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Schule als Mittler Kooperationsvertrag in Glandorf stößt auf unerwartet große Resonanz

Von Heinz Schliehe | 26.07.2012, 10:00 Uhr

Der Kooperationsvertrag der Ludwig-Windthorst-Oberschule mit Glandorfer Betrieben vom Mai ist auf unerwartet große Resonanz gestoßen. Das betonten Schulleiter Matthias Wocken und Sozialpädagogin Maria Narberhaus, zuständig für den Übergang von der Schule in den Beruf und ebenso wie Konrektor Michael Fricke Mitglied des Projekt-Teams, jetzt erfreut in einem Gespräch.

Die Zahl der beteiligten Betriebe ist inzwischen von elf auf vierzehn gestiegen, berichten sie.

Schon immer habe es in Glandorf eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieben gegeben, unterstrich Wocken. Wichtig für die Unternehmen sei die Lebenstüchtigkeit und die Ausbildungsreife der Jugendlichen, ergänzte Maria Narberhaus.

Kooperationen zwischen einzelnen Firmen und Schulen gebe es mehrere im Landkreis. Doch dieses Kooperations-Projekt mit mehreren ortsansässigen Firmen gleichzeitig und einer Schule sei im Landkreis einmalig, unterstrich Wocken. So könnten junge Menschen noch gezielter in ihrer Berufsfindung unterstützt werden. Viele Unternehmen seien in jüngster Zeit zur Kooperation bereit, da „der Fachkräftemangel Raum greife“, betonte der Schulleiter. So ist die Zahl der Bewerber auf Ausbildungsstellen drastisch eingebrochen und es herrsche ebenfalls ein Mangel an Facharbeitern.

Seit Jahren würden auch schon Praktikanten an Glandorfer Firmen vermittelt, so Wocken. Doch dieses Projekt gehe darüber hinaus. Denn es diene der gegenseitigen Ergänzung für Schüler und Unternehmen. Viele Firmen förderten in dem Projekt auch die Jugendlichen. So finanziere die Firma BBraun ein Selbstbehauptungstraining für Schüler der 5. und 6. Klassen. Und das Natursteinwerk Pues habe dafür gesorgt, dass ein Schüler in den Nachmittagsstunden eine Schale für den Meditationsraum in der Werkstatt gefertigt habe.

Jedes Jahr findet an der Ludwig-Windthorst-Schule zudem ein Bewerbungstraining statt. In diesem Jahr sind Bürgermeister Franz-Josef Strauch und die Glandorfer Firma Strautmann Umwelttechnik beteiligt.

Den immer wieder laut werdenden Vorwurf mangelnder Ausbildung an den Schulen wies Wocken entschieden zurück. Dass sich der Unterricht geändert habe, liege nicht an den Schulen oder Lehrern, sondern an den geänderten Landesgesetzen, nach der man zum Beispiel trotz überquellender Rechtschreibfehler für einen Aufsatz noch die Note gut bekommen kann.

Die Stärken stärken

Ziel der Schule müsse es auch sein, „die Stärken der Schüler zu stärken“. Häufig mangele es den Jugendlichen an Selbstbewusstsein, berichtete die Sozialpädagogin über ihre Erfahrungen. Häufig werde dieses aber auch unterschätzt. Die Bereiche, in denen Jugendliche gut seien, machten ihnen auch Spaß. Natürlich würden die Eltern befragt und mit einbezogen. „Alle müssen miteinander Reden. Doch häufig redet man nur übereinander“, meinte Wocken dazu.

Darum sind zweimal im Jahr sind Treffen der Kooperationspartner geplant, das nächste am 18. Oktober. Dabei können die Firmen die Themen einbringen, die ihnen auf den Nägeln brennen. Wie Maria Narberhaus erklärte, gehörten im Herbst die Ausbildungsreife der Jugendlichen und die Gründung einer Genossenschaft der Schülerfirmen „Panini“ und „Garten-Crew“ dazu. Von diesem Projekt sollen aber nicht nur die Firmen profitieren, für sie es schließlich Werbung, sondern ebenso die Schüler. Die Schule sei der Mittler mit dem bestmöglichen Profit für Firmen und Schüler als Ziel, so der Schulleiter.