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Große Aktion im Feuerwehrhaus Mehr als 550 Menschen kommen zur Typisierung nach Glandorf

Von Anke Schneider


Glandorf. „Mehr geht nicht“, sagte Ortsbrandmeister Hubert Johannpötter kurz vor 16 Uhr am Sonntag über die Typisierungsaktion für Christian Korte, die die Feuerwehr gemeinsam mit dem Verein „Hilfe für Petra“ organisiert hatte. Mehr als 550 Menschen waren ins Feuerwehrgerätehaus gekommen, um sich als Knochenmarkspender in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aufnehmen zu lassen.

Der Ortsbrandmeister zeigte sich tief beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Menschen in Glandorf und Umgebung . „Eine topp organisierte Veranstaltung, wie aus dem Bilderbuch“, lobte Malte Rinkens von der DKMS die Vorbereitungen für die Aktion im Feuerwehrgerätehaus. Wenn man bedenke, dass in Glandorf seit der Gründung des Vereins „Hilfe für Petra“ 1989 bereits vier Typisierungsaktionen stattgefunden haben, sei das Ergebnis fantastisch. Viele Menschen kamen auch aus dem Umkreis, aus Westfalen, dem Kreis Steinfurt und dem Kreis Warendorf. „Auch viele Feuerwehren aus der Umgebung waren hier“, so der Ortsbrandmeister.

Rührende Geschichten am Rande

Ganz viele rührende Geschichten passierten am Rande. Da war zum Beispiel die alte Dame, die wegen ihres Alters nicht mehr typisiert werden konnte, aber trotzdem einige Scheine in die große Spendendose warf. Da war der Unternehmer, der mit den Worten „Das Geschäft läuft gerade ganz gut“ mehrere Hunderter in den Spendenkasten warf. Und da war das Team des Grills am Kreisel, das wochenlang sein Trinkgeld gesammelt hatte und einen Scheck über 250 Euro vorbeibrachte. „Es sind weit über 10000 Euro zusammengekommen“, so Johannpötter. Dazu kommt noch das Geld aus dem Pommes- und Kuchenverkauf, das ebenfalls der DKMS zukommen soll. Schließlich kostet die Typisierung der Gewebemerkmale einer Blutprobe 50 Euro.

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Die 90 Helfer, die die Daten der Spendenwillligen aufnahmen, Kuchen verkauften, Würstchen und Pommes ausgaben, Blut abnahmen und am Ende die Daten auf den gefüllten Röhrchen kontrollierten, kamen aus dem Kreis der Familie des an Leukämie erkrankten Christian Korte, aus den Reihen der Feuerwehr und aus dem Bekanntenkreis der Kameraden. Alle waren mit Eifer bei der Sache und sorgten dafür, dass alles reibungslos lief. Die Landjugend hatte eine Kinderecke installiert, in der die kleinen Gäste sich die Zeit vertreiben konnten, während die Großen sich typisieren ließen oder Kuchen aßen.

Große Hilfsbereitschaft

Am Ende des Tages war die Kuchentheke leer gefegt, Blutröhrchen und Spendendosen waren voll und das Organisationsteam rundum zufrieden. Die Tatsache, dass kurz vor der Aktion gemeldet worden war, dass es für Christian Korte einen Spender aus der Datei gibt, hat der Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region keinen Abbruch getan. „Wenn so eine Aktion direkt um die Ecke gestartet wird, dann geht man auch hin“, sagte Stephanie Blume aus Sassenberg. „Wenn man dadurch ein Leben retten kann, dann muss man einfach mitmachen“, so der 19-jährige Christoph Möllmann aus Füchtorf. „Schließlich kann mir ja auch genau dasselbe passieren
wie dem Christian“, fügte er an.

Die 18-jährige Lena Heuer aus Bad Iburg erzählte: „Einer aus meinem Jahrgang ist der Vetter von dem Christian, und er hat uns von dieser Aktion erzählt. Da ist es doch selbstverständlich, dass wir dabei sind.“