Bildung ist Zukunft kfd Glandorf spendet für Kirche und Kinder in Brasilien

Über den Erfolg des Adventsbasars freuten sich Pfarrer Ulrich Müller, Monika Drücker und Karin Bussmann vom kfd-Vorstand sowie Arnold Becker, Christoph Stücker und Annette Becker vom Verein „Kinderförderung Brasilien“ (von links). Foto: Petra RopersÜber den Erfolg des Adventsbasars freuten sich Pfarrer Ulrich Müller, Monika Drücker und Karin Bussmann vom kfd-Vorstand sowie Arnold Becker, Christoph Stücker und Annette Becker vom Verein „Kinderförderung Brasilien“ (von links). Foto: Petra Ropers

Glandorf. Für den Adventsbasar griffen Frauen der kfd Glandorf das ganze Jahr über zu Strick-, Häkel- oder Nähnadel, backten Plätzchen und kreierten schöne Weihnachtsdekorationen. Der engagierte Einsatz hat sich gelohnt: Zwei Spendenschecks von jeweils 1200 Euro gingen nun an die Kirchengemeinde für die Renovierung der St. Johannis-Kirche und an den Verein „Kinderförderung Brasilien“.

Rund 320000 Euro sind für die Renovierung der Kirche veranschlagt. Die Hälfte des Betrages muss die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Einen willkommenen Beitrag leistete dazu auch der Adventsbasar. Damit kletterte das Spendenbarometer innerhalb eines Jahres auf rund 120000 Euro. „Das ist ein ganz tolles Ergebnis“, freute sich Pfarrer Ulrich Müller, der im Kreis der KFD den symbolischen Scheck entgegennahm.

Eine wertvolle Hilfe bedeutet die Spende aus dem Adventsbasar, den die Frauen des „Eine-Welt-Ladens spontan auf 1500 Euro erhöhten, auch für den Verein „Kinderförderung Brasilien“. Der Verein mit Sitz in Ochtrup unterstützt die von Franziskanerinnen geführte Kindertagesstätte „Casa da Crianca“, die rund 180 Kinder aus den Elendsvierteln der 400000-Einwohner-Stadt Campina Grande betreut. Zu den Motoren des Vereins gehören Arnold und Annette Becker aus Ochtrup.

Sie adoptierten vor nunmehr 32 Jahren ein Findelkind, das als Säugling an der Pforte der Casa abgegeben wurde. Dominik wuchs als eines von vier Adoptivkindern bei ihnen auf, kehrte nach Campina Grande zurück und engagiert sich nun selbst in der Einrichtung, um anderen Kindern eine Zukunft zu ermöglichen. Einen Einblick in die Arbeit vor Ort gab sein Adoptivvater nun auf Einladung der kfd mit einem Lichtbildervortrag.

Von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends werden Kinder bis 6 Jahren in der Casa betreut und gefördert. Die Räumlichkeiten sind bescheiden. Für dringend benötigte Renovierungen bleibt kein Geld. Von den ersten Spenden finanzierte der neu gegründete Verein deshalb die Einrichtung von Sanitäranlagen, in denen die Kinder morgens gewaschen und frisch angezogen werden können. Betten wurden gekauft, damit die Kleinsten ihren Mittagsschlaf nicht auf dem Boden halten müssen.

Und weitere Sanierungsarbeiten sind dringend erforderlich. Denn noch hängen Elektrokabel frei von der Decke herunter. Der Außenbereich ist kaum mehr als eine Betonwüste. Und das Haus selbst benötigt dringend einen neuen Anstrich. Verbessern will der Verein auch die Ernährungssituation. Denn aus Mangel an Mitteln beschränkt sich das Mittagessen derzeit auf Reis, Bohnen und günstiges Hähnchenfleisch. Doch schon das einfach und immer gleiche Essen ist für die meisten Kinder ein Luxus, den sich ihre Familien nicht leisten können.

An einen Schulbesuch, der in den staatlichen Schulen grundsätzlich kostenpflichtig ist, ist für die meisten Kinder in den Elendsvierteln nicht einmal zu denken. Eines der wichtigsten Ziele des Vereins ist deshalb die Einrichtung einer Grundschule in der „Casa da Crianca“: „Bildung ist die einzige Chance, um Kinder aus den Elendsvierteln herauszubringen“, erklärte Arnold Becker, dessen Adoptivsohn vor Ort die richtige Verwendung der Spendenmittel sicherstellt.

Und davon können sich die Spender schon bald auch selbst überzeugen: Anfang März soll die Homepage des Vereins an den Start gehen, auf der unter www.kinderfoerderung-brasilien.org in Wort und Bild über die Arbeit in der Casa berichtet wird. Spenden nimmt der Verein Kinderförderung Brasilien gegen eine Spendenbescheinigung natürlich gerne entgegen bei der Volksbank Ochtrup, IBAN DE27 4016 4618 0045 0001 00.


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