Ausstellung beginnt am Freitag 40 historische Karten von Glandorf

Von Anke Schneider


Glandorf. Alte Karten haben etwas Magisches. Sie stellen das Land unserer Vorfahren dar und dokumentieren Zusammenhänge, die womöglich schon längst vergessen wurden. 40 solcher Land- und Flurkarten hat der Heimat- und Kulturverein Glandorf nun zusammengetragen und wird sie von morgen an im Haus Krützkamp an der Osnabrücker Straße 10 ausstellen.

Glandorf scheint von Bedeutung gewesen zu sein, denn auch auf über 400 Jahre alten Karten taucht die Gemeinde auf. „Wahrscheinlich weil der Ort an der Verbindungsstraße zwischen Osnabrück und Münster lag“, vermutet der Vereinsvorsitzende Frank Niermann. Dass der Ortsname mal Glandörp, mal Glandorp oder auch Glandorff geschrieben wurde, liegt schlicht daran, dass man früher schrieb, wie man sprach. Verbindliche Rechtschreibregeln gab es nicht.

Die älteste Karte, die der Verein im Original zeigen kann, ist eine Zeichnung in Postkartengröße aus dem Jahr 1590. Sie ist weder maßstabgerecht noch hat sie die heute gebräuchliche Nordausrichtung. „Sie diente lediglich der Orientierung, wie die Orte zueinander liegen“, sagt Niermann. Sie entstand in einer Zeit, in der es noch keine Vermessungstechnik gab.

Mit der Zeit wurden die Karten genauer und somit auch größer. Das Herzstück der Ausstellung ist eine Landkarte von Johann Wilhelm du Plat, die aus mehreren Teilen besteht, die zu einer riesigen Karten zusammengesetzt werden können. Die Karte zeigt nicht nur den Glandorfer Ortskern, sondern auch die Ortsteile. Lediglich das Gut Oedingberge mit seinen Ländereien und auch das benachbarte Gut Harkotten erscheinen als weißer Fleck. „Die Adligen ließen sich damit buchstäblich nicht gerne in die Karten schauen“, sagt Karl-Heinz Krützkamp amüsiert.

„Glandorf war zu der Zeit wirklich ein Kaff“, so Frank Niermann. „Ein paar Bauernhöfe und eine Kirche in der Mitte, sonst nichts. „ Auf den alten Katasterkarten sind jedoch jede Menge Nummern zu finden. Am Rand wiederum ist eine Liste aufgeführt, in der den Nummern Namen zugeordnet werden. Viele dieser Namen sind in Glandorf noch heute vertreten.

Die Du Plat’sche Landesvermessung des Hochstifts Osnabrück ist bis heute eine unverzichtbare Quelle für die Siedlungshistoriker. „Wir haben heutige Katasterkarten auf die alten Karten gelegt und festgestellt, dass sich in einigen Teilen Glandorfs gar nicht so viel verändert hat“, so Krützkamp. Interessant sei auch, wie genau im 18. Jahrhundert teilweise schon gezeichnet wurde. Andere Karten wiederum seien so ungenau, dass Glandorf durchaus hier und da dem Bistum Münster zugeschlagen wurde.

Was die Gäste der Ausstellung weiterhin zu sehen bekommen werden, ist neben den rund 40 historischen Karten auch alte Landvermessungstechnik, Landvermessungslehrbücher und ein alter Grenzstein. Zudem hat der Verein sechs Sitzwürfel anfertigen lassen, auf dessen sechs Seiten Kartenteile zu sehen sind, die aneinander- gesetzt werden können. Sie zeigen das gesamte Gebiet Westfalens, aber auch die Gemeinde Glandorf. Aufgehängt werden auch drei Luftaufnahmen Glandorfs, die in den 1950er- und 1960er-Jahren gemacht wurden und nachfolgenden Karten als Grundlage dienten.

Die Ausstellung wird am Freitag, 21. November, um 19.30 Uhr mit einem Vortrag von Frank Niermann in der Windmühle mit anschließender Führung durch die Ausstellung eröffnet. An den folgenden Wochenenden (22./23. November, 29./30. November und 6./7. Dezember) ist die Ausstellung samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.