Justus Osseges Reisebericht Glandorfer radelt durch Kambodscha und Iran

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Glandorf. Zwei außergewöhnliche Radreisen führten den Glandorfer Globetrotter Justus Ossege 2016 durch Südostasien und von der Türkei bis in den Iran. Jetzt berichtete er mit einem Foto-Vortrag im Gasthof Buller von seinen Abenteuern.

Mit einem kurzen Rückblick startete Justus Ossege sein Programm: „ Wie bin ich überhaupt zum Reisen und Radfahren gekommen?“. Im Alter von 12 Jahren bekam der heute 26-Jährige, inzwischen in Paderborn lebende Lehramtstudium-Absolvent, sein erstes Rennrad. Justus wurde Mitglied im Radsportverein Harsewinkel, fuhr Rennen an verschiedenen Orten Europas, später sogar in China und Dubai. „Dabei bin ich auf den Geschmack gekommen, doch bei Rennen begleitete mich stets auch Leistungsdruck auf Reisen“. Das sollte sich ändern und so flog Justus im Februar 2016 zwar mit Rad, aber ohne Radrennpläne nach Kambodscha.

Mekong

In sechs Wochen fuhr er eine 4000 Kilometer lange Tour durch Kambodscha, Vietnam, Laos und Thailand. Justus erradelte sich die über 1000 Jahre alte, größte Tempelanlage der Welt – Angkor Wat , überquerte Brücken im Flussnetz des Mekong Deltas, fuhr entlang der Berge bei Sa Pa, wo ihm Nebel den Blick auf die berühmten Reisterrassen versperrte. Seine Route führte ihn auch an Orte, fernab der Touristenwege. So traf er in Bergdörfern Menschen, die noch nie zuvor Begegnungen mit Europäern hatten.

Ein unvergessliches Erlebnis sei gewesen, einem Mönch in Laos das Radfahren beizubringen. Größte Herausforderung war die Hitze. „Bei 40 Grad zehn Stunden im Sattel, durchschnittlich 150 bis 250 Kilometer pro Tag, das zehrt“, beschrieb er. Da trinke man locker 15 Liter Wasser am Tag und müsse trotzdem nur zweimal zur Toilette, der Rest würde ausgeschwitzt. Während seiner Reise traf er den Weltumradler Huetzin aus Belgien. Als Justus ihn fragte, welches Ziel er ihm empfehle, lautete die Antwort des Belgiers: „Schau Dir unbedingt mal Iran an“.

Gastfreundschaft

Im September 2016 brach der sportliche Glandorfer in Istanbul zur nächsten Tour auf. Fünf Wochen später erreichte er die Wüstenstadt Isfahan im Iran. Dieses Mal begleitete ihn Rad-Kollege Jan Schlimm aus Dillenburg. In der Türkei erlebten sie herzerwärmende Gastfreundschaft. In Georgien radelten sie manches Mal mit dickem Schädel. Ständig wurden sie zu Wodka eingeladen, eingeschenkt aus Plastikkanistern. Über Armenien ging es in den Iran. „Dort braucht man weder Zelt noch Hotel. Obwohl Couchsurfing verboten ist, wurden uns überall Kost und Logis angeboten“, berichtete Justus Ossege. In der iranischen Wüste übernachtete er unter glitzerndem Sternenhimmel auf der Dachterrasse einer Moschee, wurde am Folgetag von der Polizei als Spion verdächtigt und festgenommen, weil er vom Weg abgekommen in ein Militärgebiet geraten war. Abenteuer pur!

„Und doch habe ich mich im Iran nie unwohl gefühlt, habe dort unglaublich gastfreundliche Menschen kennengelernt. Ich sage euch, Iran ist ein weltoffenes und sicheres Reiseland“, betonte Justus, der am 20. März seine nächste Radreise startet. Indien steht auf dem Plan. Mehr aus Glandorf im Netz

Reisevortrag kommt an

Mehr und mehr Interessierte waren zu Beginn sin den Saal geströmt, zusätzliche Plätze mussten her. „Mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet. Toll, dass ihr alle da seit“, freute sich Justus Ossege zusammen mit dem Vorsitzenden des Kultour-Gut-Vereins Frank Niermann. Zum ersten Mal hatte der Glandorfer Heimat- und Kulturverein zu einem Reisevortrag eingeladen. „Es scheint gut anzukommen“, stellte Frank Niermann fest.


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