Für Kinder gesammelt Sternsinger ziehen durch Hagen und Gellenbeck

Von Werner Barthel


Hagen. Alle Jahre wieder verkünden als Heilige Drei Könige gekleidete Jungen und Mädchen in Liedern und Versen die Geburt Christi und sammeln für notleidende Kinder. In Hagen und Gellenbeck machten sich am Sonntag rund 250 Kinder auf den Weg zu den Menschen, die sie größtenteils bereits ungeduldig erwarteten.

Nach dem Aussendungsgottesdienst wurde zunächst einem Geburtstagskind ein Ständchen gebracht: Justus Kulgemeyer war seine Mission als Sternsinger so wichtig, dass er seine Geburtstagsfeier auf Montag verschoben hat. Dann machten sich alle auf den Weg zu ihren Straßen.

Unter ihnen waren auch Julia Höckerschmidt, Hanna Heitmeyer, Marie Kampe und Carina Rolf. Anspannung und Aufregung hielten sich bei den Zehnjährigen in Grenzen. Schließlich sind sie schon seit einigen Jahren dabei. Außerdem stand ihnen quasi ein Heimspiel bevor. Denn auf ihrer ersten Station besuchten sie Pfarrer Josef Ahrens.

„Das Geld ist rar“

Zunächst stellten sie sich in Liedform vor: „Wir heiligen drei Könige mit unserem Stern, wir ziehen durch die Lande und suchen den Herrn…“. Dann folgten die Beiträge der ersten beiden Könige, bevor Balthasar das Anliegen aller Sternsinger zusammenfassen durfte: „Ich bin von uns dreien der Balthasar, ich sage euch offen: Das Geld ist so rar.“

Hagens Pastor freute sich sichtlich über den unbefangenen Vortrag: „Das habt ihr ganz toll gemacht! Und natürlich bekommt ihr auch eine Spende für die Kinder in Not und ein paar Süßigkeiten für euch.“ Ganz große Augen machten die Mädchen, als der Pastor gleich ein ganzes Bündel Geldscheine in die Spendendose stopfte. „Diese Spenden haben mir einige Gemeindemitglieder mitgegeben, die heute nicht zu Hause sind“, lautete seine Erklärung für den unerwarteten Geldsegen.

Segenswunsch für 2018

Jetzt war auch der Augenblick gekommen, mit Kreide den Segenswunsch „20+C+M+B+18“ mit Kreide auf des Pastors Tür zu malen. Gemeinsam sangen die drei noch ihren Abschiedsgruß und eilten dann weiter zum nächsten Haus.

Bereits zur Mittagszeit traf man überall nur auf Sternsinger, die über das ganze Gesicht strahlten und guter Dinge waren. „Unsere Beutel sind schon fast voll mit Süßigkeiten“, gewährten sie nur allzu gern einen Blick in die mitgeführten Tragetaschen, um dann noch zu ergänzen: „Und unsere Spendendose ist auch schon ganz schön schwer!“ Manchenorts waren die kleinen Botschafter sogar zu einer Tasse Schokolade oder einem kalten Getränk eingeladen worden.

Begeisterter Hund

Sarah Hestermeyer wusste gar von einem Hund zu berichten, der offensichtlich so viel Gefallen an der Gruppe gefunden hatte, dass er sie unbedingt begleiten wollte. „Wir mussten ihn tatsächlich einfangen und zu seinem Herrschen zurückbringen.“ Selten nur waren sie auf die Bedeutung des Segenswunsches angesprochen worden, den sie gemalt oder per Aufkleber an den Haustüren hinterlassen hatten. „Na klar“, lautete die einmütige Antwort, „auch darüber konnten wir Auskunft geben“. Und so erfuhren die, die fragten, dass „C+M+B“ nicht etwa für „Caspar, Melchior und Balthasar“ steht, sondern für den lateinischen Wunsch „Christus mansionem benedicat“ – „Christus, segne dieses Haus“.

Genauso gut informiert zeigten sich die Mädchen und Jungen über die Projekte, für die die diesjährige Sammelaktion bestimmt ist: Während die Gellenbecker bereits seit 23 Jahren für ein orthopädisches Zentrum in Ghana spenden, solidarisieren sich die Hagener in diesem Jahr mit den Kindern in aller Welt, die für einen Hungerlohn wie Erwachsene schuften müssen. Aus diesem Grund lautete auch ihr Leitwort: „Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit“.

Auch die Firmlinge helfen mit

Aufgeatmet haben die Hagener Initiatoren um Claudia und Rupert Wöhrmann, als sich zur Wochenmitte herausstellte, dass alle Bezirke mit dem Besuch der Sternsinger rechnen durften. Erfolgreich war ihr Werben um den „Nachwuchs“ unter anderem bei den diesjährigen Firmlingen gewesen, die entweder als Sternsinger aushalfen oder am Nachmittag beim „Waffelteam“ von Sabine Braniewicz im Saal unter der Kirche die eintrudelnden Sternsinger nach getaner Arbeit bewirteten.

In der Regel sind die Sternsinger zwischen 6 und 14 Jahren alt. Nur eine Gruppe in Hagen fiel diesmal aus dem Rahmen. Für den Bezirk rund um die Straßen „Am Jägerberg“ und „Große Heide“ ließen sich trotz aller Bemühungen nur zwei Sternsinger finden. „Als Kaplan Coffi von dem Dilemma hörte“, freute sich Rupert Wöhrmann, „erklärte er sich spontan bereit, die Gruppe als Caspar zu vervollständigen“.

Farbenfrohes Gruppenbild vor der Kirche – die Sternsinger von Hagen und Gellenbeck. Foto: Rupert Wöhrmann

Bereits zur Kaffeezeit saßen übrigens die ehrenamtlichen „Schatzmeister“ in Gellenbeck und Hagen beisammen, nahmen die Spendendosen in Empfang und machten sich daran, das Geld zu zählen. Auch die übrig gebliebenen Süßigkeiten wurden verstaut. Sie sind für die Osnabrücker Tafel bestimmt.