Schutz vor Trickbetrügern Nepper, Schlepper, Bauernfänger bei der KAB Hagen

Von Werner Barthel

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Vorsicht Falle: Polizeioberkommissarin Sandra Middelberg erklärte den KAB-Rentnern, wie sie sich vor Betrügern schützen können. Foto: Manfred HeinschVorsicht Falle: Polizeioberkommissarin Sandra Middelberg erklärte den KAB-Rentnern, wie sie sich vor Betrügern schützen können. Foto: Manfred Heinsch

Hagen. „Das könnte mir nie passieren!“ – Diese Behauptung ist immer wieder zu hören, wenn jemand Betrügern mit dem Enkeltrick auf den Leim gegangen ist. Und doch ist regelmäßig vor allem von Senioren zu lesen, die auf diese Weise große Summen bezahlt haben, weil sie einem Angehörigen oder Enkel aus vermeintlicher Not helfen wollten.

Auch die Rentner der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Hagen wollten wissen, mit welchen Tricks Kriminelle arglosen Opfern das Geld aus der Tasche ziehen. Und vor allem ging es ihnen um die Frage, wie man mit ungebetenen Besuchern oder Anrufern umgeht. 75 Interessierte ließen sich im Saal unter der Martinuskirche von Polizeioberkommissarin Sandra Middelberg, Sachbearbeiterin Prävention bei der Polizei Georgsmarienhütte informieren.

Warum Senioren?

„Dass immer wieder Senioren auf die Maschen und Tricks per Anruf oder Hausbesuch hereinfallen, ist kein Wunder“, führte sie aus. „Senioren sind häufiger in ihrer Wohnung anzutreffen, sie sind leicht ansprechbar und haben stets ein offenes Ohr für die Nöte anderer.“

Wer sich an der Haustür auf ein längeres Gespräch einlässt, hat häufig schon verloren. Da bittet jemand um eine Spende oder macht gar eine persönliche Notlage geltend. „Man will nicht unhöflich sein oder ist gar von dem geschilderten Schicksal berührt und fühlt sich angesprochen.“ Oft sind mehrere Betrüger gleichzeitig beteiligt. „Dabei gehen sie in ‚Arbeitsteilung‘ vor. Während einer sein Gegenüber in ein längeres Gespräch verwickelt, hat sein Kumpan längst einen Eingang hinter dem Haus gefunden und durchsucht systematisch alle Räume nach Wertgegenständen.“

Keine Verträge an der Haustür

Vorsicht ist aber auch bei Vertragsabschlüssen an der Haustür angesagt. Häufig genug sind zum Beispiel Zeitschriftenabos mit weiteren Verpflichtungen gekoppelt. Immer wieder kommt es dabei vor, dass diese Verträge vordatiert sind, um einen anschließenden Rücktritt unwirksam zu machen, weil die vorgeschriebene Frist nicht eingehalten wurde.

Böse Folgen können auch die Anrufe von Trickbetrügern haben, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben. Sie versetzen ein Opfer mit der Information in Angst und Schrecken, dass aus den Unterlagen einer leider nur zum Teil verhafteten Einbrecherbande hervorgeht, dass der Angerufene noch in dieser Nacht von den Flüchtigen heimgesucht werden soll. Um Schaden abzuwenden, bieten sich die vermeintlichen Polizisten an, Bargeld und Schmuck zu verwahren, bis der Rest der Bande dingfest gemacht ist.

Falsche Handwerker

Selbst Ganoven, die sich als Dachdecker ausgeben, werden immer noch willkommen geheißen. Für einen Schnäppchenpreis bieten sie sich an, Rinnen zu reinigen. Doch dann werden noch Schäden am Dach festgestellt. „Diese Reparaturen sind häufig erst durch die ‚Nachhilfe‘ der Kriminellen entstanden. Am Ende muss der Geschädigte eine horrende Summe bezahlen.“

Enkeltrick

Grundsätzlich solle man keine Fremden ins Haus lassen. „Lassen Sie die Schließkette eingerastet und unterhalten Sie sich lediglich durch den Türspalt mit ihm.“, riet Middelberg. Das gilt auch zum Beispiel für Leute, die sich als Handwerker ausgeben, die einen bestimmten Auftrag durchführen sollen. In diesem Fall bittet man um die Telefonnummer der Firma. „Die Ankündigung eines Anrufs kann diesem Spuk dann schnell ein Ende setzen.“

Kommt einem ein Hausbesuch nicht ganz koscher vor, sollte man nicht davor zurückschrecken, den Notruf 110 zu wählen. Oder man bittet einen anderen Hausbewohner oder Nachbarn, dem Gespräch beizuwohnen. Zum Enkeltrick riet Middelberg, die Ruhe zu bewahren und sich zunächst mit Verwandten in Verbindung zu setzen – keinesfalls sollte man auf Druck irgendwelche Zahlungen veranlassen.


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