LED-Beleuchtung Wiedereinzug in renovierte Glandorfer St.-Johannis-Kirche

Von Frank Muscheid

Es werde Licht: Die neue Beleuchtungsanlage setzt St. Johannis zum Wiedereinzug nach viereinhalb Monaten glanzvoll in Szene. Foto: Frank MuscheidEs werde Licht: Die neue Beleuchtungsanlage setzt St. Johannis zum Wiedereinzug nach viereinhalb Monaten glanzvoll in Szene. Foto: Frank Muscheid

Glandorf. Viereinhalb Monate war die katholische Kirchengemeinde St. Johannis auf die evangelische Kirche Kripplein Christi und die Aula der Ludwig-Windthorst-Schule angewiesen, um Gottesdienst zu feiern. Mit dem feierlichen Wiedereinzug am vergangenen Samstagabend in die seit Mai für 320000 Euro renovierte klassizistische Hallenkirche St. Johannis soll auch sie wieder offene Türen haben.

„Jeder und jede darf kommen“ mit allem, was sein Leben fröhlich und gelingend, aber auch traurig und erfolglos mache, sagte Pastor Ulrich Müller, der mit Pater José den Festgottesdienst mit 500 Gläubigen feierte. Er wünsche sich „immer eine offene Kirche“, so wie die Leipziger Nikolaikirche vor der deutschen Wiedervereinigung, und dass sich wieder mehr Menschen in Gottesdiensten „Ruhe und Gebet“ gönnen.

Architekt Hermann Schapmann aus Ostbevern bedankte sich für Kooperation und Vertrauen. Er erläuterte gegen Ende, was die neue stromsparende LED-Lichtanlage schon zum „Gloria“ auf voller Stufe ins passende Licht rückte. Die dreistufige Hauptbeleuchtung in den alten Glaszylindern bestehe aus Lese-, Haupt- und Gewölbelicht, der Hochaltar werde aus Fenster- und Deckenbereich sowie mit Aufhelllichtern hinter sich in Szene gesetzt, auch die Taufkapelle habe eine neue Beleuchtung. Passende Lichtszenarien seien programmierbar. „Die Wände wurden frisch gestrichen, die Kunstgegenstände und Deckengemälde gesäubert und teilweise retuschiert.“ Das „physikalische Phänomen“ aufsteigender Feuchtigkeit und der Salzablagerungen „konnte nicht beseitigt werden, an den Symptomen wurde jedoch stark gearbeitet“. An den Außenwänden wurde der Sockel abgeschlagen und mit Sanierputz versehen, der Sandsteinboden geschliffen, Abplatzungen und Salzränder beseitigt. Lautsprecher- und Mikrofonanlage wurden ergänzt und teilweise erneuert. Schapmann überreichte statt des symbolischen Schlüssels einen Umschlag für die Kollekte.

Mit einem Behinderteneingang an der Brauttür ist St. Johannis auch baulich die von Pastor Müller gewünschte „offene Kirche“ geworden, für die er das Bild des Propheten Ezechiel von der Quelle unter dem Tempel von Jerusalem anführte: „Unsere Johannis-Kirche ist wie eine Quelle. Was in der Kirche geschieht, was dort gefeiert wird, schenkt neues Leben, schenkt mehr Leben, das Leben erfährt Heilung, Ruhe und Frieden.“

Er dankte allen Beteiligten für ein Gemeinschaftswerk, unter anderem Herberge-Gebern, Helfern und Spendern. Bei 65000 Euro steht das Spendenbarometer, „ein Super-Betrag innerhalb eines halben Jahres“, so Müller. Ingesamt 160000 Euro muss die Kirchengemeinde aufbringen, die andere Hälfte übernimmt das Bistum Osnabrück. Am vierten Adventswochenende geben Kinderschola „Crescendo Kids“ und Chor „Crescendo“ ein Benefizkonzert.

Bürgermeister Franz-Josef Strauch zeigte sich tief beeindruckt vom Gotteshaus in neuem Licht: „Man sieht jetzt die ganze Pracht der Kirche“, die für die tatkräftige, großartige Gemeinschaft in Glandorf stehe. „Eine Kirche lebt, wenn sie von innen leuchtet, so wie diese – nicht, wenn sie von außen angestrahlt wird“, so Strauch. Er wünschte
der St.-Johannis-Kirchengemeinde „noch ganz viele leuchtende Stunden“.