes Areal für die Ausweisung von Wohnbauflächen gewinnen. Der Vollerwerbslandwirt soll nach Worten von Bürgermeister Peter Gausmann eine landwirtschaftliche Ersatzfläche bekommen. Für bestehende Pachtverträge von Altanliegern habe der Landwirt eine Kaufoption erbeten. Planer Lehmann führte aus, dass zwölf Kaufgrundstücke von etwa 500 bis 600 Quadratmetern entstehen könnten. Ob eventuell auch Reihenhäuser gebaut werden sollen, müssen die Fraktionen noch beraten. Von Stadtvillen riet der Planer auf der kleinen Fläche ab.

Bislang liegt lediglich ein städtebaulicher Entwurf vor, eine genaue Planzeichnung inklusive einer Lösung der Wasserabführung, nach der Ausschussmitglied Klaus Herkenhoff (CDU) gefragt hatte, werde nun erarbeitet, so Lehmann. In diesem Zusammenhang wies Reinhard Wittke (SPD) auf eine „schützenswerte Eiche“ im Plangebiet hin. Die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 125 „In den Fleeten“ soll, weil die Flächen schnell benötigt werden und weil das Baurecht, befristet bis Ende 2019, die Möglichkeit dazu bietet, im beschleunigten Verfahren nach §13b Baugesetzbuch erfolgen.

Zwei neue Krippenräume

Angesichts steigender Geburtenzahlen, einer von allen Fraktionen als sehr erwünscht gewürdigten Tatsache, steigt nicht nur die Nachfrage nach Wohnraum, es werden auch mehr Krippenplätze benötigt. Der Planungsausschuss beschäftigte sich mit der Möglichkeit, an den bestehenden Christophorus-Kindergarten zwei Gruppenräume nach Westen anzubauen. In der vorhandenen Wohnung sollen zudem Nebenräume und ein 30 Quadratmeter großer Gruppenraum geschaffen werden. Durch den Erweiterungsbau würden die bisherigen Auto-Stellplätze auf dem Grundstück entfallen. Hierfür soll rund um den benachbarten öffentlichen Spielplatz Ersatz geschaffen werden. Um mehr Flexibilität auch für weitere künftige Planungen zu gewinnen, wurde überlegt, auch die Spielplatzfläche als mögliche Gemeinbedarfsfläche auszuweisen. „Das heißt aber nicht, dass wir den Spielplatz wegrationalisieren wollen“, unterstrich Klaus Herkenhoff. Bei einer Enthaltung empfahl der Ausschuss, den Bebauungsplan Nr. 153 „Glasesch IV.Teil“ entsprechend zu ändern. Weitere Beratungen zu dem Thema werden im Familienausschuss sowie in weiteren Sitzungen des Planungsausschusses erfolgen.

Erweiterungsmöglichkeit absichern

Eine Gemeinbedarfsfläche soll auch für die Freiwillige Feuerwehr im Bebauungsplan Nr. 155 „Görsmannstraße II.Teil“ festgelegt werden. Das der Ortswehr Niedermark benachbarte Grundstück Görsmannstraße 22, das vor Kurzem von der Gemeinde angemietet werden konnte, könnte eines Tages für eine Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses bedeutsam werden. Diese Option soll durch den bei einer Enthaltung einstimmig gefassten Beschluss planungsrechtlich abgesichert werden.

Gibbenhoff

Neu der Tagesordnung hinzugefügt wurde auf Wunsch der SPD die Darstellung der Ergebnisse einer Umfrage zur Neugestaltung des Gibbenhoffs. Im März hatte die SPD knapp 100 Menschen befragt, wie sie sich eine Nutzung des freien Geländes in der Ortsmitte vorstellen, das nach dem für den Frühsommer geplanten Abriss der Konersmann-Betriebsgebäude entsteht. Die Vorschläge reichten laut Reinhard Wittke von Spielplatz über Grünfläche („Kirschkernplatz“, Wasserspiele oder Hundewiese) und sportliche Nutzungen (Basketballplatz, Skatepark, Mountainbikeparcours) bis hin zur Schaffung von Wohnraum für ältere Menschen. Der Tenor sei, dass der Ortskern wieder belebter werden müsse, dass die Fläche zur Stärkung von Zusammenhalt, Gemütlichkeit und Attraktivitätssteigerung genutzt werden sollte, sagte Wittke.

Bürgermeister Gausmann dankte für die Initiative, die in den Rahmen der von der Verwaltung gestarteten Umfrage passe. „Wir haben keinen Zeitdruck“, machte Gausmann klar und empfahl, die Sache in den Fraktionen weiter zu besprechen. Das Wohnhaus Konersmann soll saniert und unter anderem für ein soziales Wohnprojekt genutzt werden.