Neuer Treffpunkt Offener Stilltreff zieht von Hasbergen nach Hagen

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Hagen. Zum „Offenen Stilltreff“ luden die beiden Hagenerinnen Katja Plietz und Sascia Harms seit Herbst 2017 ins Mütterzentrum Hasbergen ein. Da dieses inzwischen geschlossen hat, ist der Stilltreff umgezogen: Seit Anfang 2018 ist das Gustav-Görsmann-Haus in Gellenbeck der neue Treffpunkt.

Im Hagener Ortsteil Gellenbeck können Schwangere, Mütter mit ihren Babys, aber auch Großmütter seit Anfang des Jahres an jedem zweiten und vierten Montag im Monat von 9.30 bis 11 Uhr beim „Offenen Stilltreff“ der ehrenamtlichen Stillberaterinnen Katja Plietz und Sascia Harms im Gustav-Görsmann-Haus zusammenkommen.

Warum nun in Hagen?

Auf die Frage, warum die beiden nun in Hagen ihren Stilltreff anböten, antwortete Plietz mit der Gegenfrage: „Da wir beide aus Hagen kommen, ist die Frage eher, wieso bisher in Hasbergen?“ Und sie gab direkt die Antwort darauf: „Im Mütterzentrum wurde letztes Jahr Platz für eine Stillgruppe frei.“ Die Gemeinde Hasbergen sei auch sehr hilfsbereit bei der Suche nach neuen Räumen gewesen. Doch letztendlich hätten sie nichts Passendes gefunden. Vom Familienbüro der Gemeinde Hagen sei der Tipp mit dem Krabbelraum im Gustav-Görsmann-Haus gekommen. „Ich finde es prima, dass wir hier sein können, und bin sehr dankbar“, so Plietz, die mit Harms im ersten Stock des Hauses im Krabbelraum beim Stilltreff auch Spielmöglichkeiten für Geschwisterkinder anbieten kann.

Erfahrungsaustausch

Im Mittelpunkt der Treffen steht der Erfahrungsaustausch. Doch die beiden ehrenamtlichen Stillberaterinnen bereiten bei Bedarf auch zu bestimmten Themen Informationen auf. „Ich hätte früher nie gedacht, dass Stillen ein so umfangreiches Feld ist“, erklärte Plietz, die den vergangenen Stilltreff alleine leitete, da Harms krankheitsbedingt ausfiel. Und Plietz betonte: „Jeder kann etwas von den anderen lernen.“ Allerdings würden viele Mütter sich wohl nicht trauen, zu kommen. „Sie haben Angst vor Kritik oder festzustellen, dass sie etwas falsch machen“, erklärt die ehrenamtliche Stillberaterin, der es eine „Herzensangelegenheit“ ist, „möglichst jede Still-Beziehung zu retten beziehungsweise auf einen guten Weg zu bringen“. In diesem Zusammenhang wies sie darauf hin: „Stillen ist etwas, das tatsächlich gelernt werden muss.“ Außerdem ergäben sich je nach Kindesalter stets verschiedene Fragen.

Themen beim Stilltreff

Zu den Fragen, die die beiden Hagenerinnen beim Stilltreff beantworten gehört zum Beispiel: Warum will mein Baby zurzeit oder auch nur abends und nachts so häufig gestillt werden? Was tue ich gegen harte Stellen in der Brust oder bei Milchstau? Wie lange sollte ich stillen, und wie gestalte ich die Ergänzung um Beikost? „Wir halten uns an die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“, so Plietz. Diese liege bei mindestens sechs Monaten Stillzeit und danach parallel Stillen und Beikost bis zum zweiten Lebensjahr.

„Auch über wunde Brustwarzen würden wir sprechen, jedoch ist hierbei eine schnelle Hilfe erforderlich“, berichtete die Stillberaterin, die in diesem Fall zudem eine zeitnahe und kostenlose Einzelberatung empfiehlt.

Themen, die Schwangere vor allem interessierten seien beispielsweise die Vorteile des Stillens, erstes Anlegen beziehungsweise die ersten Tage sowie korrektes Anlegen. „Hier ist der Erfahrungsaustausch mit erfahrenen Müttern besonders wertvoll, so Plietz, die zudem betonte: „Stillprobleme sind normal, es gibt sie in allen Kulturen. Nur der ratgebende Clan fehlt vielen.“ Der Stilltreff könne diesen in Bezug aufs Stillen ersetzen. (Weiterlesen: Thema Kinder und Familie)

Weitere Angebote

Den „offenen Stilltreff“ organisieren Harms und Plietz gemeinsam als kostenloses Angebot, für das keine Anmeldung notwendig ist. Die beiden Frauen haben sich bei der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS) in einem siebenteiligen Kurs zur Stillberaterin weitergebildet. Außerdem haben beide eine Weiterbildung zum „Artgerecht-Coach“ gemacht. Diese basiert auf dem Buch und den daraus resultierenden Projekt „artgerecht“ von Nicola Schmidt. Die Autorin geht darin davon aus, dass sich das „biologische Urprogramm“ der Kinder seit der Steinzeit kaum verändert hat. Dazu gehört die Auffassung: Ein Baby solle getragen und gestillt werden, windelfrei sein und bei den Eltern schlafen dürfen. Das Aufwachsen in Kleinfamilien hingegen sei nicht „artgerecht“, da die Menschen dafür geschaffen seien, in Clans zu leben. Neben dem Stilltreff bieten beide Hagenerinnen Einzelberatungen und „artgerecht“-Coachings an. Und während Plietz zudem Stillvorbereitungskurse gibt, hat Harms noch eine Trageberatung im Programm.


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