Bremer Weg in Glandorf Absolute Randlage


Glandorf. Die Erklärung zu dem Straßennamen scheint ganz einfach zu sein: Der Bremer Weg führt von Glandorf in Richtung Norden, also schnurstracks nach Bremen. Aber dem ist nicht so, viel mehr geht der Straßenname auf den alten Wortstamm „Brem“ zurück.

Glandorf pflegte im 19. Jahrhundert gute Handelsverbindungen nach Bremen, das Seilereiwesen des Ortes versorgte die Marine. Auf der gleichen Route wurden Tabakwaren von Bremen nach Glandorf geschickt. „Der ,„Bremer Weg‘ verläuft aber gar nicht in Richtung dieser Handelsrouten und wird sicherlich nicht der Hauptverkehrsweg für die Güter gewesen sein“, erklärte Frank Niermann, Kultour-Gut! Glandorf.

Brennerei

Fährt man über die Kattenvenner Straße, so biegt der „Bremer Weg“ nahe der Brennerei August Schierhölter in Richtung Schwege ab. Am „Bremer Weg“ herrscht absolute Ruhe, denn die Straße verläuft an Feldern und einigen wenigen Höfen entlang. Auf den gut 3,5 Kilometern bekommt man Natur pur geboten. Die Straße grenzt an die Ortsteile Kattenvenne/Meckelwege in Lienen. Der „Bremer Weg“ verläuft durch die Gemarkung „Auf dem Bremen“. Um das Jahr 1806 wurde das Gebiet in alten Landkarten noch „Bremken Venn“ genannt.

An der Kreuzung „Up de Haar“ geht der „Bremer Weg“ in die „Bremstraße“ über und bildet dort den Übergang in das westfälische Gebiet. „Diese Randlage führt uns auf den richtigen Weg zur Entstehung des Straßennamens — auch dass in Westfalen der weitere Verlauf der Straße als ,Bremstraße‘ bezeichnet wurde“, sagte Frank Niermann. Das altsächsische Wort „bremo“ liefert den Ursprung für das Wortteil „Brem“. Dahinter steckt die Bedeutung „Rand“ oder „Fransen“. Bereits im Grimmschen Wörterbuch ist das Wort „breme“ oder „bräme“ zu finden, die frühere Verwendung erklärt sich dort so: „..an die seume oder preme der kleider“. Der Wortstamm kommt heute noch im Sprachgebrauch vor. Wenn man einen Rand schmückt, wird das Wort „verbrämen“ genutzt.

Randgebiet

Der „Bremer Weg“ führt also entlang des Randgebietes, in diesem Fall  das Grenzgebiet zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Mehr aus Glandorf im Netz

Die Gemarkung wurde recht spät für die Landwirtschaft erschlossen. „Die Bezeichnung „Bremken Venn“ lässt den Rückschluss zu, dass sich hier um das Jahr 1800 noch „ein kleines Moor in Randlage“ zur benachbarten Grafschaft Tecklenburg befand“, recherchierte Frank Niermann.

Hansestadt

Es gibt also doch eine Verbindung zwischen dem Bremer Weg in Glandorf und der Hansestadt an der Weser: eine sprachgeschichtliche. In der Randlage an der Grenze zwischen Land und Wasser liegt auch der Ursprung für den Stadtnamen Bremen.


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