Kleinkrieg am Gartenzaun Plattdeutsches Theater der Landjugend in Glandorf

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Glandorf. Wer hat den Gartenzwerg ermordet? Dieser Frage geht die Landjugend Glandorf auf den Grund. Mit einem vergnüglichen Kleinkrieg am Gartenzaun zeigt die Spielschar ein plattdeutsches Lustspiel. Ein dörflich idyllisches Bühnenbild und plattdeutsche Beschimpfungen begeistern dabei das Publikum.

Paul, Gartenzwergliebhaber mit Machoallüren, ist fassungslos: Sein geliebter Musikzwerg ist ermordet worden. Die Schuldige scheint schnell gefunden. Schließlich konnte Nachbarin Inge seine Zwerge noch nie leiden. Der heimtückische Anschlag entfacht in Glandorf ein heilloses „Spektakel bi Vedd’n Paul“.

Mit dem plattdeutschen Theaterstück von Gudrun Ebner feierte die Spielschar Landjugend am Samstag ihre Premiere. In der souveränen Regie von Frank Niermann kochen dabei im Saal Herbermann die Emotionen hoch. Denn Schulbusfahrer Paul (Ralf Jankrift) ist ein echter „Bollerkopp“, mit dem nicht nur seine Frau Gerlinde (Tanja Kolkmeyer) ihre liebe Not hat. Auch Tochter Susanne (Ann-Christin Peters) fürchtet seine cholerischen Ausbrüche.

Nachbarschaftsstreit und Ehekrach

Dass sie ausgerechnet von Peter (Justus Biedendieck), dem „Pimmel van’t Finanzamt“, ein Kind bekommt, verspricht für den häuslichen Frieden wahrlich nichts Gutes. Der allerdings ist ohnehin nachhaltig gestört. Denn die Nachbarn Inge (Carina Recker) und Egbert (Alexander Harwerth) sind aus dem Urlaub zurück, in indischer Nationaltracht und mit der „Blume der Jugend“ im Gepäck. (Weiterlesen: Erhalt des Platt mit Pfiff )

Nachbarschaftsstreit, Ehekrach und dazwischen noch „Sabbeltante“ Edelgard (Anna Mennemann), die mit Klatsch und Tratsch genüsslich die Eifersüchteleien schürt: Mit einem verbalen Feuerwerk und treffend gezeichneten Charakteren lieferten sich die Akteure der Landjugend einen kurzweiligen Schlagabtausch. Der „Mord“ am Gartenzwerg lässt den Kleinkrieg am Gartenzaun vollends eskalieren. Denn das Corpus Delicti taucht ausgerechnet im nachbarlichen Blumentopf auf.

Dörflich idyllisches Bühnenbild

Und überhaupt ist der „öwerkandidelten Ökotussi“, aus deren Garten statt dem Niedersachsenlied indische „Quakmusik“ schallt, alles zuzutrauen. Paul plant angesichts des Frevels den Bau einer zweiten Chinesischen Mauer. Inge, im Urlaub umgetauft zu Indira, bangt angesichts des benachbarten „Bonsai-Rambos“ um ihre kostbare Pflanze. Gerlinde tröstet sich unterdessen in den Armen von Egbert, mit Argusaugen beobachtet von Edelgard, die ein zweites Sodom und Gomorrha gekommen sieht. An eine entspannte Skatrunde zwischen Egbert, Paul und seinem Kumpel Kurt (Jakob Korte) ist in der aufgeladenen Atmosphäre ohnehin nicht zu denken. (Weiterlesen: Theaterstück der KLJB 2014 )

Mit viel Liebe zum Detail schuf das Bühnenbauteam der Spielschar den dörflich-idyllischen Rahmen für die scharfzügigen Nachbarschaftsgefechte. Als Souffleuse agiert Lisa Jankrift. In der Maske verwandeln Christina Steinkraus und Julia Vogelpohl die Akteure, die einander mit bemerkenswerter Sicherheit plattdeutsche Beschimpfungen an den Kopf werfen.

Doch wer hat nun eigentlich den Gartenzwerg auf dem Gewissen? Und gibt es überhaupt noch eine Aussicht auf Waffenstillstand im Nachbarschaftskrieg? Die Antwort gibt die Spielschar der Landjugend noch bei drei weiteren Aufführungen jeweils am Samstag, 5. und 12. März, ab 20 Uhr sowie am Sonntag, 6. März, ab 19 Uhr im Saal Herbermann. Mehr aus Glandorf im Netz


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