Gelungener Start Erstes Repair Café in Hagen gut besucht

Von Claudia Sarrazin


Hagen . Nach einer fast zweijährigen Vorlaufzeit startete jetzt das erste Repair Café in Hagen, genauer gesagt im Gustav-Görsmann-Haus in Gellenbeck. Dort hatte ein zehnköpfiges Team verschiedene Stationen aufgebaut, an denen die Besucher mit fachkundiger Begleitung Kleidung oder Fahrräder, Schmuck oder Elektrogeräte reparieren konnten.

Friedhelm Apke empfing am Samstag die Hobbybastler, und alle, die es werden wollten. Sie mussten zunächst einen kleinen Laufzettel ausfüllen, bevor es ans Reparieren ging. „Wir hatten heute schon verschiedene Lampen, einen Mixer, eine Brotschneidemaschine, eine Kompaktanlage und einen Föhn. Elektrogeräte sind der Renner“, erklärte Apke mit Blick auf seine Unterlagen.

Gewusst wie

Den Besitzern der Elektrogeräte hatte Apke den Weg in den Keller gezeigt, wo sich in der frisch renovierten und neu eingerichteten Werkstatt unter anderem Werner Frommeyer und Michael Krüger dieser Dinge annahmen. Im Gegensatz zu den anderen Stationen konnten die Besitzer der defekten Elektrogeräte zwar Handlangerarbeiten übernehmen, doch ansonsten war Zuschauen statt selbst reparieren angesagt.

Spezialwerkzeug nötig

Finja (10) schaute genau zu, wie Krüger die Musikanlage ihrer Mutter aufschraubte. Der Lautstärkeregler war defekt. „Der befindet sich leider in einer geschlossenen Kapsel, da komme ich nicht dran“, musste Krüger Mutter und Tochter kurz darauf mitteilen. „Einmal ordentlich durchpusten“ könne jedoch vielleicht helfen. Diese Diagnose half den beiden schon weiter. Selbst aufgeschraubt hätten sie die Anlage nicht: „Gerade bei Strom habe ich echt Respekt, und mir hätte auch das Spezialwerkzeug gefehlt.“

Zweite Station

Eine Osnabrückerin hatte bereits an der Nähstation im Erdgeschoss mit Hilfe von Bärbel Spreckelmeyer und Annelies Wilhelm eine Strickjacke „gerettet“. Dank Spreckelmeyers Anleitung verdeckte nun ein Bügelbild einen unschönen Fleck. „Das ist super-toll und ging ganz einfach – wenn man weiß, wie“, so die Osnabrückerin, die nun Werner Frommeyer ihren defekten Autoschlüssel mit Clip überreichte. Der stellte fest: „Hier ist ein Stück Kunststoff abgebrochen, dass Druck auf die Batterie ausübt.“

Nicht alle Stationen gefragt

Jakob Wellenbrink im Kellerraum nebenan wartete derweil umsonst auf seinen Einsatz: Er war für den Bereich Fahrradreparatur zuständig und hoffte, auf künftige Einsätze, wenn die Radfahrsaison wieder startet. Auch Marlies Henke war mit ihrem Angebot, beim Aufziehen von kaputten Ketten und ähnlichen „Schmuckproblemen“ zu helfen, noch nicht zum Zug gekommen. Sie unterstützte daher den Café-Bereich. Unter anderem mit Janine Wille bot sie gegen Spende selbst gebackenen Kuchen, Kaffee und Kaltgetränke an: „Fast alle bleiben auf einen Kaffee“, freuten sich die beiden Frauen.

Gelungener Start

„Das hat wunderbar geklappt – auch das Café war gut besucht: Dort zu sitzen und zu plaudern gehört ja neben der Hilfe zur Selbsthilfe bei Reparatur Café mit dazu“, resümierte Mitorganisator Franz-Josef Spreckelmeyer nach dem ersten Repair Café. Außerdem schwärmte er von der „super Unterstützung“ durch die Kirchengemeinde, die politische Gemeinde, deren Ehrenamtsbereich sowie die Awigo und die anderen Repair Cafés in Stadt und Landkreis Osnabrück. Mit Letzteren stehen die Hagener im stetigen Austausch und nicht nur der Iburger Horst-Gunther Veldten war vorbei gekommen, um die Hagener beim Start zu unterstützen. Auch Veldten fand: „Das ist hier perfekt gelaufen, die Organisation hat geklappt, die Leute waren hochmotiviert, ein gelungener Start.“