Bauausschuss Glandorf bringt Mühlen-Sanierung auf den Weg

Von Andrea Pärschke

Die Glandorfer Mühle in der Windmühlenstraße ist derzeit gesperrt. Foto: Michael GründelDie Glandorfer Mühle in der Windmühlenstraße ist derzeit gesperrt. Foto: Michael Gründel

Glandorf. Die Windmühle, das Glandorfer Wahrzeichen, soll saniert werden. Dafür zumindest hat sich der Bauausschuss ausgesprochen. In der Beschlussfassung ging es vor allem darum, das Projekt auf den Weg zu bringen. Das heißt: die Denkmalrechtliche Genehmigung und Fördermittel mussten beantragt werden.

Es ist eigentlich eine außerordentliche Bauausschusssitzung, die am Mittwochabend zusammenkam – eine, die es in sich hatte. Denn es ging unter anderem auch um die Sanierung der Windmühle – und um etwa 450000 Euro, die dafür nötig sind.

Eine Notlage

„Die Gemeinde ist hier in einer Notlage, denn das ist ein ganzer Batzen Geld“, sagt die Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann. „Wir müssen versuchen alle möglichen Gelder zu aktivieren“, sagt auch Ausschussmitglied Willi Micke (SPD). Deshalb wird neben der Gemeinde der Windmühlenverein aktiv – auch finanzielle Unterstützung sicherte er bereits zu. Er wird jedoch auch tatkräftig mit anpacken.

Fördergelder

Etwa 147000 Euro der Gesamtsumme sind außerdem förderfähig. Davon möchte die Gemeinde voraussichtlich etwa 78000 Euro bei dem ZILE Projekt beantragen. Das sind EU-Fördergelder, die über das Land Niedersachsen ausgeschüttet werden. In einem ersten Gespräch mit der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Osnabrück sondierten Magdalene Heuvelmann und Fachdienstleiter Frank Scheckelhoff die Lage. „Wir haben uns mehr erhofft“, gesteht die Bürgermeisterin. Denn in diesem Jahr steht offenbar nur relativ wenig Geld zur Verfügung. Nur etwa 400000 Euro der EU-Zuschüsse werden 2017 auf sämtliche Projekte im Emsland und dem Osnabrücker Land verteilt. Die Ausschussmitglieder wollen es dennoch versuchen. Sie empfehlen dem Verwaltungsausschuss bis zum 31. Januar 78000 Euro bei dem ZILE Projekt zu beantragen. Auch Ratsherr und Landtagsabgeordneter Martin Bäumer (CDU) sichert seine Unterstützung zu.

Suche nach weiteren Töpfen

Doch damit geht die Suche nach möglichen Fördertöpfen erste los. „Der Windmühlenverein sollte auch einen Zuschuss durch die Sparkassenstiftung in Erwägung ziehen“, empfiehlt Sebastian Gottlöber (UWG) mit einem Blick in den gut gefüllten Zuschauerraum. Denn die Sanierung aufschieben und auf förderfreudigere Zeiten hoffen, kommt nicht in Frage. Auch wenn die Denkmalschutzpflegerin des Kreises genau das fragte: Kann das warten? Doch eben das ist kaum möglich.

Unaufschiebbar

Der Gutachter Christoph Probst hatte ausdrücklich davon abgeraten, denn die Mühle ist in keinem guten Zustand. Zudem ist sie Glandorfs Wahrzeichen und wird außerdem als Hochzeitsmühle genutzt. Seit sie gesperrt wurde, fehlt der Gemeinde ein vergleichbares Trauzimmer. „Außerdem möchten wird uns bei der Landesgartenschau 2018 von unserer besten Seite zeigen“, erläutert die Bürgermeisterin auch vor dem Ausschuss ihre Argumente. Der Ausschuss stimmte mit ihr in diesen Punkten überein.

Denkmalschutzrechtliches Gutachten

Neben den finanziellen Aspekten empfahl der Ausschuss zudem ein Denkmalschutzrechtliches Gutachten bei dem Kreis auf den Weg zu bringen.