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Die Flügel sind runter Restauration der Glandorfer Mühle beginnt

Von Andrea Pärschke, Andrea Pärschke | 03.02.2017, 18:13 Uhr

Ein bisschen nackt sieht die Mühle nun aus – so ganz ohne Flügel. Heute hat sie der Windmühlenverein abmontiert. Damit beginnt die Renovierung von Glandorfs Wahrzeichen.

„Ein Gebäude muss immer gewartet werden“, sagt Georg Josef Diekriede. Vor 25 Jahren hatte der Zimmermeister die Flügel gebaut und damit die alten Flügel ersetzt. Nun werden sie wieder abmontiert. Drei der vier Teile liegen bereits auf dem langen Lkw. Ein Flügel hängt noch. „Wir wollen die Sanierung tatkräftig und finanziell unterstützen“, so Hubert Schlotmann, zweiter Vorsitzender des Windmühlenvereins. Und dies ist der erste Streich.

Morsches Holz

Denn mittlerweile sei es einfach zu gefährlich geworden. Schon im vergangenen Jahr sind Teile aus den morschen Flügeln gebrochen und auf das Backhäuschen gefallen. Auch deshalb hat die Gemeinde veranlasst die Mühle zu sperren - und deshalb sind die Flügel als erstes dran.

Mühlenflügel unter der Lupe

 Oben auf einem Leiterwagen befestigen zwei Männer ein Seil an dem letzten verbliebenen Flügel und hängen es an einen Kran. Dann lösen sie vorsichtig aber kraftvoll die Keile aus dem rötlichen Rad, das die Flügel zusammenhält. Georg Josef Diekriede beobachtet alles ganz genau. „Wir werden die Flügel lagern, auseinanderschrauben und begutachten“, erklärt er. Morsches Holz wird entsorgt, andere Teile wiederverwendet. Mehr aus Glandorf im Netz 

Mühle hat seine Flügel verloren

Dann ist es soweit: der letzte Flügel wird Richtung Lkw bugsiert. Der Zimmermeister hält unten ein weiteres Seil, das am Holz befestigt ist und leitet das elf Meter lange Teil vorsichtig in die richtige Richtung. Dann legt der Kran ab. Die Mühle hat ihre Flügel verloren.

Förderungen

Allerdings: nicht für immer. Wenn alles gut geht, kann die Werkhalle bald wieder Mehl produzieren, wie eh und je. Doch bis dahin ist noch einiges zu tun. Der Bauausschuss hat bereits einstimmig empfohlen Glandorfs Wahrzeichen in Stand zu setzen. Einige der Maßnahmen sind förderfähig, die entsprechenden Anträge sind bereits in Arbeit.

Schädlingsbekämpfung

Einige vorbereitetenden Maßnahmen werden jedoch schon jetzt in Angriff genommen: Nachdem die Flügel abmontiert wurden, beginnen Experten mit der Schädlingbekämpfung. „Mit der Maßnahme sollten wir nicht warten bis es wärmer als 18 Grad geworden ist“, erinnerte der Bauamtsleiter Frank Scheckelhoff am Ende der vergangenen Ausschusssitzung. Diese beiden Maßnahmen sind die Grundlage für weiterer umfangreicher Sanierungsarbeiten.