Ausschuss beschließt einstimmig Hagen will glyphosatfreie Gemeinde werden

Von Wolfgang Elbers

Über den Unkrautvernichter Glyphosat wird leidenschaftlich diskutiert. Viele Kommunen verzichten – auf gemeindeeigenen Flächen – mittlerweile auf den Einsatz. Auch Hagen soll jetzt pestizidfreie Kommune werden. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaÜber den Unkrautvernichter Glyphosat wird leidenschaftlich diskutiert. Viele Kommunen verzichten – auf gemeindeeigenen Flächen – mittlerweile auf den Einsatz. Auch Hagen soll jetzt pestizidfreie Kommune werden. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Hagen. Die Kirschgemeinde will in Zukunft ,,pestizidfreie Kommune“ werden. Das beschloss der Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstag.

Mehr als 90 deutsche Städte und Gemeinden haben sich inzwischen verpflichtet, bei der Grünpflege auf Anlagen sowie Sport- und Verkehrsflächen auf den Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln zu verzichten, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Auch Hagen will diesem Beispiel nun folgen.

Einstimmiger Beschluss

Einstimmig hat der Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstagabend auf Antrag der Grünen-Fraktion die Beschlussempfehlung getroffen, dass die Kirschgemeinde künftig auf ihren Flächen und Anlagen ganz auf den Einsatz glyphosathaltiger Herbizide verzichtet. Außerdem soll beim Abschluss neuer Pachtverträge für Flächen der Gemeinde ein Glyphosatverzicht festgeschrieben werden, beziehungsweise bei laufenden Verträgen auf ein freiwilliges Beachten der Vorgabe hingewirkt werden.

Bereits bestehende Verbote

Die Verwaltung hatte dem Ausschuss noch einmal die derzeitige Situation und Rechtslage dargestellt. Danach ist der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bereits seit mehreren Jahren auf befestigten Flächen gesetzlich untersagt. ,,Die Gemeinde hat keine Ausnahmegenehmigung hierzu beantragt und beabsichtigt dies auch für die Zukunft nicht“, wird in der Vorlage deutlich gemacht, dass aufgrund der festgelegten Sicherheitsabstände zu befestigten Flächen bei schmalen Straßenbeeten ,,faktisch“ auch bei schmalen Beeten ein Anwendungsverbot besteht.

Auch auf Rasenflächen erfolgt danach in Hagen kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Ebenso sei Glyphosat für Pflanzenbeete ,,ungeeignet“, da beim Einsatz auch Zierpflanzen geschädigt beziehungsweise abgetötet würden. ,,Die gesetzlichen Regelungen gelten unabhängig von den handelnden Personen“, stellte die Verwaltung noch einmal heraus, dass auch Fremdfirmen hier keinen Spielraum haben.

Gepachtete Flächen

Anders ist die Lage bei den zurzeit knapp sieben Hektar Ackerflächen, die die Gemeinde an örtliche Landwirte verpachtet hat. Dort ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ,,im Rahmen der Anwendungsvorschriften und der ,guten fachlichen Praxis‘ erlaubt“. In welchem Umfang dies aktuell erfolgt, ist im Rathaus aber nicht bekannt.

Einhelligkeit durch alle Fraktionen

Von der CDU/FDP-Mehrheitsgruppe gab es sofort Zustimmung zum Grünen-Antrag: ,,Das ist eine gute Idee. Wir tagen das mit“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Bastian Spreckelmeyer.

Auch die SPD-Fraktion unterstützte die Grünen-Initiative: ,, Das ist eine klare Geschichte “, äußerte SPD-Vertreter Günter Rolf, der die Zielsetzung des Antrags darin sieht, ,,was nach aktuellem Stand noch rechtlich an Einsatzmöglichkeiten für Glyphosat besteht, künftig zu verbieten“.

Keine Sanktionen

Für ihn ist nur eine Frage offen: ,,Wo ist der Ansatzpunkt, wenn sich jemand in Hagen nicht an diese Vorgaben hält?“ Dann könne die Verwaltung nur versuchen, diese Personen dazu zu bewegen, auf solche Mittel zu verzichten.

Die Gemeinde wird künftig auf ihrer Homepage detailliert auf das Anwendungsverbot hinweisen und über pestizidfreie Pflegeverfahren informieren.