Überraschungseffekte Glandorfer Windmühlensanierung ist feuchte Angelegenheit

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Glandorf. Renovierungsarbeiten an alten Gemäuern haben eins gemeinsam: Überraschungen sind vorprogrammiert. So auch in der Glandorfer Windmühle.

Wie begossene Pudel müssen sich die Arbeiter gefühlt haben: Als sie im Inneren der Windmühle den Putz abklopften, kam ihnen unversehens ein Wasserschwall entgegen. „Sie waren wirklich tropfnass“, berichtet Hubert Schlotmann, stellvertretender Vorsitzender des Windmühlenvereins. Denn hinter dem Putz verbarg sich ein nur behelfsmäßig zugemauertes armtiefes Loch, wie Schlotmann nun zeigt. Hier hat sich in den letzten Jahren Feuchtigkeit gesammelt, bis es schließlich nahezu komplett mit Wasser gefüllt hat. Die Sanierung duldete also keinen Aufschub.

Komplett vom Putz befreit

Völlig überraschend kam dies natürlich nicht. Die Wände in der mittlerweile von innen komplett vom Putz befreiten Windmühle fühlen sich feucht an. Architekt Christoph Probst hatte genau davor gewarnt: Im Dezember des vergangenen Jahres verglich er die Windmühle mit einem „Aquarium“ mit Faulpilzen und Holzwürmern. Er hat nicht übertrieben. Faszinierend ist aber auch die einzigartige Struktur des Gemäuers. Mit den Jahren wurden hier sämtliche unterschiedlichen Steine und sogar Metallteile verwendet.

Wahrzeichen mit unschönem Anlitz

Um das Wahrzeichen der kleinen Gemeinde zu retten, entschied sich der Rat schließlich für eine komplette Sanierung der Windmühle. Geschätzt werden die Kosten derzeit auf etwa 395895 Euro, die von der Gemeinde und dem Windmühlenverein aufgebracht werden. Letzterer hat nicht nur Fördergelder gesammelt, er hat auch in Eigenleistung einige Vorarbeiten erledigt. Das Ergebnis ein etwas unschönes Antlitz: Denn die Mühlenblätter und die Holzgalerie sind bereits abmontiert worden. Die Windmühle sah – ohne Gerüst – kahl aus. Aber genau so soll es sein.

Viel zu tun bis zur Landesgartenschau

Am Dienstag rückten schließlich die Schädlingsbekämpfer an. Zwei Wochen soll die Windmühle aufgeheizt werden. Damit wird das Mauerwerk zum einen trocken gelegt und die Holzwürmer beseitigt. Ob es wirklich so schnell geht, hängt auch von den Witterungsbedingungen ab, wie Bauamtsleiter Frank Scheckelhoff berichtet. Bleibt der Winter milde, wie im vergangenen Jahr, könnten die Renovierungsarbeiten jedoch zur Landesgartenschau in Bad Iburg fertig sein.

So soll nach der Schädlingsbekämpfung der Putz auch von Außen abgeschlagen werden. Da das Ganze eine staubige Angelegenheit ist. wurde schon jetzt um das Gerüst ein grünes Schutznetz gespannt. Danach soll – möglichst noch in diesem Jahr – eine erst Putzschicht aufgetragen werden. „Parallel können erste Arbeiten für neue Windmühlenflügel und die Galerie beginnen“, kündigt der Bauamtsleiter an. „Wir wollen so schnell wie möglich fertig werden“, so Frank Scheckelhoff. Am besten bis zur Landesgartenschau 2018.


Die Mühlenwände sollen in Zukunft trocken bleiben. Wie die Gemeinde dies genau bewerkstelligen will, soll in Zukunft entschieden werden. „Es gibt verschiedene technische Lösungen“, erläutert der Bauamtsleiter. Diese müssen auch mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden.

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