Bau- und Planungsausschuss Per Anhalter von Schwege nach Glandorf

Per Anhalter fährt es sich gut, wenn auch die gute Laune mitreist. In Glandorf will der Ausschuss Mitfahrerbänke auf den Weg bringen. Foto: Nicolas Armer/dpaPer Anhalter fährt es sich gut, wenn auch die gute Laune mitreist. In Glandorf will der Ausschuss Mitfahrerbänke auf den Weg bringen. Foto: Nicolas Armer/dpa

Glandorf. Vor allem junge Glandorfer wünschen sich mehr Mobilität. Im Bau- und Planungsausschuss wurde daher diskutiert, ob Mitfahrerbänke eine Lösung sein könnten.

Die Idee und der Antrag der Jungen Union Glandorf war bereits im Sozialausschuss einmal andiskutiert worden. Die Jugendorganisation der Christdemokraten hatte beantragt, Mitfahrerbänke in Glandorf und in seinen Außenbezirken aufstellen. An diesen Orten könnten Anhalter auf Autofahrer warten, die sie mitnehmen. „Zunächst würden wir das Projekt auf der Strecke zwischen Schwege und Glandorf ausprobieren“, erklärt Carsten Linnenberg (CDU/Junge Union) während des Bau- und Planungsausschusses. Er hofft, dass sich die Mobilität all jener, die auf ein Auto verzichten müssen, dadurch steigert.

Sicherheitsaspekte

Grundsätzlich stößt der Antrag auf viel Zustimmung im Ausschuss. Ein konkreter Plan sowie der genau Standort der Bänke werden jedoch auch in Zukunft noch Gesprächsstoff liefern. Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann ergänzt zudem den Vorschlag der Jungen Unon: Teilnehmende Autofahrer – so die Idee – könnten sich bei einer zentralen Stelle, etwa der Gemeindeverwaltung registrieren. Sie bekommen dann einen Aufkleber und können Anhalter mitnehmen. Die Bürgermeisterin, die als Schülerin selbst immer wieder ihren Daumen ausstreckte, denkt mit diesem Vorschlag vor allem auch an die Sicherheit aller Beteiligten. Josef Hesse (CDU) schlägt zudem eine Internetplattform vor, bei der sich alle beteiligten koordinieren können. „Dabei hätte ich eher Bauchschmerzen, es wäre besser wenn es eine private Sache bleibt“, gesteht Magdalene Heuvelmann.

Ideen zusammenführen

Gesprächsbedarf gab es auch bei Fragen der konkreten Umsetzung: So schlägt die Junge Union vor, die Generationenwerkstatt mit dem Projekt zu beauftragen. „In diesem Fall würde die Firma Lietmann die Kosten übernehmen“, berichtet Carsten Linnenberg. Die Bürgermeisterin nennt weitere Firmen, die ebenfalls ein Interesse an der Umsetzung angemeldet haben.Grundsätzlich spricht sich der Ausschuss zunächst für den Antrag der Jungen Union aus. Nun wird es um die genaue Ausgestaltung der Pläne gehen: „Wir sollten verschiedene Ideen zusammenführen“, so Alfons Pöhler (CDU).


Bei Versicherungen nachgefragt: Wer haftet im Falle eines Unfalls?

Auch Sebastian Gottllöber (UWG) findet die Idee „charmant“. Er bringt jedoch auch das Thema Haftung auf den Tisch: Sollte auf der Fahrt etwas passieren, könnte die Gemeinde am Ende dafür finanziell gerade stehen müssen? Die Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann verneint dies. Dies würde privatrechtlich geregelt. Wie diese Reglung genau aussieht muss jeder Fahrer im Einzelfall in Erfahrung bringen – dazu raten ADAC und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. „Bei Schädigung von dritten zahlt grundsätzlich die Haftpflichtversicherung des Autofahrers“, sagt der Pressesprecher der GDV. Also auch dann, wenn ein Autofahrer einen Fremden am Straßenrand oder bei der Mitfahrerbank aufliest. Allerdings komme die Versicherung nicht in einem gewerblichen Rahmen auf – etwa bei Taxifahrten. Sobald alles über eine Internetplattform organisiert wird, könnte es also problematischer werden: „Auf dieser Plattform müssten die Teilnehmer auf jeden Fall schwören, nicht gewerblich unterwegs zu sein“, erläutert der Versicherungsfachmann. Und selbst dann: Vor einer Registrierung rät der Pressesprecher den Teilnehmern, den Fall noch einmal konkret mit der eigenen Haftpflichtversicherung zu klären.

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