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„Lebendiger Teich“ in Glandorf Eine neue Oase für die Laubfrösche

Von PM. | 23.09.2011, 11:42 Uhr

Birgit Wordtmann ist Diplom-Ingenieurin für energieeffizientes Bauen und wohnt auch selbst mit ihrer Familie in einem Passivhaus in Im Besitz der Familie befinden sich unter anderem Flächen, die als Pferdeweiden genutzt werden, sowie eine etwa 1000 Quadratmeter große „nasse Ecke“. Die wird jetzt zum „lebendigen Teich“.

Birgit Wordtmann wollte die Fläche für die Natur aufwerten und dachte dabei an einen größeren Amphibienteich, nachdem sie von dem neuen Projekt des Naturschutzbundes (NABU) Niedersachsen „Lebendige Teiche – Aufwertung von Kleingewässern im Siedlungsbereich Niedersachsens“ erfahren hatte.

Sie setzte sich mit Ralf Berkhan, Projektleiter NABU Niedersachsen, in Verbindung, und es wurde ein Besichtigungstermin vereinbart. Es stellte sich heraus, dass das Grundstück der Familie Wordtmann zwar nicht in unmittelbarer Nähe zu aktuellen Vorkommen des in Niedersachsen selten gewordenen Laubfrosches liegt, die Nähe zu Vorkommen auf nordrhein-westfälischer Seite und die Tatsache, dass in den nächsten Wochen ein weiteres Laubfroschgewässer in Glandorf gebaut werden soll, diese Maßnahme aber durchaus rechtfertigt.

Kleine Experten

In der vergangenen Woche war es dann endlich so weit. Die letzten Wurzelstöcke der Weiden wurden entfernt, und ein etwa 450 Quadratmeter großer Teich wurde ausgebaggert – ungeduldig begutachtet von den beiden Kindern der Familie, die schon auf „ihren Teich“ warteten, seitdem bekannt war, dass er tatsächlich gebaut wird, und die sich in der Zwischenzeit schon zu wahren Froschexperten entwickelt hatten.

Die Geduld der beiden wird aber erst einmal weiterhin auf die Probe gestellt, da die Zeit der Amphibien für dieses Jahr fast schon um ist. Aber schon im nächsten Frühjahr werden sich diese neu entstandenen „Oasen der Artenvielfalt“ mit prallem Leben füllen, sind sich Ralf Berkhan und Andreas Peters, Vorsitzender NABU Osnabrück, sicher.

Gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, sollen im Rahmen des NABU-Projektes „Lebendige Teiche“ in den nächsten drei Jahren 50 neue Kleingewässer in Siedlungsnähe entstehen, die zwar relativ groß, dafür aber recht flach angelegt werden.

„60 Zentimeter Wassertiefe reichen vollkommen aus“, erklärte Projektleiter Ralf Berkhan: „Dadurch können sich die Gewässer zum einen schneller erwärmen, zum anderen dürfen sie im Spätsommer gerne einmal austrocknen und im Winter durchfrieren. Damit wird eine dauerhafte Ansiedelung von Fressfeinden der Kaulquappen verhindert.“

Neben dem Bau von Kleingewässern sucht der NABU Niedersachsen innerhalb seines Projektes „Lebendige Teiche“ aber auch Freiwillige, die in einem zweitägigen Seminar zum Teichberater in ihrer Region ausgebildet werden können. Der NABU erhofft sich, auf diese Weise niedersachsenweit Ansprechpartner für Menschen zu finden, die auch in ihrem Garten seltenen Amphibien ein Zuhause geben wollen, aber nicht wissen, wie sie dabei vorgehen sollen.

Weitere Infos im Internet unter: http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/teiche/