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Lehrer haben andere Aufgaben Glandorfer Schulen fordern mehr IT-Unterstützung

Von Michael C. Goran | 18.11.2021, 17:00 Uhr

Die Schulausschusssitzung in der Gemeinde Glandorf offenbart großen Bedarf der örtlichen Schulen nach IT-Personal.

Im Fokus der Sitzung, am Abend des 17. November in der Ludwig-Windthorst-Schule, stand die Beratung über einen Antrag zur Einstellung eines IT-Beauftragten für den Schulstandort Glandorf. Dazu berichteten die Schulleitungen der Ludwig-Windthorst-Schule und der Grundschulen Glandorf und Schwege über den Stand der Dinge im Bereich IT und Digitalisierung. Zwar konnten die Lehrkräfte viele Beispiele für den Erfolg der Digitalisierung an ihren Schulen geben, doch es besteht ein großer Bedarf nach IT-Spezialisten, welche die Wartung und Problemlösung übernehmen.

Ein Klassenraum komplett digital

„Digitalisierung ist immer leicht gesagt“, sagte Jörg Ringling, Schulleiter der Ludwig-Windthorst-Schule. „Es ist nicht so leicht.“ Ringling wies darauf hin, dass Home Office an vielen Schulen relativ kompliziert sei. Durch die Unterstützung von Gemeinde und Kollegen gelang es, einen Klassenraum komplett zu digitalisieren. „Wir sind stolz darauf, dass wir das in 24 Stunden erreichen konnten. Das war nicht leicht, versetzt uns aber in die Situation, dass der Unterricht nicht ausfällt“, sagte Ringling.

Lehrer sind keine IT-Spezialisten

Die Schulen sind mittlerweile mit Geräten gut ausgestattet. Digitale Tafeln und iPads wurden angeschafft. In der Ludwig-Windthorst-Schule kann über WLAN gearbeitet werden. Schulleiter Ringling wies aber darauf hin: „Diese ganze IT muss auch gewartet werden.“ Derzeit übernehmen die Lehrkräfte diese Aufgaben selbst, ohne über eine besondere IT-Ausbildung zu verfügen. Das Engagement ist zwar groß, die Belastung jedoch auch. Es fällt regelmäßig Mehrarbeit an.

Lehrkräfte haben pädagogische Aufgaben

Wenn ein digitales Gerät ausfällt und nur eine Lehrkraft das Problem lösen kann, wird der Unterricht zu Lasten einer anderen Schulklasse unterbrochen. „Die Aufgabe der Lehrkräfte ist es pädagogische Leistungen zu erbringen, keine IT-Wartung“, sagte Schulleiter Ringling. Dabei handelt es sich um Zusatzaufgaben, die nicht immer, zum Beispiel im Rahmen einer Funktionsstelle, zusätzlich entgolten werden. Auch Susanne Gravemeier, Schulleiterin der Grundschule Schwege und Francis Meyer, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Glandorf berichteten ähnliches.

Bedenken wegen der Finanzierung

Die anwesenden CDU-Ratsmitglieder wiesen darauf hin, dass IT-Personal teuer ist. Für einen vergleichsweise kleinen Schulstandort wie Glandorf könnte durch die Schaffung einer Stelle eine Mehrbelastung von bis zu 65.000 Euro im Jahr entstehen. Deswegen hinterfragten die Christdemokraten, darunter auch Martin Bäumer MdL, den Antrag kritisch. Der Schulausschuss hat nur eine empfehlende Funktion. Die Abstimmung ob dieser die Einstellung eines IT-Beauftragten für den Schulstandort Glandorf empfehlen soll, ergab 11 Ja-Stimmen und 4-Nein-Stimmen, bei 15 Stimmberechtigten.