Böse Überraschung im Ausschuss Ortskernsanierung Bad Laer wird eine Million Euro teurer

Von Rolf Habben

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Piepsteinverarbeitung im Zuge der Bad Laerer Ortskernsanierung – etwas für Fachleute. Archivfoto: Anne SpilmeyerPiepsteinverarbeitung im Zuge der Bad Laerer Ortskernsanierung – etwas für Fachleute. Archivfoto: Anne Spilmeyer

Bad Laer. Die bislang bekannte Größe von 2,85 Mio. Euro für die Gesamtmaßnahme „Sanierung historischer Ortskern“ in Bad Laer ist nicht mehr aktuell: Auf die Gemeinde kommen nach vorsichtigen Schätzungen rund 1 Mio. Euro zusätzliche Kosten hinzu.

Bis zum Tagesordnungspunkt (TOP 8) verlief die Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt der Gemeinde in Anwesenheit zahlreicher Bürger routinemäßig und in ruhigem Fahrwasser. Der TOP 9 „Stadtsanierung“ hatte es allerdings unerwartet in sich und sorgte im Ausschuss wenn auch nicht für blankes Entsetzen, so doch für einigermaßen befremdliches Erstaunen.

Allein die für 2015 vorgesehenen 325000 Euro für Straßenbauarbeiten für Teilbereiche der Bielefelder Straße und der Bahnhofstraße erhöhen sich um 195000 auf nunmehr 520000 Euro. „Wir bewegen uns in ganz anderen Größenordnungen als bislang geplant“, zog Ausschussvorsitzender Stephan Niebrügge ein bitteres Resümee, man müsse die Herausforderung aber annehmen.

Vorangegangen war ein Sachstandsbericht mit prognostizierter Kostenentwicklung auf der Ausgaben- und Einnahmenseite durch Katrin Soffner von der BauBecon als Sanierungsträger, Reiner Thiel vom Münsteraner Büro für Landschaftsarchitektur Schupp und Thiel sowie Gerd Wiemann vom Ingenieurbüro Thomas und Bökamp.

Die Kostensteigerungen lägen in der Hauptsache in Mehrleistungen gegenüber den Daten in der Ausschreibung, betont Wiemann. Bei der Förderung durch das Land Niedersachsen respektive durch Mittel des Bundes sei die Obergrenze 160 Euro pro Quadratmeter Fläche. In dieser Summe seien auch die Planungs- und Gutachterkosten enthalten. Diese Obergrenze sei nicht einzuhalten gewesen.

Neben Erweiterungen der Baumaßnahme gegenüber der ursprünglichen Ausschreibung und qualitativen Verbesserungen wie Klinker anstelle von Betonstein, einem Ausgleich im Höhengefälle des Bürgersteigs zur besseren Begehbarkeit und zusätzlichen Stellflächen, waren vor allem Problematiken in der Verlegung von Versorgungsleistungen ursächlich für die Kostensteigerungen. Bodenuntersuchungen hatten erhebliche Belastungen unter anderem durch verbauten Piepstein und kohlehaltiges Bitumengemisch ergeben. „Der Großteil der Kosten liegt unter Tage; was alles sich unter der Erde verbarg, war neu und so nicht bekannt“, erklärt Wiemann.

Im Verlauf der Diskussion tauchte wiederholt die bange Frage auf, ob die Maßnahme gegenüber dem Land Niedersachsen auch dann als erfolgreich abgeschlossen gelte, wenn die geplanten Maßnahmen Rathaus-Umfeld sowie Glandorfer und Warendorfer Straße nicht zum Zuge kämen. Das konnte Katrin Soffner nicht definitiv beantworten. Möglicherweise seien Zuschussrückforderungen nicht auszuschließen. Das müsse in Gesprächen mit dem Zuschussgeber geklärt werden.


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