Familienfeier mit Ingo Oschmann Comedian bringt Hagener Publikum zum Toben

Von Andreas Wenk

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Mit seinem Programm  „Wunderbar, es ist ja so!“ begeisterte der Comedian Ingo Oschmann am Sonntagabend das Publikum in der Gaststätte Stock. Sein Motto lautete: „Lach kaputt, was dich kaputt macht.“ Foto: Andre HavergoMit seinem Programm „Wunderbar, es ist ja so!“ begeisterte der Comedian Ingo Oschmann am Sonntagabend das Publikum in der Gaststätte Stock. Sein Motto lautete: „Lach kaputt, was dich kaputt macht.“ Foto: Andre Havergo

awen Hagen. Mit seinem Programm „Wunderbar, es ist ja so!“ begeisterte der Comedian Ingo Oschmann am Sonntagabend das Publikum in der Gaststätte Stock. Sein Motto lautete: „Lach kaputt, was dich kaputt macht.“

Ein bisschen hat der Abend etwas von Papas 50. Geburtstag. Alle sind noch recht gut beieinander, die Zeiten der Kalauer sind vorbei, man hat die eine oder andere gemeinsame Leiche im Keller, niemand muss sich mehr beweisen, jeder kennt jeden und niemand will dem anderen etwas Böses. Wenn dann noch einer wie Ingo Oschmann auf der Bühne steht, die eigenen kleinen wie großen Schwächen ebenso wie die der anderen als Pointen aneinanderreiht und dabei niemanden im Publikum aus den Augen verliert, dann fühlt sich das an wie eine perfekte Familienfeier.

Respekt und Präzision sind wichtig

Nicht immer hält sich Oschmann an seine guten Vorsätze. Er will keine Witze über Merkel, Trump und Co. oder auf Kosten seines Saal-Publikums machen. Beim US-Präsidenten Trump macht er gleich zu Beginn eine Ausnahme und im Dauergespräch mit den Gästen blitzt hier und da eine nie ernst oder böse gemeinte Spitze durch. Respekt scheint Oschmann wichtig zu sein, ebenso Präzision. Jede Anspielung, jede Geste und das Timing stimmen genauso wie jede vermeintliche Irritation, insbesondere aber jede seiner Beobachtungen. „Woher kennt der mich“, diese Frage hat er seinen Gästen gleich zu Beginn prophezeit und sollte Recht behalten. Für Oschmann ist Stand-Up-Comedy der kleinste gemeinsame Nenner. „Solange Du die Füße unter meinen Tisch steckst“, ist einer jener Sätze, die garantiert jeder aus seiner Jugend kennt und die ein Gefühl kollektiver Solidarität im Saal erzeugen.

„Lach kaputt, was Dich kaputt macht“

Frei nach dem Motto „Lach kaputt, was Dich kaputt macht“ entfaltet jeder Sketch zugleich therapeutische Wirkung. Ebenso die Lacher über Wesenszüge und Verhaltensmuster, die jeder an sich, Partnern oder Kollegen schon bemerkt hat. Hinzu kommen alltagsphilosophische Betrachtungen. Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ setzt Oschmann die Aufforderung zum Glücklichsein entgegen. Seinem bescheidenen Credo „Dazu braucht es nicht viel. Ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und Menschen, die einen lieben“ kann niemand widerstehen. Es verströmt wohlige Zufriedenheit. Überhaupt präsentiert sich Oschmann als Menschenfreund und Familienmensch, ohne sich anzubiedern. Es sind die kleinen Randbemerkungen und seine Aufmerksamkeit im Dauerfeuer der Lachsalven, mittels derer der Comedian seinem Publikum das Gefühl vermittelt, einen neuen Freund gewonnen zu haben, etwa so wie er in den Veranstaltern Karin, Michael und Fabian Meldau neue Freunde gewonnen hat. Oschmann vergisst aber auch nicht, sich bei allen anderen namentlich zu bedanken, die den Abend zum Erfolg geführt haben. Und natürlich waren das Publikum in Hagen und der Veranstaltungsort im Gasthaus Stock ganz wunderbar.

Außerordentliche Professionalität

Dass man es dem Komiker abnimmt, offenbart die außerordentliche Professionalität des Nachbarn aus Bielefeld. Scheinbar unzusammenhängend flicht er seine Szenen aneinander. Zur Halbzeitpause outet sich Oschmann als ausgeprägtes 80er-Jahre-Kind, das sich aus Liebe zur Nachbarstochter mit Leggings und Stulpen in ihrem Jazz-Tanz-Kurs angemeldet hat. Als er sich schließlich seiner Kleidung entledigt und sein darunterliegendes Outfit von damals zur Schau stellt, zeigt sich anhand von ein paar Schriftzügen auf T-Shirt und Hose, dass er nichts dem Zufall überlässt und die Show perfekt inszeniert ist.

Oschmann verblüfft mit Menschenfreundlichkeit

Bereits nach fünf Minuten tobte der Saal und Oschmann hatte das Publikum auf seiner Seite. Ob mit Zaubertricks oder als Zugabe mit einem magischen Quadrat, Oschmann mag es, seine Gäste zu verblüffen, auch mit seiner Menschenfreundlichkeit. In der Pause räumt er selbst die Bühne auf, mischt sich anschließend unter das Publikum und bittet bei Literaturempfehlungen, die Werke beim Buchhändler um die Ecke statt im Internet zu bestellen, weil das Arbeitsplätze sichert. Das erinnert an einen alten Pur-Text, denn er macht es einem wirklich nicht leicht, ihn nicht zu mögen.


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