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Internationaler Treff Kein Gebetsraum in Glandorfer Jugendzentrum

Von Andrea Pärschke, Andrea Pärschke | 28.02.2017, 12:26 Uhr

Wird in Glandorf ein Gebetsraum für muslimische Mitbürger eingerichtet? Die Antwort des Sozialausschusses ist ein klares Jein.

Denn die Ansichten waren durchwachsen bei den sechs Ausschussmitgliedern: Zur Abstimmung stand laut Beschlussvorlage die Frage, ob ein Teil des Obergeschosses des Jugendzentrums Halvi zum Flüchtlingstreff mit angeschlossenem Gebetsraum werden soll. Aus Brandschutzgründen müssten dort entsprechende Türen eingebaut werden. Kostenpunkt: etwa 1200 Euro. Für den Rest würden die Muslime selbst sorgen: Einrichtung und Unterhalt würden sie selbst tragen.

 (Weiterlesen: Muslimischer Treff mit Gebetsraum in Glandorf?) 

Trennung von Staat und Religion

Der Sozialausschuss tat sich schwer mit der Anfrage. Ein Treff: Dagegen hatten die Mitglieder des Sozialausschusses nichts einzuwenden. Über den Gebetsraum äußerten sie sich dagegen sehr zurückhaltend. Die Junge Union sieht das unter dem Gesichtspunkt der Trennung von Staat und Religion. „Es ist eigentlich keine staatliche Aufgabe religiösen Gruppierungen einen Raum zur Verfügung zu stellen“, sagt Carsten Linnenberg. Wenn nun die Gemeinde einen Gebetsraum für Muslime zur Verfügung stellen, dann würden andere religiöse Minderheiten – etwa die Zeugen Jehovas – dasselbe verlangen. Auch die UWG sei in dieser Frage „uneinig“ gewesen, berichtet Andrea Puke. Sie stimmt den Mitgliedern der Jungen Union zu: „Religion und Staat sind zwei paar Schuhe.“ „Wir stellen unsere Räume auch katholischen Chören zur Verfügung“, argumentiert Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann. Es sei keine Moschee geplant, lediglich ein Treff, der auch zum Beten genutzt würde.

Interkulturelle Begegnungsstätte

„Wäre dieser Raum denn auch offen für Nicht-Muslime“, fragt Edeltraud Erpenbeck (UWG) und Ute Laumann (SPD) macht sich schließlich stark für die Idee den Raum für Menschen jeder Herkunft und alle Religionen zu öffnen. „Ich fände es gut, wenn es eher eine interkulturelle Begegnungsstätte wäre“, sagt sie. Vor allem auch in Hinblick auf Flüchtlinge, die sich dort mit ihren Paten treffen könnten. „Ich denke, wenn wir die Räumlichkeiten als Gebetsraum deklarieren, würde dies nicht-muslimische Flüchtlinge eher abschrecken“, so Josef Hesse (CDU), Vorsitzender des Sozialausschusses. Mehr aus Glandorf im Netz 

Sitzungsunterbrechung

Danach unterbricht er die Sitzung außerplanmäßig auf Bitten der Bürgermeisterin, die sich mit Antragsteller und einem Teil der Steuerungsgruppe zur Integration der Flüchtlinge vor der Tür berät. Als sie zurückkommen, signalisiert der Antragsteller Xhavit Zustimmung. „Zu 97 Prozent zufrieden“, sagt er später auf Anfrage der Redaktion.

Organisatorische Fragen offen

Dann stimmt der Ausschuss zu, einen internationalen Treff ins Halvi einzubringen – auch wenn organisatorische Fragen, die von den Fraktionen gestellt werden, zunächst nicht beantwortet werden. Klärung erfolge im Verwaltungsausschuss.