„Die schlimmste Phase ist überstanden“ Arbeiten am Glandorfer Kreisel verzögern sich

Von Alexander Heim

Die Arbeiten gehen voran: Darauf hoffen auch die Glandorfer sehr. Die Bauarbeiten am Kreisel bedeuten schließlich weiträumige Umleitungen. Foto: Alexander HeimDie Arbeiten gehen voran: Darauf hoffen auch die Glandorfer sehr. Die Bauarbeiten am Kreisel bedeuten schließlich weiträumige Umleitungen. Foto: Alexander Heim

Glandorf. Seit Ende vergangenen Jahres werden in und rund um Glandorf die Straßen erneuert. Der Bund möchte den Belag aufpolieren. Seit März steht dabei der innerörtliche Kreisel – und damit der Verkehrsknotenpunkt schlechthin – im Fokus des Geschehens. Und diese Aufmerksamkeit bleibt ihm wohl auch etwas länger als ursprünglich gedacht erhalten.

G wie Glandorf. Oder G wie Geduld. Vielleicht ist das eine derzeit auch das Synonym für das andere. Denn Geduld müssen die Glandorfer seit Anfang April schon eine Menge aufbringen, wenn sie „durch“ den Ort fahren möchten. Nachdem Ende 2018 bereits ein Teilstück der B 475, vom Ortsausgang bis zur Landesgrenze, saniert worden war, widmete sich das ausführende Unternehmen im Auftrag des Bundes seit Mitte März den innerörtlichen Straßen. 

Mit Beton bauen dauert länger

„Unvorhersehbare und zusätzliche Arbeiten verzögern leider die aufwendigen Betonbauarbeiten am Kreisel Münsterstraße / Am Thie“, heißt es nun in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. „Kreisverkehre werden immer stark durch den Verkehr beansprucht“, erläutert dazu Cord Lüesse, Leiter des Geschäftsbereiches Osnabrück der Landesbehörde. „An Bundestraßen baut man diese deshalb ausschließlich aus Beton.“

„Die Arbeit mit Beton ist allerdings zeitaufwendiger als mit Asphalt“, weiß Frank Scheckelhoff, Bauamtsleiter bei der Gemeinde Glandorf. Darüber hinaus seien Schäden aufgetreten, mit denen man nicht gerechnet hatte. „Wenn wir die Fahrbahndecke öffnen, kann es sein, dass wir solche Schäden entdecken“, weiß Cord Lüesse. „Es wäre fahrlässig, das nicht anzugehen.“ In Glandorf „musste das aufwendig gemacht werden.“

„Die kühlen Temperaturen werden zusätzlich Zeit gekostet haben“, vermutet Frank Scheckelhoff, mit Blick auf den Kreisel. Denn: „Den kann man nur bei bestimmten Temperaturen verarbeiten.“ Dafür sei der Beton „länger haltbar.“ Dies sei nun auch der Grund, warum die Vollsperrung des Kreisels bis voraussichtlich Anfang Mai bestehen bleiben wird.

Eine Herausforderung

„Der Knoten mitten in Glandorf ist für den Verkehr eine Herausforderung“, räumt Frank Scheckelhoff ein. Und kann von der ein oder anderen Anwohner-Anfrage berichten, die Unzufriedenheit mit der Situation signalisierte. Einerseits, wegen der in Kauf zu nehmenden Umwege. Andererseits, weil dafür eigentlich nicht vorgesehene Straßenzüge derzeit als Abkürzungen genutzt werden. Zudem gebe es „Befürchtungen, dass diese Straßen kaputt gefahren werden.“

Frank Scheckelhoff ist dennoch froh, dass vieles während der Osterferien erledigt werden konnte. „Da gab es zumindest keinen Schülerverkehr“, erläutert der Bauamtsleiter. Schließlich gelte es auch, „den ÖPNV aufrechtzuerhalten.“ Er signalisiert: „Die schlimmste Phase ist überstanden.“ Zumal die Arbeiten an der Kattenvenner Straße Richtung Kattenvenne „nächste Woche abgeschlossen“ seien. „Die Teilstücke der Bundestraße vor und hinter dem Kreisel werden, wie geplant, nach den Osterferien befahrbar sein“, bestätigt auch Cord Lüesse.

„Es ist alles machbar“, findet Frank Scheckelhoff. „Das erfordert aber Toleranz“ - und um die wirbt der Bauamtsleiter. Und, ja, räumt er ein, „man muss ein paar Umwege in Kauf nehmen.“ Doch auch über den Prozessionsweg sei die Schulstraße, zum Beispiel, erreichbar. Und ließe sich von ihr auch die L 475 nun wieder queren.

Nächste Baustelle steht bevor

Wenn also demnächst die Maibäume aufgestellt sind, ist das Ende der anderen Maßnahmen auch absehbar. Und damit die Geduldsprobe einstweilen für alle Glandorfer beendet? - Keineswegs. Denn nach dem Kreisel wird, das ist sicher, die nächste Baustelle kommen.

„Später wird die B 51 vom Kreisel Richtung Kreuzung Bad Laer saniert“, erklärt Frank Scheckelhoff. Spurweise, wie er betont. „Wir planen dort eine Baustellen-Ampel.“ Diese Arbeiten werden sich von der 19. bis zur 28. Kalenderwoche erstrecken - also etwa vom 6. Mai bis zum 14. Juli. Die Gemeinde will diesen Zeitraum gleichzeitig dafür nutzen, einen Durchlass am Bachlauf zu erneuern.

G,L,D - drei Buchstaben verbinden Glandorf mit Geduld. Und so gilt bis auf Weiteres: „Die Umleitungsstrecke über die B 51 (Münsterstraße), die K 341 (Hauptstraße) und die K 49 (Schweger Straße) bleibt für beide Fahrtrichtungen ebenso ausgeschildert wie die Umleitung von Kattenvenne nach Bad Iburg über die L 834 (Kattenvenner Straße), die L 591 (Iburger Straße) und die L 98 (Liener Sraße).“


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