Unabhängige Kandidatin aus Schwege Heuvelmann will Bürgermeisterin in Glandorf werden

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Magdalene Heuvelmann will Bürgermeisterin in Glandorf werden. Foto: Anne SpielmeyerMagdalene Heuvelmann will Bürgermeisterin in Glandorf werden. Foto: Anne Spielmeyer

Glandorf. Das Stochern im Nebel scheint ein Ende zu haben: Nachdem Stefan Jürgens (unabhängig) nach Elke Fox (CDU) als Bürgermeisterkandidat aus dem Nebel stieg, lichtet sich jetzt über den Feldern Schweges der Schleier. Magdalene Heuvelmann (unabhängig) will Bürgermeisterin in Glandorf werden.

Auch wenn es diesmal kein Blind Date an der Windmühle gibt, spielt der Nebel mit. Dicke Schleier ziehen sich über die Hauptstraße in Schwege. „Wo sonst könnte eine Bürgermeisterin wohnen, wenn nicht an der Hauptstraße?“, fragt Dr. Magdalene Heuvelmann selbstbewusst. Die 54-Jährige lebt hier mit ihrem Sohn Sebastian (19) im ländlichen Idyll und führt als freiberufliche, promovierte Historikerin das Büro „Tradition hat Zukunft“.

Auch wenn sie beruflich eigentlich in der Vergangenheit nach Triebfedern für die Zukunft wühlt, hat sie nun in der Gegenwart mit Franz-Josef Strauch ein überzeugendes Modell gefunden: „Glandorf braucht jemanden aus dem Ort, jemanden der unabhängig ist, mich“, sagt sie und ist mit dieser Meinung nicht allein. Auch Kandidat Stefan Jürgens tritt als unabhängiger Glandorfer an, CDU-Frau Elke Fox hingegen kommt aus Bad Rothenfelde und versuchte bereits in Dissen ins Rathaus einzuziehen. „Ich würde für keine andere Gemeinde kandidieren “, sagt Heuvelmann, die seit 17 Jahren mit ihrem Sohn Sebastian (19) in Schwege wohnt. Ihre Motivation ist groß, sonderlich bekannt ist sie in der Kommune trotz Mitgliedschaft im Schützenverein Schwege aber nicht. „Daran werde ich arbeiten“, sagt sie. Ohne Partei. „Ich habe immer Wert auf Unabhängigkeit gelegt.“

Denn hautnah hat sie schon als Kind mitbekommen, was Fraktionszwang bedeutet. Heuvelmanns Mutter war die erste Stadträtin in Emmerich, wo Heuvelmann als fünftes von zehn Kindern aufwuchs. Sie entwickelte in dieser Zeit nicht nur Antennen für Fraktionen und ihre Zwänge, sondern auch ein großes Interesse an kommunalpolitischen Themen. Nach dem Abitur in Münster studierte sie Geschichte, Pädagogik und Soziologie – bis zur Promotion. Sie engagierte sich in der Friedensbewegung der Achtziger und moderierte Diskussionen mit Rita Süssmuth oder Michael Vesper.

„Ich habe früh gelernt, dass es selbstverständlich ist, als Frau den Mund aufzumachen. Klare Entscheidungen sind mir wichtig.“ Grundschulen oder Windkraft seien in Glandorf große Themen, findet sie und gibt zu: „In vieles muss ich mich noch einarbeiten.“ Denn Verwaltungserfahrung hat sie nicht. Zunächst geht es an die Baustelle Bekanntheitsgrad: Ein erster Gruß der Kandidatin dürfte bereits in alle Glandorfer Briefkästen geflattert sein. Die SPD wird nun mit beiden unabhängigen Kandidaten Gespräche führen. Dass die UWG Stefan Jürgens unterstützt und Elke Fox die CDU im Rücken hat, schreckt Heuvelmann nicht. „Ich finde es gut, wenn die Glandorfer eine Wahl haben“, sagt sie. Vielleicht hat sie sich die Gelassenheit vom Buddha auf der Fensterbank abgeschaut?


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