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Anteil nehmen und zusammenrücken Keding gibt in Glandorf Südafrika-Einblicke

Von Frank Muscheid, Frank Muscheid | 07.03.2016, 11:44 Uhr

„Sanibona!“, „Wir sehen euch!“ – so grüßen sich die Zulus in Südafrika. Sich einander und viel von der südafrikanischen Partner-Kirchengemeinde Enhlanzeni gesehen haben am Sonntag rund 170 Gläubige im „Afrika-Gottesdienst“ in der evangelischen Kirche Kripplein Christi.

 Pastor i.R. Reinhard Keding ist als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde Bad Laer-Glandorf mit fünf anderen aus dem Kirchenkreis zu Besuch bei den Partnern in Südafrika gewesen. Am Sonntag erzählte er von seiner Reise im Oktober und November. Musikalisch bereicherte der Chor „Voices & Dreams“ aus Bad Rothenfelde unter Leitung von Katja Kriete-Daniel den Gottesdienst mit afrikanischen Kirchenliedern und verdeutlichte so kraftvoll, wie wichtig der Glaube in Südafrika ist. Mehr aus Glandorf im Netz

Reformation

„Reformation und die eine Welt“ ist das Jahresmotto der Reformationsdekade für 2016. Mit der 150-jährigen Missionsgeschichte lieferte Keding ein griffiges Beispiel: „Europa entdeckt, erobert und besetzt die Welt. Das Christentum bringt eine neue Religion in die Länder“, eine nicht einfache Verquickung von Welt- und Kirchengeschichte, so Keding.

Heute sei ein globales Denken nötig, um die Weltereignisse zu begreifen: „Vieles ist mit vielem verquickt, zum Schaden und zum Segen.“ Mit Partnerschaften wie die der zehn Gemeinden des alten Kirchenkreises Georgsmarienhütte mit dem evangelischen Kirchenkreis Umvoti in Südafrika rücke die Menschheit zusammen. Die Gemeinde Bad Laer-Glandorf pflegt dabei den Kontakt mit Enhlanzeni. Zentrum der Parish Kirche und Ausbildungsseminar für Evangelisten. Mehr aus Bad Laer 

Hilfe im Alltag

„Regen und Segen“ seien dort eins in der hügeligen Landschaft, die derzeit von einer Dürre heimgesucht werde. Umso wichtiger sei das Partnerschaftsprojekt „Sanibona“, das neben Renovierungen, für die als Weihnachtsgeschenk unter anderem 600 Euro aus Bad Laer und Glandorf fließen, auch hilft, eine Trinkwasserpumpe zu erneuern.

Zudem unterstütze es bei der Ausbildung junger Menschen. Von 61 Stipendien bekämen in Enhlanzeni derzeit sechs junge Menschen Hilfe – drei würden Krankenschwestern, einer Elektriker, einer studiere Informatik, einer lerne Personalmanagement. Bildung könne wirksam die Welt ändern, so Keding. Dazu zeigte er Fotos, unter anderem den Ausschuss für Partnerschaftsarbeit mit dem dortigen Pastor Jabulani Ngubane, die Ministranten, zu denen meist Mädchen ausgebildet würden, oder ungewöhnliche Abschiedsgeschenke wie geistliche „Wackelbilder“, Hüte für die Herren und Ketten für die Damen. Auch die Kollekte des Gottesdienstes fließt in das Projekt.

Anteilnehmen verbindet

„Wie viel Anteil können wir am Leben anderer nehmen“, fragte Keding in der Predigt, gerade wenn dieses Leben woanders stattfinde? Gebe es eine „Obergrenze“? Und er entwickelte anhand des 2. Paulus-Briefes an die Korinther eine These: „Teilendes Glück steigert die Freude. Das nicht geteilte Glück führt zu einer Unfreiheit“, weil es einen ständig damit beschäftige, „wie ich mein Glück für mich behalte oder vergrößere“. Dagegen halbiere geteiltes Leid das Leid, geteiltes Glück verdoppele das Glück. „Getröstetes Leid verbindet und schafft Solidarität.“

Zu einem Kinoabend am 14. März um 19 Uhr in der Kirche Kripplein-Christi in der Krankenhausstraße lud Pastor Stephan Jannasch ein. Der gezeigte Spielfilm erzählt das Leben Nelson Mandelas, der Hoffnungsträger in Südafrikas Apartheid war. Der Eintritt ist frei.