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Neue Trikots verleihen Flügel Grammannspiele: 221 Teams trotzen Dauerregen – Riester Minis im Neunmeter-Pech – Marius ganz cool

Von Malte Schlaack | 24.06.2012, 19:25 Uhr

Der fromme Wunsch wurde leider nicht erhört. Die Organisatoren des SC Glandorf hatten sich für die 37. Franz-Grammann-Gedächtnis-Spiele einen regenfreien Tag erhofft. Was bei den Vorrundenspielen rund um die Gemeinde noch einigermaßen gut ging, war bei der Zwischen- und Endrunde vorbei. Aber was ein echter Landkreiskicker ist, der lässt sich auch von Dauerregen nicht stoppen. Trotz der schlechten Bedingungen war die Stimmung in Glandorf gut.

Maßgeblichen Anteil daran hatte das Orga-Team des Gastgebers: „Die Mannschaft um Natalie Jürgens ist seit einem halben Jahr dabei und hat wirklich tolle Arbeit geleistet“, freute sich Peter Obermeyer als erster Vorsitzender des SC Glandorf. Immerhin galt es, 221 Mannschaften der G- und F-Jugend zu versorgen. Aber dank der guten Kooperation mit dem Kreisjugendausschuss um Hartmut Klocke, der sein 25-jähriges Grammann-Jubiläum feierte, wusste jede Mannschaft stets, wo sie wann zu sein hat.

Nach den Vorrundenpartien in Glandorf, Glane, Westerwiede, Bad Laer, Hagen, Niedermark, Bad Rothenfelde, Schwege und Hilter waren die qualifizierten Teams erst einmal zum Platz an der Schulstraße gekommen, um sich dort mit einer Portion Spaghetti Bolognese zu stärken, die die Glandorfer Malteser vorbereitet hatten. Zur Mittagszeit setzte dann Dauerregen ein, der bis zur letzten Pokalübergabe nicht mehr aufhören sollte.

Umso besser, dass es genügend Möglichkeiten zum Unterstellen gab. In der benachbarten Grundschule hatte die Cafeteria guten Zulauf, neben selbst gebackenem Kuchen gab es natürlich vor allem ein Gesprächsthema: die Europameisterschaft. Vereinsübergreifend wurde darüber gefachsimpelt, wer Europameister wird und wer der beste deutsche Spieler ist. Gar keine einfache Wahl bei sieben Torschützen, dennoch war sich Yannick sicher: „Ich finde Marco Reus am coolsten“ – der hatte ja gerade getroffen. Für Torwart Nils ist Manuel Neuer natürlich die klare Nummer eins – so wurde die Zeit zwischen den Spielen bestens überbrückt.

Auf den acht Feldern mit Natur- und Kunstrasen ging es wie gewohnt bei den Grammann-Spielen fair zu, und auch am Spielfeldrand kochten die Emotionen bei Eltern und Betreuern nicht zu hoch. Offenbar die richtige Motivationshilfe im Gepäck hatten Frank Lemme und Michael Tüngel als Trainer des TV Wellingholzhausen. Nach dem überraschenden Einzug in die Zwischenrunde durften die Knirpse schon ihre Trikots für die neue Saison anziehen. Die Hemden waren zwar noch mehrere Nummern zu groß, verliehen den Spielern aber offenbar Flügel, die sie bis ins Finale trugen. Dort ging es gegen den SC Rieste ins dramatische Neunmeterschießen. Nach sechs Schützen auf jeder Seite klatschte der letzte Riester Versuch an beide Pfosten, um dann wieder herauszuspringen. Daraufhin jubelte nicht nur der „Wellinger“ Keeper Mick.

Bei den F-Junioren machte der TSV Riemsloh nach dem Gewinn der Kreismeisterschaft eine tolle Saison perfekt. Ebenfalls im Neunmeterschießen gewannen die TSV-Bubis gegen die Gastgeber vom SC Glandorf. Den entscheidenden Strafstoß verwandelte Marius für seine Mannschaft und nannte ein einfaches Rezept, wie man bei so etwas cool bleibt. „Ich wollte einfach irgendwo hinschießen“. Einfach rein – so einfach kann Fußball sein.