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Ursachenforschung läuft Zu viel Kupfer im Glandorfer Klärschlamm

08.12.2014, 18:03 Uhr

Wie kommt Kupfer in den Klärschlamm? Das fragt man sich im Glandorfer Rathaus. Denn der schwermetallbelastete Schlamm, der aus den Glandorfer Abwässern gewonnen wird, kann nicht mehr als Dünger verwendet werden. Der Klärschlamm muss verbrannt werden. Das kostet Geld.

„Wir haben von der Politik den Auftrag bekommen, den Verursacher zu suchen“, sagte Glandorfs Bauamtsleiter Torsten Dimek auf Anfrage unserer Redaktion. Im Betriebsausschuss hatte Kämmerer Michael Robbert berichtet, dass die Klärschlammbeseitigung teurer als gewohnt geworden sei, weil der Schlamm verbrannt werden musste.

Etwa 600 bis 700 Kubikmeter Klärschlamm müssten nun verbrannt werden. Was das kostet? „Das ist ein Unterschied von zehn Euro pro Tonne“, so Dimek. Die Belastung sei zum zweiten Mal aufgetreten, allerdings massiver als im Vorjahr. „Wir überlegen jetzt, ob wir einen Experten hinzuziehen.“

Vorerst werden im Kanalnetz sogenannte Sielhautproben genommen und an ein Labor geschickt, um einzugrenzen, woher das Kupfer kommt. Sielhaut ist der Biofilm, der sich im Inneren von Entwässerungssystemen bildet. Zum Bestimmen von Schadstoffeinleitern werden an verschiedenen Stellen der Sielhaut Proben genommen.

Denn wenn der Kupfergehalt 700 Milligramm je Kilogramm Schlamm-Trockenmasse übersteigt, darf der Klärschlamm nicht mehr als Dünger ausgebracht werden.

Erfahrungsgemäß stammt der Großteil der Kupferbelastung in deutschen Klärschlämmen von Industrie und Gewerbe (35 bis 40 Prozent). Die Korrosion in Trinkwasserleitungen kann Kupfer lösen. Und auch über Kupferdächer und Fallrohre gelangt das Spurenelement ins Abwasser.