Schwege: Zeugen gesucht Einbruch in Solarpark blieb einige Tage unentdeckt

Von Anne Spielmeyer


Glandorf. Unbekannte sind vor gut einer Woche in den Solarpark Schwege eingebrochen und haben rund 200 Module geklaut. Die Zellen wurden nach Angaben des Betreibers TEN so fachmännisch ausgebaut, dass sie problemlos weiterverwendet werden können. Der Diebstahl sei erst Tage später aufgefallen, weil Teile der Anlage wegen Instandhaltungsarbeiten abgeschaltet gewesen seien, heißt es.

Es ist der erste Diebstahl im Solarpark Schwege, seit er im Jahr 2010 an den Start ging: Unbekannte haben nach Angaben von Polizei und Betreiber in der Nacht zu Donnerstag, 30. Oktober, zunächst den Stabgitterzaun samt Stacheldraht durchtrennt und anschließend rund 200 Module abgebaut. „Dabei entstand ein Sachschaden im fünfstelligen Bereich“, sagte Phil Havermann, Dienststellen-Leiter der Polizei in Dissen. Die Täter seien in der Nacht, vermutlich nach Einbruch der Dunkelheit, gekommen. Dann, wenn die Module nicht mehr unter Spannung stehen. Sie seien darüber hinaus fachmännisch und systematisch bei der Demontage vorgegangen, so Projektleiter Jörg Manzke vom Teutoburger Energie Netzwerk (Ten). Problemlos könnten die Solarmodule in diesem Zustand weiterverwendet werden. Eine Professionalität, die Manzke vermuten lässt, dass die unbekannten Täter sich auf dem Gebiet der Fotovoltaik auskennen.

Auf einer Fläche von 20 Hektar sind in Schwege rund 36000 Solarmodule angebracht, die elektronisch rund um die Uhr über ein Portal der Ten-Netzleitstelle überwacht werden. Der Diebstahl sei jedoch wegen Instandhaltungsarbeiten nicht gleich am Donnerstag vergangener Woche aufgefallen. „Während der Arbeiten sind ständig Teile der Anlage abgeschaltet, sodass eine lückenlose technische Überwachung nur eingeschränkt möglich war“, erklärt Maike Sczuka, Sprecherin der Ten. Erst Tage später bemerkte der Betreiber deshalb, dass Solarmodule, die eigentlich einspeisen sollten, nicht mehr angeschlossen waren.

Drei Tonnen Diebesgut?

Die Polizei geht davon aus, dass die Täter die Module in einem größeren Fahrzeug abtransportiert haben. Ein Modul wiegt 16 Kilo. Es dürfte sich also um Diebesgut mit einem Gewicht von mehr als drei Tonnen handeln. „Wir suchen nun dringend Zeugen für diesen Vorfall“, sagt Phil Havermann. Wer in der Nacht zum 30. Oktober am Solarpark Schwege etwas Auffälliges beobachtet hat, sollte sich bei der Polizei in Georgsmarienhütte unter Tel. 05401/879500 melden. „Der Zaun ist inzwischen wieder gesichert“, betont Sczuka. Unbefugte können nicht problemlos auf die Solarfläche in der Schweger Peripherie gelangen.

Die Anlage wurde 2009 gebaut, nahm 2010 den Betrieb auf und erzeugt jährlich 7,4 Millionen Kilowatt Strom – für rund 2400 Haushalte. Mit 36000 Modulen ist der Solarpark einer der größten in Niedersachsen. Der Park wird von mehreren Gesellschaften, an denen die Ten mehrheitlich beteiligt ist, betrieben.