Pflanze verbessert Klima Pandalis-Stiftung befürwortet Erhalt von Efeu


sta/pm Glandorf. Landauf, landab versuchen Menschen in Privatgärten oder auf öffentlichem Grund des Efeu-Bewuchses Herr zu werden, indem sie die angeblich baum- oder gebäudeschädigende Pflanze mit Stumpf und Stiel ausrotten. „Völlig falsch“, stellt die Dr.-Pandalis-Stiftung fest, „denn Efeu verringert ganz wesentlich die Luftverschmutzung, trägt zu einem gesunden Klima bei, reguliert die Luftfeuchtigkeit, sorgt durch sein beruhigendes Immergrün für Entspannung und bietet vielen Vögeln und Kleintieren ein geschütztes Zuhause und Nahrung“.

Der gängigen Vorstellung, Efeu sei ein „Baum-Mörder“, erteilt der Hannoveraner Professor für Geobotanik Richard Pott eine klare Absage: „Die oberhalb des Bodens sichtbaren Wurzelbildungen der einheimischen, immergrünen Liane Efeu dienen ausschließlich als Kletter- und Haltehilfen. Sie dringen nicht in die sie tragenden Bäume ein und erreichen nicht deren flüssigkeitsleitende Gefäße.“ Die „Vampir-Theorie“ sei völliger Quatsch, bestätigt auch Georg Wilhelm vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz). Die gängige Praxis, Efeu radikal zu beseitigen, sei biologisch betrachtet blanker Unsinn. Und wenn Bürger auf öffentlichen Grundstücken, wie zum Beispiel Friedhöfen oder Parks, selbst Hand anlegen, sei dies sogar ein Straftatbestand.

Efeu von Gebäuden zu entfernen sei ebenfalls falsch. Die meisten wissenschaftlichen Studien zeigten, dass Efeu gebäudeschützende Effekte habe und das Mikroklima von Häusern verbessere, den Schadstoffeintrag aus der Luft auf Gebäudeoberflächen verringere, starke Temperaturschwankungen ausgleiche, Belastungen durch starken Wind verringere, Erosion reduziere und deutliche Energieeinsparungen ermögliche.

Klar ist nach Ansicht der Dr.-Pandalis-Stiftung, dass gas- und staubförmige Luftverschmutzung eines der größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken der modernen Zivilisation und millionenfach für Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und jeden achten Todesfall verantwortlich sei. Klar sei auch, dass Pflanzen entlang der Straßen die Luft filterten und damit verträglicher machten. Auch dann, wenn sie großflächig Wohnhäuser oder Industriegebäude bewüchsen. Innerhalb von Gebäuden reinige Efeu auch die Luft. Sowohl von groben und feinen Staubpartikeln als auch von gasförmigen Giften wie Benzol oder Toluol.

Das gelte auch für Nanopartikel, über die das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt: „Wir sind der Ansicht, dass trotz der noch bestehenden Unsicherheiten die Befunde zum krebsauslösenden Potenzial einiger Nanomaterialien ernst zu nehmen sind.“

Angesichts der lebensfördernden Wirkungen von Efeu sei es geradezu makaber, dem urbanen Efeubewuchs den Garaus zu machen. Noch makabrer werde es, wenn anschließend in der Apotheke für sich und die Kinder teure Efeu-Arzneimittel gekauft würden, um Atemwegserkrankungen zu bekämpfen. Aus Sicht der Dr.-Pandalis-Stiftung sollte besser aktiv gegen die Ursachen der Luftverschmutzung gekämpft und die bioprotektive Begrünung durch Efeu und andere Pflanzen vor allem in Städten und entlang von Straßen gefördert werden.


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