Keine Schindeln? Viele Glandorfer Ratsmitglieder für eine verputzte Windmühle

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In die Jahre gekommen und mit erheblichen Schäden an den Außenwänden, die Windmühle als Wahrzeichen Glandorfs. Foto: Rolf HabbenIn die Jahre gekommen und mit erheblichen Schäden an den Außenwänden, die Windmühle als Wahrzeichen Glandorfs. Foto: Rolf Habben

Glandorf. In seiner Sitzung am 7. Juni wird sich der Bauausschuss der Gemeinde Glandorf wieder mit der Windmühle befassen. In der darauffolgenden Ratssitzung entscheidet sich voraussichtlich die Frage, ob das Glandorfer Wahrzeichen verputzt werden soll.

Es hat durchaus seine Berechtigung erst ganz zum Schluss die Frage zu stellen: Schindeln oder keine Schindeln an der Glandorfer Windmühle? Denn zunächst stehen noch zahlreiche andere Maßnahmen an: Das Gemäuer muss trocken gelegt und das Ungeziefer beseitigt werden. Auch eine Generalüberholung von Mühlenflügel und der Galerie stehen auf dem Programm. Das meiste Diskussionspotenzial bietet jedoch die Frage, ob die Glandorfer Windmühle verputzt werden soll.

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Doch zunächst sollen voraussichtlich im kommenden Bauausschuss alle Fakten auf den Tisch gelegt werden: „Unser Architekt Christoph Probst muss einen Zeit- und Finanzplan vorlegen“, fordert Josef Hesse (CDU). „Es fehlt zum Beispiel noch eine genaue Auflistung der Alternativen zu den Schindeln“, erklärt auch Ute Laumann (SPD). Das sehen alle Parteien als Voraussetzung für die endgültige Entscheidung.

Die Mühle fehlt

Diese soll jedoch möglichst bald getroffen werden. Diesen Wunsch äußert die CDU. Zurzeit ist das denkmalgeschützte Gebäude gesperrt. Außerdem fehlen die Flügel. Problematisch ist das auch, weil viele Glandorfer die Windmühle als Standesamt schätzten. „Momentan weichen viele auf das Schloss Harkotten aus“, berichtet Ulrich Hengelsheide (CDU).

Mehrheit gegen Schindeln?

Auf Grundlage der aktuellen Informationslage scheint sich jedoch eine Mehrheit für eine verputzte Mühle abzuzeichnen: „Die Mehrheit der CDU ist gegen Schindeln und für den Erhalt der ursprünglichen Optik“, so André Winterberg (CDU).

Gottlöber: Nicht glücklich sich mit der Denkmalschutzbehörde anzulegen

Die UWG scheint das ähnlich zu sehen – auch wenn sich Fraktionsvorsitzende Andrea Puke nicht äußern möchte. Auf ihrer Facebookseite gibt die Unabhängige Wählergemeinschaft jedoch bekannt: „Unserer Meinung nach sollte die Mühle nur dann verschindelt werden, wenn es gravierende Argumente gibt, ansonsten teilen wir die Auffassung des Windmühlenvereins und der Denkmalschutzbehörde“.Kreistagsmitglied Sebastian Gottlöber (UWG) argumentiert: „Ich finde es nicht glücklich, sich mit der Denkmalbehörde des Landkreises anzulegen, wenn man eine große Summe von der Sparkassenstiftung erhält und noch Mittel aus dem Topf für Denkmalpflege haben könnte“. Hintergrund ist unter anderem ein Schreiben der Denkmalschutzbehörde, in dem sich die Denkmalschutzpflegerin zunächst gegen Schindeln ausspricht.

Finanzielle Aspekte

„Man muss jedoch auch den finanziellen Aspekt betrachten“, argumentiert Josef Hesse (CDU) eher für Schindeln. Ähnlich sieht das die SPD: „Wenn die Sanierung ohne Schindeln langfristig möglich wäre, dann wäre das super“, so Ute Laumann. Letztendlich sei dies jedoch auch eine Kostenfrage.


Die Bauausschussitzung findet in Glandorf am Mittwoch, 7. Juni, statt. Der Gemeinderat findet am Montag, 19. Juni, zusammen.

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