Für bessere Anbindung der Ortsteile Hagen prüft Anrufbus nach Sudenfeld

Von Wolfgang Elbers

Eine Anrufbus-Variante: das GMHütter Modell mit einem extra angeschafften Fahrzeug. Für Hagen ist im Gespräch, dass ein Taxiunternehmen die Fahrten übernimmt. Foto: Archiv/GründelEine Anrufbus-Variante: das GMHütter Modell mit einem extra angeschafften Fahrzeug. Für Hagen ist im Gespräch, dass ein Taxiunternehmen die Fahrten übernimmt. Foto: Archiv/Gründel

Hagen. Das Ziel verfolgt die Gemeinde seit Langem: Die Busverbindungen zwischen den Hagener Ortsteilen sollen verbessert werden. Jetzt gibt es einen Vorschlag, wie insbesondere Sudenfeld durch ein Anrufbus-Angebot in den bestehenden Nahverkehrstakt eingebunden werden kann.

So nah an einer bezahlbaren Lösung für eine Ausweitung des bestehenden Buslinien-Konzepts, um Sudenfeld und Natrup-Hagen besser zu integrieren, ist die Gemeinde bisher noch nie gewesen.

Die Kosten: Mit knapp 12000 Euro jährlich hat Nahverkehrs-Fachmann Harald Schulte von der „PlanOS“ (Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück) die Kosten veranschlagt, um eine von Taxis bediente stündliche Anrufbus-Linie vom Ortszentrum nach Sudenfeld einzurichten. Noch einmal voraussichtlich 18000 Euro per anno teurer käme es, wenn das Angebot in die entgegengesetzte Richtung um einen Verbindungs-Arm nach Bad Iburg erweitert würde.

Die von dem „PlanOS“-Vertreter angegebenen Summen beziehen sich auf eine 25-prozentige Nutzung (täglich fünf Fahrten) der stündlichen Anrufbus-Linie per Taxi. Werden nur 15 Prozent – im Schnitt drei Fahrten pro Tage – der zwischen 9 und 18 Uhr angebotenen 20 Fahrplan-Verbindungen wahrgenommen, verringert sich die Summe auf 7000 Euro für das Linien-Teilstück Richtung Sudenfeld. Für den Streckenarm nach Bad Iburg fielen bei der geringeren Abruf-Frequenz 11000 Euro an Kosten an.

Stunden- oder 30-Minuten-Takt

Das mögliche Angebot: „So ein bedarfsgesteuertes Angebot ist für Gemeinden wie Hagen ein spannendes Thema“, erläuterte Schulte, welche Chancen sich durch den Anschluss Sudenfelds an das bestehende Linien-Netz bieten. „Sie können hier durch die neuen Verbindungen zwei Bereiche ins Bus-Angebot integrieren, die bisher vom öffentlichen Personen-Nahverkehr nicht bedient werden“, machte er weiter deutlich.

Dann hätte Hagen neben der im 20-Minuten-Takt vom Ortszentrum von und nach Osnabrück verkehrenden Stadtbus-Linie 473 sowie der stündlichen 463-Verbindung über GMHütte nach Osnabrück und der über Gellenbeck, Natrup-Hagen und Hasbergen führenden durchgebundenen Linie 493 auch endlich Sudenfeld ans Nahverkehrsnetz angebunden. Schulte: „Sie würden hier eine bisherige Lücke schließen.“

Taxi statt Kleinbus: Um die Kosten gering zu halten, schlägt die „PlanOS“ vor, anders als beim seit dreieinhalb Jahren in GMHütte verkehrenden Anrufbus-Angebot nicht fest einen Kleinbus für die Linien-Fahrten vorzuhalten, sondern die Bedarfsverkehr-Zeiten durch ein örtliches Taxi-Unternehmen abzudecken. „Das ist die günstigste Lösung, da dann nur bedarfsgerecht kleine Fahrzeuge im Einsatz sind“, so der Nahverkehrsexperte.

Wenn Kunden das Anruf-Angebot nutzen wollen, müssen sie jeweils mindestens eine Stunde vor der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit den Fahrtwunsch über eine vorgegebene Telefonnummer, bei der sich dann entweder die Mietwagen-Zentrale oder ein Callcenter meldet, anfordern. Schulte: „Dann wird die Fahrt vom Taxi-Unternehmen durchgeführt, das den Bus-Kunden von der angegebenen Einstiegs-Haltestelle zum Ziel-Streckenhaltepunkt bringt.“ Es wird allerdings nur die „bestellte“ Strecke gefahren – ohne weitere Stopps.

Der vorgesehene Tarif: Die Kosten des Anrufbus-Tickets sollen sich nach dem von Schulte vorgestellten „PlanOS“-Konzept am normalen VOS-Tarif orientieren: „Dann haben sie eine klare Tarif-Struktur.“ Als Starttermin wäre zum Beispiel der zum Sommerferienende anstehende Fahrplanwechsel am 9. August denkbar, aber auch ein späterer Termin möglich. Es ist hier aber aus „PlanOS“-Sicht ein Vorlauf von rund fünf Monaten erforderlich.

PlanOS überarbeitet Konzept

Die offenen Punkte: Bei den Mitgliedern des Hagener Wege- und Verkehrsausschusses fand das vorgestellte Konzept für die Anbindung Sudenfelds grundsätzlich eine positive Resonanz. Statt einer Verbindung Richtung Bad Iburg wird aber von allen Ratsfraktionen eher favorisiert, statt eines Stundentakts alle 30-Minuten eine Verbindung von und nach Sudenfeld anzubieten. Auch bei der Streckenführung, die bisher vorsieht, Überschneidungen mit den bestehenden Linien zu vermeiden, wird von der Politik noch Nachbesserungsbedarf gesehen. Hier soll die Linienführung so gestaltet werden, dass die Strecke über die Sundenfelder Stationen Im Drehenbrook, Jakob, Schule und Berelsmann bis nach Gellenbeck weitergeführt wird.

Die Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück wird die Anregungen jetzt noch einmal prüfen und dann voraussichtlich in der nächsten Ausschusssitzung im Frühjahr ein überarbeitetes Linien-Konzept vorstellen.