Festgottesdienst für Pastor Langemann Seit 25 Jahren Sorge für die Seelen in Gellenbeck

Von Werner Barthel

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Den Ginkgobaum, dessen Stamm sich hinter Pastor Wolfgang Langemann in die Höhe streckt, hat er vor 25 Jahren als kleines Pflänzchen mit nach Gellenbeck gebracht. „Inzwischen er an die sieben, acht Meter hoch – wie doch die Zeit vergeht!“ Foto: Werner BarthelDen Ginkgobaum, dessen Stamm sich hinter Pastor Wolfgang Langemann in die Höhe streckt, hat er vor 25 Jahren als kleines Pflänzchen mit nach Gellenbeck gebracht. „Inzwischen er an die sieben, acht Meter hoch – wie doch die Zeit vergeht!“ Foto: Werner Barthel

Hagen. In seiner Gemeinde erfreut er ich hoher Wertschätzung: Pastor Wolfgang Langemann sei jedem zugewandt, „geerdet“, einfühlsam, fände in jeder Situation den richtigen Ton und besäße eine gehörige Portion Humor. Am kommenden Sonntag, 25. Februar, feiert der Pastor der katholischen Mariä Himmelfahrt Kirchengemeinde sein 25-jähriges Ortsjubiläum.

Der gebürtige Osnabrücker hatte zwar bereits in Kindertagen Interesse am Priesterberuf gezeigt, aber zunächst nie ernsthaft ein Theologiestudium in Erwägung gezogen. Stattdessen absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete einige Jahre in einem Osnabrücker Unternehmen. Den Stein ins Rollen brachte eine Romfahrt. „Ein Mitreisender, mit dem ich mich angefreundet hatte, erzählte begeistert von der Ausbildung zum Diakon, die er in seinem Bistum begonnen hätte“. Als dann auch im Bistum Osnabrück Diakone gesucht wurden, meldete er sich an in der Gewissheit, jetzt auf dem richtigen Weg zu sein.

Der Weg ins Priesteramt

Nach der dreijährigen Ausbildung stand eine schwierige Frage an: Sollte er diese Aufgabe ehrenamtlich oder hauptberuflich wahrnehmen? Langemann neigte zwar zu Letzterem, scheute aber zunächst vor dem Zölibat zurück, zu dem er sich dann verpflichten müsste. 1975 wurde er schließlich von Weihbischof Hubertus Brandenburg zum Diakon geweiht. Hauptberuflich.

Während seines vierjährigen Einsatzes im emsländischen Freren reifte dann der Entschluss, das volle Theologiestudium anzuschließen, um noch Priester zu werden. 1985 wurde er mit 41 Jahren im Dom zu Osnabrück zum Priester geweiht. Nach sieben Jahren als Vikar in Ankum wurde er vor nunmehr 25 Jahren gefragt, ob er die Pfarrstelle in Gellenbeck annehmen wolle. „Ich sagte ja, ohne zu ahnen, welch lebendige Gemeinde mich dort erwartete.“ Mit Freuden stürzte er sich in die Arbeit. Bereits wenige Wochen nach „Dienstantritt“ in der Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt im Februar 1993 hatte sich Wolfgang Langemann einen ersten Überblick über das Gellenbecker Gemeindeleben verschafft- und war begeistert: „Vom ersten Tag an haben mich Engagement und Hilfsbereitschaft tief beeindruckt“, erinnert sich der 73-Jährige. „Ich hatte und habe den Eindruck, alle ziehen an einem Strang zum Wohl der Gemeinde.“Da wollte er sich gleichfalls mit ganzer Kraft einbringen. „Ob beim Taufgespräch, einer Beerdigung, einem Hausbesuch oder einer Trauung, immer war ich mit vollem Einsatz dabei.“ Verständnisvoll begegnet er Kindern, für Trauernde findet er die richtigen Worte und hat für alle Sorgen und Anliegen ein offenes Ohr.

Wenn die Seelsorger-Seele Schaden nimmt

Sein stetes Bemühen, sein Einsatz Tag und Nacht haben ihren Tribut gefordert. Langemann: „Ich wollte allen ein Stück von dem zurückgeben, was sie mir jeden Tag schenken. Und dabei habe ich zu spät gemerkt, dass ich mich körperlich und seelisch völlig verausgabt habe“, erinnert er sich an die dunkelsten Stunden seiner Amtszeit. Zwei Burnouts waren die Folge.

Sein Hausarzt hatte ihn ständig gewarnt: „Wenn ich solchen Raubbau mit meinem Körper treiben würde wie du, wäre meine Praxis bald geschlossen.“ Der Arzt hatte kommen sehen, was um das Jahr 2000 unvermeidlich war: Elf Wochen dauerte es, bis Langemann sich in einer Klinik von dem ersten Burnout einigermaßen erholt hatte. Obwohl noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, versah er in den nächsten Jahren wieder seinen Dienst, ohne sich zu schonen. Bis ihn der zweite Zusammenbruch mit voller Wucht traf. Pastor Langemann: „Lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, jemals wieder vor meine Gemeinde treten zu können.“

Gemeindeleitung abgeben

„2012, bei einem Spaziergang, hat es plötzlich ‚Klick‘ gemacht“, erzählt er. „Ich erkannte den für mich einzig richtigen Weg. Ich bin Seelsorger, und das wollte ich bleiben. Aber mit Rücksicht auf meine Gesundheit musste ich fortan die Leitung meiner Kirchengemeinde abgeben.“ Der Zusammenschluss der beiden Hagener Kirchengemeinden zu einer Pfarreiengemeinschaft ebnete den Weg: Pastor Josef Ahrens übernahm die Leitung beider Gemeinden als Pfarrer, Pastor Langemann wurde „Pastor zur Mitarbeit“ und konnte sich fortan auf die rein seelsorglichen Tätigkeiten konzentrieren.

Freundschaftliche Ökumene

Zwei wichtige Entwicklungen erlebte er in den vergangenen Jahren. Zum einen rücken Protestanten und Katholiken in Hagen immer enger zusammen. Langemann: „Zu Pfingsten, zum Gemeindefest, bei Schulentlassungen und anderen Gelegenheiten feiern wir ökumenische Gottesdienste. Auch bei Fragen, die von Bedeutung für unsere Gemeinden sind, stimmen wir uns mit Pastor Stefan Wagner ab. Unsere Zusammenarbeit ist inzwischen vertrauensvoll, ja, freundschaftlich.“

Zum anderen habe sich die Beerdigungskultur geändert. Langemann: „Gab es während meiner ersten 18 Jahre hier in Gellenbeck lediglich eine Urnenbestattung, wird in letzter Zeit immer mehr diese Bestattungsform gewählt.“

Zwei Gründe sieht Langemann für diese Entwicklung: „Viele Angehörige leben nicht mehr in Hagen und können sich nicht in geeigneter Form um die Pflege der Gräber ihrer Familie kümmern“, vermutet er. Zum anderen hat sich die Lebenssituation der Menschen gewandelt: „Anstelle der Großfamilien mit Familiengräbern leben viele heute als Singles oder in Kleinfamilien, wobei die Einrichtung von Kolumbarien in Hagen und Georgsmarienhütte das Umdenken in der Gesellschaft noch unterstützt.“

Der Festgottesdienst zum Ortsjubiläum beginnt am Sonntag um 10 Uhr in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Gellenbeck. Anschließend ist ein Empfang im Kindergarten St. Marien, Kirchstraße 3 a, geplant.


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