Neue Dimensionen entdecken Delfi-Kurse für Babys in Hagen: Gemeinsam lernen

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Hagen. In Hagen trifft sich regelmäßig die Delfi-Gruppe im Gemeindehaus der Melanchthon-Kirchengemeinde. Seit August wird hier einmal die Woche gesungen, gespielt, geredet und gelacht. Das Ziel: Babys sollen auf spielerische Art mit allen ihren Sinnen die Welt entdecken. Den Eltern wird in den Kursen Sicherheit und Orientierung im ersten Lebensjahr ihres Kindes gegeben.

Die Abkürzung Delfi steht für: denken, entwickeln, lieben, fühlen und individuell. Der Fokus der Delfi-Kurse liegt auf dem gemeinsamen Lernen im ersten Lebensjahr eines Kindes. Dieses bundesweite Konzept gibt es seit 2014 in Stadt und Landkreis Osnabrück. „In den Kursen sollen Eltern unterstützt werden, ihre Kinder zu fördern und die Entwicklung des Kindes zu stärken“, sagt Melanie Arndt, Delfi-Koordinatorin der evangelischen Familienbildungsstätte (Fabi) in Osnabrück. „Es wird gesungen und sich bewegt, damit die Motorik und die Sprachfähigkeit gefördert werden.“ Die Fabi biete insgesamt neun Kurse an. Im Landkreis sind die Delfi-Veranstaltungen in Bad Laer, Ankum, Hasbergen und ganz neu auch in Hagen.

Sprachentwicklung und Feinmotorik

Lautes Lachen schallt aus dem Raum in dem Gemeindehaus der Melanchthon-Kirchengemeinde in Hagen. Sechs Kinder, im Alter zwischen acht und elf Monaten, bewegen sich auf den ausgelegten weichen Matten. Mama, Papa oder Oma kümmern sich um ihre Schützlinge, während Kursleiterin Anna Küpper das erste Lied zur Begrüßung anstimmt. Aufmerksam hören die Kleinen zu. Ein Lächeln huscht über die Gesichter und die Kinder versuchen mitzusingen. Das sei auch gut so. „Durch das Singen entwickelt sich die Sprache der Kinder und sie bekommen durch das Klatschen ein Rhythmusgefühl, was ebenfalls für die Sprachentwicklung wichtig ist“, erklärt Küpper den Kursteilnehmern. Außerdem üben Fingerspiele die Feinmotorik. Durch das Pusten von Seifenblasen schulen die Kinder ihre Atemtechnik. „Wörter können dann später besser gebildet werden“, sagt die Kursleiterin.

Auf Entdeckungsreise gehen

In den Delfi-Kurse sollen die Babys die Welt mit allen Sinnen entdecken. Den Eltern soll gleichzeitig Sicherheit gegeben werden. Sie lernen, wie sie einfühlsam die Bedürfnisse ihres Babys wahrnehmen und es bei seiner körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung unterstützen können.

Für die Entwicklung sei es wichtig, dass die Babys auf Entdeckungsreise gehen. Anna Küpper stellt dafür in der Mitte des Raumes Schaumstoffklötze auf, auf denen die Kinder rumrutschen, krabbeln und klettern können. „Die Babys lernen dadurch neue Dimensionen kennen. Es sind Dinge, die sie von Zuhause nicht kennen“, sagt Küpper. Sie sollten dabei mit dem ganzen Körper Neues erfahren können. „Die Kinder erkunden die unbekannten Materialien und Temperaturen“, so Küpper. Durch die Bewegung werde die motorische Fähigkeit gestärkt.

Die Kinder ziehen sich an den Klötzen hoch, bewegen sich auf dem Bauch vorwärts und rutschten auf der anderen Seite wieder herunter. „Das Selbstbewusstsein wird dabei ebenfalls gefördert“, sagt Küpper. „Die Kinder schaffen es, hoch zu kommen und werden natürlich immer wieder von den Eltern gelobt.“

Auch Alltagsgegenstände werden bei den Delfi-Kursen kreativ genutzt. So wird zum Beispiel eine Art Rassel aus einem weichen Schneebesen, einem Tischtennisball und Stäben gebastelt. „Die Kinder können damit spielen und den Eltern wird gezeigt, wie sie auch mit wenig Geld Spielsachen basteln können“, erklärt Küpper.

Gemeinsamer Austausch

Die Kursleiterin gibt den Eltern mehrere Anregungen, zeigt Finger-, Berührungs- und Singspiele und informiert die Eltern über aktuelle Themen rund um das erste Lebensjahr. Die Eltern knüpfen Kontakte zu anderen Familien, tauschen ihre Erfahrungen aus und stärken sich gegenseitig. Sie erzählen von ihren Ängsten und Sorgen, aber berichten auch über schöne Erfahrungen und Fortschritte. Manche Eltern sagen, dass sie noch etwas ängstlich sind, wenn ihr Kind beispielsweise fällt. Andere hingegen sind der Meinung, dass die Kinder sich ausprobieren sollten.

Kurse und Fortbildungen

Kursleiterin Anna Küpper ist selbst Mutter von zwei Kindern im Kleinkindalter. „Ich komme ursprünglich aus Hannover. Dort habe ich mit meinen Kindern so einen Kurs besucht“, sagt sie.Als die Hannoveranerin nach Hagen gezogen ist, stellte sie fest, dass es vor Ort so ein Kursangebot nicht gab. „Deswegen entschloss ich mich, selbst eine Fortbildung zu machen.“ In der Fabi in Hannover machte sie eine einjährige Delfi-Fortbildung, um einen Kurs leiten zu können. Nach einiger Zeit als Gruppenleiterin in Hasbergen ist Küpper nun seit August in Hagen.“ Die Kurse finden einmal wöchentlich für 90 Minuten statt. Ein Kurs besteht in der Regel aus zehn Terminen. In der Gruppe sind sechs bis acht Familien, die idealerweise während des gesamten ersten Lebensjahres des Kindes begleitet werden. „Allerdings haben wir zurzeit auch Wartelisten, da die Nachfrage für unsere Kurse sehr groß ist“, erklärte Melanie Arndt von der Fabi Osnabrück. Kursleiterinnen werden dringend benötigt, um der Nachfrage entgegenzuwirken, so Arndt.


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