Reinigungsarbeiten am Thieplatz Hingucker in Glandorf: Abtauchen für die Zisterne

Von Anne Spielmeyer


Glandorf. Ins kalte Wasser springen musste Ewald Köhne, Bauhof-Mitarbeiter in Glandorf, um die Algen an der Scheibe der Zisterne am Thieplatz wegzuschrubben. „Das war der letzte Brunnen-Tauchgang in diesem Jahr“, sagte Köhne.

Und nicht nur das. Es ist Kunst, zeigt eine Bronze-Skulptur in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei. Sie heißt „Cumil“, übersetzt der Glotzer, und hat ein eigenes Verkehrsschild, damit unvorsichtige Fahrer ihr nicht den Kopf abfahren. Wenn Ewald Köhne den Kanaldeckel beiseite schiebt, dann setzt er sich weder den Gefahren des Straßenverkehrs aus noch würde er auf die Idee kommen zu glotzen. Er will etwas schaffen – und zwar klare Sicht für Besucher im Ortskern. Viermal jährlich packt er sich deshalb den Schrubber, um von der Innenseite den Blick auf das alte Gewölbe freizulegen. „In den Vorjahren haben wir das Wasser für die Reinigung abgepumpt“, erzählt Köhne. Diesmal sei der Wasserstand bei 2,10 Meter geblieben. Er habe sich in den Trockenanzug geschält, sei durch den Gullideckel abgestiegen und habe sich erfolgreich durchs Wasser bis zur Scheibe vorgearbeitet.