Richtlinie unter der Lupe Glandorfer wollen nicht bei der Jugend sparen

Von Anne Spielmeyer

Auch wenn es immer weniger Kinder und Jugendliche gibt: Die Jugendarbeit muss anständig gefördert werden, sind die Glandorfer sich einig. Symbolfoto: dpaAuch wenn es immer weniger Kinder und Jugendliche gibt: Die Jugendarbeit muss anständig gefördert werden, sind die Glandorfer sich einig. Symbolfoto: dpa

Glandorf. Alle Jahre wieder rücken Förderanträge auf die Tagesordnung im Sozialausschuss. Trotzdem läuft nicht alles rund: Der Antrag des Heimat- und Kulturvereins kam zu spät und wurde abgelehnt. Außerdem muss die Jugendförderung überarbeitet werden, damit der Zuschuss pro Kind nicht unter 5,10 Euro fällt.

Der demografische Wandel macht sich bemerkbar: Zuletzt waren 1320 unter 18-Jährige in Glandorf gemeldet, so wenig wie nie zuvor. Eine Zahl, die auch die Fördersumme für die Jugendarbeit schrumpfen lässt. Dabei sind viele Kinder in mehreren Vereinen gemeldet. „Erstmals sind mehr Jugendliche in den Vereinen registriert als bei der Gemeinde“, sagte Michael Brandmann (CDU). Ein Novum, das den Ausschuss die Förderrichtlinien überdenken ließ.

Das aktuelle Beispiel: Würde man die Fördersumme klassisch an der Zahl der gemeldeten Jugendlichen ausrichten, würde für 2015 ein Betrag von 6732 Euro veranschlagt. Müsste man den jedoch auf alle 1361 Vereinsmitglieder verteilen, blieben nur 4,95 Euro pro Kind. 2007 hatte sich die Gemeinde auf einen Mindestsatz von 5,10 Euro verständigt. „Wir dürfen nicht mit dem demografischen Wandel Geld sparen“, appellierte Karsten Jochmann (SPD). „Die Fördersumme soll nicht unter 5,10 Euro pro Kind sinken“, betonte auch Brandmann. Während Jochmann für ein festes Jugend-Budget von 7500 Euro jährlich plädierte, forderte Brandmann einen festen Pro-Kopf-Ansatz. Die Verwaltung arbeitet nun beide Vorschläge aus, damit der Verwaltungsausschuss beschließen kann. Fest steht: „Die Jugend darf nicht weniger bekommen.“

Für Diskussion sorgte auch der verspätete Antrag des Heimat- und Kulturvereins. 4100 Euro hatte er in Technik investiert, 20 Prozent davon, 820 Euro, sollte die Gemeinde bezuschussen. Das wird nicht passieren. Problem ist nicht die Summe, sondern der Formfehler: „Andere Vereine waren letztes Jahr zu spät. Wir haben sie rigoros abgelehnt. Das müssen wir jetzt auch machen“, sagte Jochmann (SPD). „Wo bleibt sonst unsere Glaubwürdigkeit?“, fragten die einen. „Ich finde, wir können eine Ausnahme machen“, sagte Andrea Puke (UWG). „Wir hatten nicht mehr explizit darauf hingewiesen“, sagte sie. „Der Verein kennt die Möglichkeiten. Im nächsten Jahr gibt es eine neue Chance“, fand Christian Däke (CDU). Mit 4:3 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. „Die hervorragende Arbeit, die der Heimat- und Kulturverein leistet , steht außer Frage“, betonten alle.