Viel geschafft Magdalene Heuvelmann nun drei Jahre Glandorfs Bürgermeisterin

Magdalene Heuvelmann kurz vor dem überraschenden Wahlerfolg vor drei Jahren. Während eines Bürgergesprächs blickt sie zurück. Foto: Anne SpielmeyerMagdalene Heuvelmann kurz vor dem überraschenden Wahlerfolg vor drei Jahren. Während eines Bürgergesprächs blickt sie zurück. Foto: Anne Spielmeyer

Glandorf. Vor drei Jahren die Überraschung: Magdalene Heuvelmann schaffte den Sprung von null auf hundert und wird zur Bürgermeisterin von Glandorf gewählt – mit Esprit und Leichtigkeit. Nun blickt sie auf ihre bisherige Amtszeit zurück.

Insgesamt zieht die Bürgermeisterin in dem kleinen Gesprächskreis in der Gaststätte Herbermann eine positive Bilanz. Doch „manches nimmt mir auch die Lust“, so Magdalene Heuvelmann. Das betreffe vor allem die Zusammenarbeit mit dem Rat, in dem man zum Teil „nicht mit, sondern übereinander“ spreche. Ihr Stil sei das nicht. „Ich bin vor drei Jahren für das klare Wort angetreten“. Und so wolle sie auch weiter machen.

Doch es sind natürlich vor allem Inhalte, über die sie mit den Bürgern sprechen möchte: „In den letzten drei Jahren ist unglaublich viel passiert“, fasst Magdalene Heuvelmann in ihrem kurzen Bericht beim Gesprächsabend in der Gaststätte Herbermann zusammen. Da ist zunächst das „hochumstrittene“ Thema rund um die Windkrafträder. „Zurzeit ist es relativ ruhig“, sagt sie. „Aber für den Rat und für mich war es eine große Herausforderung“. Deshalb habe man sich damals von dem Fachanwalt Andre Unland beraten lassen. Auch wenn dies bis zuletzt nicht unumstritten war: Der Experte hatte dargelegt, dass der Gemeinderat die Entscheidung für die Windvorranggebiete auf Glandorfer Boden nicht mehr beliebig hinauszögern könne. „Dann haben wir innegehalten und sind schließlich zu unserer Entscheidung gekommen“, erinnert sich die Bürgermeisterin.

Rathausumfeld sanieren?

Innehalten, Kräfte bündeln: Das ist eines von Magdalene Heuvelmanns Rezepten, mit dem sie auch ihr zweites großes Thema – die Ortskernentwicklung – angeht. „Wir sind ins Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen worden“, freut sich die Bürgermeisterin nach wie vor, denn das bedeute viele Möglichkeiten und hohe Zuschüsse für zahlreiche Projekte, die in der Vergangenheit bereits angedacht wurden. Doch zunächst muss die Gemeinde ein Gesamtkonzept entwickeln. Dafür arbeitet sie auch mit der Fachhochschule Osnabrück zusammen: Innerhalb eines Seminars können Studenten Ideen für Glandorf entwickeln. „Jede verrückte Idee darf gedacht werden“, verspricht Heuvelmann. Welche davon schließlich umgesetzt werden könne, werde sich zeigen. Der Vorteil: Der Blick von Außen könne so manche „Perle“ offenbaren, die Einheimische selber gar nicht mehr sehen. Zudem wird der Prozess auch professionell begleitet. Haben alle beteiligten den Blick auf das Ganze, können Einzelentscheidungen getroffen und Förderanträge gestellt werden. Dann könne auch die Frage beantwortet werden, ob rund um das Rathaus etwas geschehe. „Das Rathausumfeld ist wirklich scheußlich, noch scheußlicher als der Thie“, sagt eine der Anwesenden bei der Besucherrunde. Und noch ein weiterer Einwand kommt aus dem Auditorium: „Die Konzepte müssen auch zu einem Ergebnis führen“. Das sieht auch die Bürgermeisterin so.

Sicherer Standort Oberschule

Ebenfalls ein Thema der vergangenen drei Jahre war die Diskussion rund um die IGS Dissen und die Frage, ob der Landkreis diese finanziert. Obwohl Magdalene Heuvelmann Verständnis für den Dissener Standpunkt hat, sie selbst hatte sich gegen eine solche Finanzierung ausgesprochen – auch um den ortsnahen Standort der Oberschule Glandorf zu sichern. „Ich sehe allerdings keine Gefahr für die Oberschule“, so die Bürgermeisterin. Mehr aus Glandorf im Netz

Betreuungsplätze auch in Schwege

Wichtig seien auch Themen wie Bildung und Kinderbetreuung: Besonders im Bereich der Unterdreijährigen dürfe „die Gemeinde nie schlafen“ auch wenn sie sich nach wie vor gegen die weitere Krippe am Johanniskindergarten ausspricht, die der Rat mit einer parteiübergreifenden Mehrheit schließlich beschlossen hat. „Es ist wichtig, aber kein akutes Thema“, erklärt die Bürgermeisterin noch einmal ihre Gründe. Die Entscheidung hätte noch Zeit gehabt. Das Thema verliert sie trotzdem nicht aus dem Blick. So betont sie, dass insgesamt über zeitlich flexiblere Betreuungszeiten gesprochen werden müsste, etwa bei der Tagespflege. Nicht alle sind davon begeistert. „Viele möchten einen Krippenplatz für ihr Kind“, sagt eine der Anwesenden. Wichtig sei eine U3-Betreuung auch für Schwege. Das sichere auch den Schulstandort. „Denn junge Familien ziehen nur an Orte, die das bieten, was sie brauchen.“


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