Traditionsveranstaltung mit Neuerungen Frischer Wind auf der Glandorfer Kirmes

Von Petra Ropers


Glandorf. Die Stoßgebete, die nicht nur Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann noch am Morgen zum regenverhangenen Himmel schickte, haben offenbar geholfen: Bei schönsten Sommerwetter startete am Freitag die Traditionskirmes im Herzen von Glandorf.

„Kirmes ist etwas für Jung und Alt“, weckte die Bürgermeisterin die Vorfreude auf das bunte Treiben, das drei Tage lang ganz Glandorf auf die Beine brachte. Ihr ausdrücklicher Dank galt dem Schausteller und Organisator Bernd Tovar für sein großes Engagement: „Für ihn ist die Glandorfer Kirmes eine Herzensangelegenheit!“ Das gilt auch für den Spielmannszug Glandorf-Schierloh, der seit vielen Jahren die Eröffnung der Kirmes begleitet.

150 Fahrchips fliegen durch die Luft

Mit „Wien bleibt Wien“ und dem „Chianti-Lied“ stimmten die Musiker auf den bevorstehenden Bummel durch die Budengasse ein. Die Schausteller selbst gaben dazu begehrte „Starthilfe“: Insgesamt 150 Fahrchips und viele Plüschtiere flogen zum Auftakt vom „Disco Dance“ in die hochgereckten Hände der jungen Kirmesbesucher. Auf dem Polizeimotorrad oder im Flugzeug drehten anschließend die Jüngsten ihre Runden.

Erwünschte Karambolagen

Die Älteren presste die Raupenbahn in rasanter Fahrt zu treibenden Rhythmen aus den Musikboxen in die Sitzbänke. Der Simulator verband Action und Tempo zu einer perfekten 3D-Illusion. Auf dem Zentralparkplatz setzten junge Fahrer unterdessen alle Verkehrsregeln außer Kraft. Schließlich sind im Autoscooter Karambolagen und Rempeleien nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht.

Keine geschlossene Gesellschaft

Am Sonntagvormittag hatten die kleinen Flitzer allerdings erst einmal Pause. Denn zum ersten Mal startete der dritte Kirmestag mit einer Andacht auf dem Autoscooter. Ist in Glandorf im übertragenen Sinne „geschlossene Gesellschaft“, wie es zeitweise an manchen Gaststätten heißt? Oder heißt der Ort Fremde, Gäste und Neubürger willkommen? Diese herausfordernde Frage stellte Pfarrer Ulrich Müller zur Andacht.

Weitflugwettbewerb

Die Kirmes bereitete den Besuchern auf jeden Fall ein herzliches Willkommen. Neue Ideen hielten die Schausteller dazu bereits am Kirmessamstag bereit: Zahlreiche Luftballons stiegen am Nachmittag zu einem Weitflugwettbewerb in den Glandorfer Himmel. Die fünf weitesten Flüge belohnen die Schausteller im kommenden Jahr mit einer wohl gefüllten „Bummeltüte“ für die Kirmes.

Viele Angebote am Sonntag

Bluesig, swingend und in bester Laune ging es später auf dem Thie mit zwei Livebands in den Kirmesabend. Neben spannenden Neuerungen hatte auch Bewährtes erneut seinen Platz auf der bunten Meile. Dazu gehört unter anderem der Trödelmarkt, der aus dem Programm der Traditionskirmes nicht wegzudenken ist: Zum Feilschen und Handeln pilgerten die Schnäppchenjäger bereits in aller Frühe über die reich bestückte Trödelmeile.

Auch die ortsansässigen Geschäftsleute bereiteten sich auf den erwarteten Besucheransturm vor. Viele von ihnen hielten zum verkaufsoffenen Sonntag attraktive Angebote und Aktionen bereit.