220000 Euro Fördergelder Hagener Hallenbad wird in den Sommerferien groß saniert

Von Wolfgang Elbers

Im kommenden Sommer wird das Hagener Freibad kostenloses WLan bieten. Foto: Gert WestdörpIm kommenden Sommer wird das Hagener Freibad kostenloses WLan bieten. Foto: Gert Westdörp

Hagen. Die Ausschreibung der Gemeinde läuft derzeit: In den Sommerferien wird das Hallenbad am Schulzentrum mehrere Wochen schließen, da umfangreiche Sanierungsmaßnahmen anstehen. Neben den Fensterfronten von Schwimmhalle, Cafeteria und Stiefelgang werden Herren-Duschen und Toiletten erneuert.

Möglich machen die umfangreichsten Sanierungsarbeiten im Hagener Hallenbad, seit 2004 die Übergabe der Bäder an die BWG erfolgt ist, Mittel des Landesprogramms zur Förderung der „Integrierten ländlichen Entwicklung“ (Zile), bei dem die Gemeinde zum Zuge gekommen ist. Die Förderzusage in Höhe von 220000 Euro der sich bei 300000 Euro bewegenden Gesamtkosten, liegt seit Oktober im Rathaus vor.

Betreiber BWG: Das ist ein großes Paket

Wie Tilo Frömmel, Prokurist der Bäder und Wasser GmbH (BWG) der Stadtwerke Lengerich (SWL), die auf Auftrag der Gemeinde das Hallen- und Freibad in Hagen betreiben, bei der Präsentation der Jahresbilanz 2017 ausgeführt hat, macht der Umfang der Arbeiten diesmal eine längere Schließung der Schwimmhalle in den Sommerferien notwendig: „Das ist ein großes Paket, das wir da vor uns haben. Sie müssen wahrscheinlich mit fast sechs Wochen statt der üblichen drei Wochen rechnen, die das Hallenbad normalerweise immer im Sommer wegen Wartungsarbeiten geschlossen ist.“

Das umfangreiche Sanierungsprogramm beinhaltet neben dem Austausch der Fensterfronten in Schwimmhalle, Cafeteria und Stiefelgang auch die Erneuerung defekter Lichtkuppeln. Außerdem werden neben der Erneuerung der Duschanlage der Männer die Toiletten modernisiert. Der Eingangsbereich bekommt ein barrierefreies WC und auch die Toiletten im Nass- und Stiefelbereich der Damen und Herren werden auf modernen Standard gebracht.

Besucherbilanzen

Nahezu auf Vorjahresniveau haben sich Besucherzahlen im vergangenen Jahr im Hallenbad bewegt. Die 59562 Badegäste (minus 1293 im Vergleich zu 2016) verteilen sich auf 41111 öffentliche Nutzer (41553 im Vorjahr), 8986 Schüler (10256), 5775 Vereinsmitglieder (5115) sowie 1529 (1822) VHS-Kursteilnehmer und 2161 (2109) sonstige Schwimmer. Eine Erklärung für die auffällig rückläufige Schulnutzung hatte Frömmel: „Hier fehlt eine Hasberger Schule, die bisher das Bad für Schwimmstunden bisher genutzt hat.“

Deutlich unerfreulicher ist die Freibadbilanz im vergangenen Jahr ausgefallen. Hier hat die BWG wegen des schlechten Sommerwetters einen Rückgang um rund 40 Prozent von 15620 auf 8939 kleine und große Badgäste verzeichnet. Frömmel: „Wir hatten in der gesamten Saison insgesamt nur rund vier Wochen Freibadtemperaturen.“ Die Hagener Zahlen wären dabei keine Ausnahme, sondern auch in den anderen BWG-Bädern sei das Ergebnis weit unter dem Vorjahr geblieben.

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Wasser erst Grün, dann braun

Allerdings musste er im Finanzausschuss einräumen, dass auch das wie im Vorjahr im Freibad aufgetretene Problem, dass sich das Beckenwasser verfärbt hat, hier einen Einfluss gehabt hat. Frömmel: „Wir hatten nach der im Sommer 2016 festgestellten Grünverfärbung durch Algen eine Fachfirma beauftragt, den Brunnen, aus dem Beckenwasser zugeleitet wird, zu sanieren. Die anschließende Wasseruntersuchung ließ auch darauf schließen, dass es keine Probleme mehr gibt. Aber dann ist im Juni eine Braunfärbung im Becken aufgetreten, was auf Eisen oder Mangan im Wasser hindeutete.“

Die sofort eingeleitete Ursachensuche ergab nach Frömmels Ausführungen: „Gesundheitlich unbedenklich, aber optisch natürlich ein Negativ-Thema.“ Man habe etwas sehen können, was messtechnisch gar nicht da gewesen sei, da keine erhöhten Eisen- oder Manganwerte im Wasser festgestellt werden konnten. Der BWG-Leiter: „Die intensive Ursachenanalyse nach Saisonende hat ergeben, dass die Verfärbung wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass eingebaute leistungsfähigere Pumpen dazu geführt haben, dass gelegentlich eine ,ungünstige Wasserqualität‘ im Grundwasser erreicht und eingespeist wird.“ Um solche Verfärbungseffekte in den Becken in der kommenden Saison zu verhindern, wird künftig direkt am Einspeisepunkt auf Auffälligkeiten geachtet und gegebenenfalls sofort auf Wasser aus der Gemeindeleitung umgestellt.

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Ab Sommer kostenloses WLan

Frömmel: „Insgesamt hat die Rückmeldung der Freibadbesucher ergeben, dass auch die zeitweise nicht gewährleistete Kiosk-Öffnung ein Problem war.“ Hier gibt es inzwischen eine neue Betreiberlösung.

Für dieses Jahr setzt er nicht nur auf besseres Sommerwetter, sondern auch auf eine verbessertes Angebot für die Gäste. Frömmel: „Wir werden zum Beispiel kostenloses W-Lan im Freibad bieten“, hofft er, dass mehr Hagener als Vorjahr dem BWG-Motto folgen: „Tauch mal wieder auf!“

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