Neuer Gynäkologe in Hagen David Lauxtermann übernimmt Hakim Karims Praxis

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Am 1. April übernimmt David Lauxtermann die gynäkologische Praxis von Hakim Karim (links) in Hagen. Foto: Michael PohlAm 1. April übernimmt David Lauxtermann die gynäkologische Praxis von Hakim Karim (links) in Hagen. Foto: Michael Pohl

Hagen. Am 1. April übernimmt David Lauxtermann die Praxis von Hakim Karim. Damit geht nicht nur die Dienstzeit des erfahrenen Gynäkologen zu Ende, sondern auch ein Beispiel erfolgreicher beruflicher Integration.

„Ich kam mit 19 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland“, erinnert sich der im Februar 1948 in Kabul geborene Mediziner. In seinem Heimatland am Hindukusch besuchte Karim zunächst eine deutsche Schule, die er schließlich als einer von zwei Jahrgangsbesten mit dem Abitur abschloss. Schon zu damaliger Zeit habe seine Schule Stipendien an erfolgreiche Schüler vergeben, so Karim weiter. Daher sei es ihm möglich gewesen, ein Studium in Deutschland zu beginnen.

Studium im hohen Norden 

Dieses führte ihn dann in den Norden der Republik. Hier begann er seine medizinische Ausbildung mit dem Studium der Allgemeinmedizin an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel. Besonders die Anfänge seiner Studienzeit und seine ersten Jahre in Deutschland sind dem heute in Hagen ansässigen Frauenarzt im Gedächtnis geblieben. „Ausländische Studenten waren sehr willkommen.“

Mit diesen Erinnerungen verknüpft Karim bis heute das Gefühl, am Anfang gut aufgenommen worden zu sein. Weil in dem großen Gebiet der Frauenheilkunde viele positive Elemente, wie etwa die Geburtshilfe, enthalten seien, habe er im Rahmen seiner Studien beschlossen, Gynäkologe zu werden. Bestärkt in seiner Berufswahl habe ihn auch der Umstand, dass seine Schwester als Hebamme tätig war.

Angesprochen auf die medizinische Versorgung von Frauen in muslimischen und europäischen Ländern, konnte Karim nur wenige Unterschiede ausmachen. „Auch in Afghanistan arbeiten Männer als Gynäkologen.“ Jedoch sei in seinem Heimatland sicherlich das Schamgefühl der Patientinnen höher, wenn man sich von einem Mann untersuchen lasse.

Seit 36 Jahren als Arzt in Hagen

Seine weitere Ausbildung zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe schloss Karim schließlich 1981 am Franziskushospital in Georgsmarienhütte ab. Im Folgejahr seiner erfolgreichen Facharztprüfung ließ er sich mit einer eigenen Praxis in der Kirschgemeinde nieder.

Obwohl in den letzten Jahren mit den Flüchtlingsströmen auch viele Migrantinnen nach Deutschland kamen, machen diese nach Aussage von Karim nur einen kleinen Teil seines Patientenstamms aus. Am 1. April übergibt er seine Praxis an David Lauxtermann. Der Gynäkologe möchte sich mit der Übernahme den Wunsch nach mehr beruflicher Freiheit erfüllen.

Seine Karriere begann Lauxtermann zunächst mit dem Besuch des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in Osnabrück. Nach dem Abitur absolvierte er seine medizinische Ausbildung an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Auf seinem weiteren Weg zum Facharzt für Frauenheilkunde schlossen daran mehrere Stationen von Westerstede bis Osnabrück an.

Betreuung von Patientinnen als Herzensangelegenheit

Zuletzt war Lauxtermann in der Position eines Oberarztes als Zentrumskoordinator im Endometriosezentrum des Krankenhauses St. Elisabeth in Damme tätig. Er habe immer die langfristige Patientenbetreuung vermisst, gab der erfahrene Spezialist auf Nachfrage als Grund für seine kommende Selbstständigkeit an. „Im Klinikalltag sieht man die Patienten oft wenige Tage.“ Weil ihm aber die Begleitung seiner Patientinnen am Herzen liege, habe er sich zur Übernahme der Praxis entschlossen.

Während Lauxtermann voller Erwartung die Neueröffnung der Praxis im Blick hat, zieht es Karim zurück in den Norden. Da seine Frau aus Hamburg stamme und er weitere familiäre Bindungen dort habe, werde er seine künftige freie Zeit nutzen, um die Vorzüge der Hansestadt zu genießen, so Karim abschließend.


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