Freiheitsstrafe ohne Bewährung Ohne Führerschein im Porsche von Glandorf nach Hamburg

Amtsgericht Bad Iburg Foto: Michael SchwagerAmtsgericht Bad Iburg Foto: Michael Schwager

Glandorf. Wegen Fahrens ohne Führerschein verurteilte das Amtsgericht Bad Iburg einen Mann zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe. Der 34-Jährige war mit einem geliehenen Porsche von Glandorf nach Hamburg gefahren und dabei geblitzt worden.

Der aus Hamburg stammende Mann zeigte sich ohne Umschweife geständig. Für zwölf Tage habe er den Porsche 997 für eine Hochzeit gemietet. Den Mietpreis von 3000 Euro hätten Verwandte gezahlt, erklärte der Mann, der derzeit eine Haftstrafe verbüßt und vor seiner Inhaftierung von Sozialleistungen lebte. 

Warum er denn nicht einen Wagen in Hamburg gemietet habe, wollte der Richter wissen, Glandorf sei ja nicht gerade um die Ecke. Dort sei es viel teurer, erklärte der Angeklagte. Auf der Rückfahrt in die Hansestadt war der 34-Jährige, der nicht im Besitz eines Führerscheins ist, bei Bremen geblitzt worden. Ursprünglich war der Mann auch wegen des Vorwurfs der Unterschlagung angeklagt gewesen, denn er hatte den Sportwagen nach Ablauf der vereinbarten Frist dem Vermieter nicht zurück gebracht. Der hatte seinen Porsche daraufhin per GPS geortet und ihn selber mit einem Zweitschlüssel von Hamburg zurück geholt. 

„Es war nicht geplant, den Wagen nicht zurück zu geben“, erklärte der Verteidiger des 34-Jährigen. Am fraglichen Tag habe sein Mandant den Autoschlüssel nicht finden können. Das dem Vermieter zu beichten sei ihm aber zu peinlich gewesen. Später stellte sich heraus, dass der kleine Sohn mit dem Schlüssel gespielt und anschließend in seine Spielsachen gelegt hatte. 

Der Angeklagte machte gegenüber dem Vermieter des Porsches während der Verhandlung eine Schuldanerkenntis in Höhe von 1000 Euro als Schadensersatz. „Es tut mir leid. Ich schäme mich dafür und möchte es wieder gut machen“, beteuerte der 34-Jährige. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sah das Gericht von der Verfolgung dieses Anklagepunktes ab. 

Angesichts einiger einschlägiger Verurteilungen im Strafregister des Mannes, sah die Vertreterin der Staatsanwaltschaft keine Möglichkeit mehr, das Fahren ohne Führerschein noch mit einer Geldstrafe zu ahnden. Sie beantragte, den 34-Jährigen zu einer sechsmonatigen Haft ohne Bewährung zu verurteilen. Das Gericht machte sich ihren Antrag zu eigen. Da in das Urteil noch eine frühere Verurteilung des Mannes einbezogen werden musste, wurde der 34-Jährige schließlich zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von insgesamt neun Monaten verurteilt. Darüber hinaus verhängte das Gericht eine Führerscheinsperre von 24 Monaten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN