Typisierungsaktion am 14. September Christian aus Glandorf sucht Stammzellspender

Christian Korte (17) aus Glandorf ist an Blutkrebs erkrankt. Foto privatChristian Korte (17) aus Glandorf ist an Blutkrebs erkrankt. Foto privat

Glandorf. Christian Korte aus Glandorf ist an Blutkrebs erkrankt. Seinem Knochenmark fehlen Stammzellen, die zur Blutbildung erforderlich sind. Um einen geeigneten Spender für den 17-Jährigen zu finden, ist in Glandorf am 14. September eine Typisierungsaktion geplant.

Christian steckt mitten in der Lehre zum Industriekaufmann, als ihn Ende Mai die Diagnose „Leukämie“ aus dem Alltag reißt. Sein Leben ist akut bedroht. „Ich will wieder gesund werden“, sagt der Teenager mit heiserer Stimme. Den ersten von drei Chemo-Blöcken im Uni-Klinikum Münster hat er gerade hinter sich. Im Mai hätte er sich vieles ausmalen können, aber kein Leben, das sich ums Krankenhaus dreht.

Genetischer Zwilling

Nur ein geeigneter Stammzellspender kann Christian noch retten. Also jemand, der nahezu die gleichen Gewebemerkmale im Blut hat wie er. Zunächst wurde im engeren Familienkreis nach einem Spender gesucht. Ohne Erfolg: „Meine beiden Brüder und meine Eltern kommen nicht infrage“, sagt der 17-Jährige. Es kommt nur selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben und damit sogenannte genetische Zwillinge sind. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20000, bei seltenen Merkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein genetischer Zwilling. Die Suche ist aber auch deshalb so schwer, weil immer noch wenige Menschen als potenzielle Spender zur Verfügung stehen. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) veranstaltet deshalb gemeinsam mit der Stiftung „Hilfe für Petra u.a.“ am Sonntag, 14. September, eine Typisierungsaktion von 11 bis 16 Uhr im Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr in Glandorf , Zum Blumenfeld 1. Mitmachen kann jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren. Die Spender müssen eine Einverständniserklärung und fünf Milliliter Blut abgeben, damit die Gewebemerkmale bestimmt werden können. Die Daten werden dann in die Datei aufgenommen und stehen für alle Patienten zur Verfügung. Die DKMS braucht nicht nur potenzielle Stammzellspender, sondern auch Geld, weil jede Registrierung etwa 50 Euro kostet. Konto: Stiftung „Hilfe für Petra u.a.“, IBAN DE78265501051633125222, BIC NOLADE22XXX

Zuletzt hatte der Fall der erkrankten sechsjährigen Martje aus Osnabrück bewegt: 3300 Bürger ließen sich typisieren.


Bei einer Stammzelltransplantation werden die benötigten Bestandteile aus dem Blut des Spenders entnommen. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei DKMS weist darauf hin, dass es bei jeder fünften Transplantation erforderlich sei, dem Patienten Knochenmark zu übertragen. Unter Vollnarkose wird dem Spender etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen (nicht aus dem Rückenmark) entnommen und dem Patienten übertragen. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb von 14 Tagen vollständig nach.

Laut DKMS beschränkt sich das Risiko für den Knochenmarkspender im Wesentlichen auf das Narkoserisiko.

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