Hobby von Bernd Philippskötter Glandorfer schnitzte schon mit acht Jahren Krippen


Glandorf. Als kleines Kind steuerte er immer schon auf ein ganz bestimmtes Ziel zu: Die elterliche Krippe. Dort legte er sich dann zwischen all die Figuren aufs Moos und war glücklich. So erzählt es zumindest seine Mutter, die heute auch schon mal den Kopf über das Hobby ihres Sohnes schüttelt. Doch Bernd Philippskötter lässt sich davon nicht beirren. Er ist und bleibt einfach krippenverrückt.

„Ich habe keine Ahnung warum“, sagt der 40-Jährige und lächelt. „Aber Krippen haben einfach was.“ Und das empfand er schon immer so.

In dem Alter, in dem er zwar nicht mehr ans Christkind glaubte, liebte er dennoch die Figuren der Maria, des Josefs, des Jesuskindes und allem, was dazu gehört. Damals gab es in Glandorf noch das Geschäft Krützkamp und damals war rund um die Weihnachtszeit sein erster Weg nach Schulschluss: Das Geschäft Krützkamp. Dort schaute er sich die Krippen an, betrachtete jede Figur und überlegte, welche ihm gefallen würde. „Meine Eltern wussten immer, wo sie mich finden konnten“, sagt er.

Doch das Anschauen alleine reichte dem kleinen Bernd nicht. Er bastelte aus Stoffresten kleine Mäntelchen für Figuren, machte erste Schnitzversuche und besaß bereits mit acht Jahren sein erstes Kerbschnitzzeug.

Während andere Teenager von Skateboards träumten oder auf ferngesteuerte Autor sparen, legte er sein Taschengeld zur Seite und kaufte sich die erste, eigene Krippe. Natürlich von Krützkamp. Die Figuren waren beweglich und stehen auch heute noch rund um Weihnachten in seinem ehemaligen Kinderzimmer im elterlichen Haus, in dem er eine kleine Wohnung in der oberen Etage bewohnt.

Auch dort ist sein Hobby nicht zu übersehen. In der Ecke steht eine Engelsfigur von Ludwig Nolde – eine Leihgabe - in der anderen die Krippe mit den nachgeschnitzten Nolde-Figuren, die ihn besonders faszinieren. Der osnabrücker Bildhauer war für seine Zeit sehr modern, weiß Philippskötter, der inzwischen ein echter Profi in Sachen Krippenkunst geworden ist.

Er ist Mitglied im Verein der Krippenfreunde und Motor des Glandorfer Krippenteams und sehr froh, „dass es auch noch andere Bekloppte wie mich gibt“, sagt er und grinst. Sein Spitzname ist – na logisch: Krippenbernd.

Und obwohl Krippenbernd natürlich schon längst genug Figuren hat, kommen immer wieder neue dazu. So wie die hübsche Maria mit den schönen Haaren, die er gerade in seinen Händen hält.

Er sucht und findet besondere Figuren im Internet, bei Krippenfreunden oder er macht sie selbst.

Philippskötter ist gelernter Tischler, doch die Arbeit dort ist eben oft Routine – er baut Särge. Wenn er Krippen entwirft oder Figuren schnitzt, dann ist er ganz bei sich, dann kommt er zur Ruhe, zum Nachdenken und das macht ihn zufrieden. Viele Leute mögen seine individuellen Arbeiten, wie seine Bornkindel – kleine Jesuskinder, die gerne zur Taufe oder Geburt verschenkt werden.

Gerade arbeitet er in der Werkstatt neben dem Wohnhaus an einer Figur, von der er noch nicht weiß, ob sie ein Hirte werden soll oder nicht. Manches entwickelt sich erst.

Früher, erinnert sich Philippskötter, ist er manchmal um 8 Uhr morgens losgefahren und habe sich den ganzen Tag über Kirchen mit Krippen angeschaut – Ideen holen.

Manche dieser Ideen finden sich dann in seinen Schnitzereien wieder oder in der großen Kirchenkrippe, die er und sein Krippenteam jedes Jahr in der Johannis-Kirche aufbauen und in der Krippenausstellung, die sie organisieren.

Seine Krippenleidenschaft bringt also viel Arbeit mit sich, doch Philippskötter macht das nichts aus. Auch, dass seine Sammelleidenschaft nicht gerade ein preiswertes Hobby ist, nimmt er hin. Da verzichtet er lieber auf Anderes – Reisen zum Beispiel. „Von einem Urlaub bleibt mir nur die Erinnerung“, sagt Bernd Philippskötter. „Die Krippenfiguren bleiben für immer.“


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