Sudendorfer Vennepohl Ist das Moor in Glandorf noch zu retten?

Von Anne Spielmeyer

Wollgras? So üppig wie hier blüht es im Sudendorfer Vennepohl nicht mehr, bedauern Naturschützer. Archivfoto Annika MorhausWollgras? So üppig wie hier blüht es im Sudendorfer Vennepohl nicht mehr, bedauern Naturschützer. Archivfoto Annika Morhaus

Glandorf. Dem Niedermoor in Glandorf geht es schlecht: Der Wasserspiegel sinkt, Pflanzen wie der Mittlere Sonnentau sind ausgestorben, Wollgräser nur noch vereinzelt zu finden, erzählt Alfons Heuger, Vorsitzender der Naturfreunde Glandorf. Was ist los mit dem Naturschutzgebiet Sudendorfer Vennepohl?

Um nicht nur zu spekulieren, sondern Klarheit zu bekommen, will die Gemeinde 5000 Euro in ein Gutachten investieren, beschloss der Bauausschuss. 5000 weitere Euro übernimmt der Landkreis. Ist das Kleinod noch zu retten?

Der Sudendorfer Vennepohl steht auf der Kippe. Ganz neu ist das nicht. Seit Jahrzehnten sinkt der Wasserspiegel. „Das Moorgebiet ist durch die Flurbereinigung gestört worden“, sagt Alfons Heuger und verrät damit kein Geheimnis. Aber ist das die einzige Ursache? Über ein hydrologisches Gutachten kann herausgefunden werden, warum genau die Grundwasserverhältnisse abweichen, ob das Moor noch gerettet werden kann – und wie. „Das ist die letzte Möglichkeit, bevor wir sagen: Unser Moor ist tot“, betont Heuger. Die CDU sieht das genauso und hat einen Antrag eingebracht, um das Gutachten seitens der Gemeinde mit 5000 Euro zu unterstützen. „Es ist ein Kleinod, das wir von unseren Vorfahren geerbt haben“, erklärt Martin Bäumer (CDU) das Engagement. Irgendwann ist es für Hilfeleistungen zu spät, dann ist das Moor „verbuscht“, wie die Naturschützer es nennen. Für die meisten Ausschussmitglieder eine erschreckende Aussicht, die sie nicht einfach ignorieren wollen. „Wir können froh sein, dass wir ein Niedermoorgebiet haben. Ich bin kein Gutachter, ich kann die Ursachen selbst nicht beurteilen“, so André Winterberg.

Josef Wulfert (CDU), der die Arbeit der Naturfreunde in Glandorf grundsätzlich schätzt, äußerte sich dennoch kritisch: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass der sinkende Grundwasserspiegel auf die Entwässerungsmaßnahmen zurückzuführen ist. Dafür brauchen wir kein teures Gutachten“, sagte der Ausschuss-Vorsitzende, blieb mit dieser Meinung aber allein. Bis zu 5000 Euro soll die Gemeinde investieren, entschied der Ausschuss bei einer Enthaltung. Weitere 5000 Euro trägt die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück. Über ein Jahr soll der Wasserstand beobachtet werden, um mögliche „Lecks in der Moorwanne“ zu finden, bringt Heuger den komplizierten Vorgang in ein einfaches Bild.

„Wir brauchen ein Gutachten, um Klarheit zu haben“, sagte Rainer Stockhoff (CDU). Ralf Wiebusch (UWG) ging noch einen Schritt weiter: „Wer A sagt, muss auch B sagen. Wenn wir das Gutachten in Auftrag geben und Geld dafür ausgeben, müssen wir die Empfehlungen, die daraus erwachsen, auch umsetzen“, forderte er. Auch wenn es unangenehme sind. „Die erforderlichen Maßnahmen kennen wir nicht, darüber können wir jetzt nicht befinden“, sagte Bäumer. Das Ergebnis des Gutachtens soll auf jeden Fall öffentlich diskutiert werden, hieß es.